Krefeld: Verkehrsprobleme durch die neue Anrather Straße

Krefeld: „100 Meter Niemandsland am Rotdorn“

Die Verlegung der Anrather Straße und der Anschluss an Forstwald hat für Anwohner und Verkehr erhebliche Konsequenzen. Eine nagelneue Straße und alter Krefelder Wegebestand stoßen unvermittelt aufeinander.

Auf die Anlieger der Straße Am Rotdorn werden Kosten für den Ausbau der Straße zukommen. Das erklärte Monika Sellke vom Fachbereich Tiefbau jetzt beim einem Ortstermin mit Vertretern des Bürgervereins und der Bezirksvertretung. „90 Prozent der beitragsfähigen Kosten müssen laut Gesetz umgelegt werden“, sagte Sellke. Eine Planung für den Straßenausbau gibt es noch nicht, soll aber nach der Sommerpause angestoßen werden.

Mit dem Ausbau der Anrather Straße vor dem Ortsteil Holterhöfe ist der Rotdorn seit kurzem eine von zwei Haupt-Zufahrtsstraße für die rund 900 Bürger, nachdem „Zu den Tannen“ und „An der Pappel“  im Zuge der Baumaßnahmen dauerhaft abgebunden worden sind. Die schmale Straße ist in sehr schlechtem Zustand. Das fällt nun umso mehr ins Auge, weil Straßen NRW in seinem Bereich die Anrather Straße nach neuesten Standards ausgebaut hat. Beim Übergang in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Krefeld beginnt eine rund 100 Meter lange Schlaglochpiste mit krümeliger Straßendecke. Der Begriff „100 Meter Niemandsland“ fällt. Für Günther Porst (FDP) nicht verständlich. Denn schließlich ist der Ausbau der Anrather Straße seit mehr als 30 Jahren in Planung. „Straßen NRW baut und die Stadt Krefeld weiß nichts davon“, frotzelt er. Mit der Planung für einen leistungsfähigen Lückenschluss hätte längst begonnen werden sollen, meint Porst.

Kurzfristig, verspricht Sellke, sollen zunächst Verkehrssichtungsmaßnahmen angeordnet und die Beschilderung erneuert werden. Ganz vorn auf der Liste: Ein Tempo-30-Schild für den Rotdorn sowie Rückschnitt von sichtbehindernden Hecken. Anwohner klagen, dass die winzige Straße den morgendlichen Verkehr nicht aufnehmen kann und zur Rennstrecke geworden ist. Auch Fußwege fehlen, denn der Rotdorn ist auch Weg für Schulkinder auf dem Weg zu Bushaltestelle.

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Dass Sellke zum Ortstermin gekommen ist, ist für den Bürgerverein ein Lichtblick. Denn schon seit Monaten bemüht sich der Vorstand um Informationen der städtischen Ämter, wie es in Holterhöfe weitergehen soll. Nicht nur der Rotdorn macht Sorgen. Generell ist die Beschilderung im Ortsteil nicht mehr aktuell. Sackgassen- und Einbahnstraßenschilder stehen nicht mehr an den richtigen Stellen, seit zwei Zufahrtstraßen geschlossen wurden. Einige Anwohner können ihre Häuser gar nicht mehr anfahren, ohne einen Verkehrsverstoß zu begehen und zum Beispiel gegen die Einbahnstraße zu fahren. Sellke verspricht auf Nachfrage Abhilfe „innerhalb von zwei Wochen“. In der Kritik steht auch die Kreuzung Josef-Schümmer-Weg/Zu den Tannen. Dort wurde ein gemauerter Gartenzaunpfosten bereits siebenmal umgefahren, weil die Kurve zu eng ist und von größeren Fahrzeugen nicht genommen werden kann. Sellke will nun einen Kasten der Telekom versetzen lassen und glaubt, dass das die „fehlenden Zentimeter“ sind und das Problem sich so löst. Das könne aber dauern, weil es schwierig sei, bei der Telekom  die zuständigen Leute zu erreichen.

Ein weiteres Problem, berichtet der Bürgerverein, ist, dass viele Anwohner seit dem Ausbau einfach verbotenerweise über den Fahrradweg fahren, um in die Siedlung zu gelangen. Ebenso bögen manchen vom Parkplatz des Tennisvereins scharf rechts auf den Radweg ab, um den kleinen Umweg über die Anrather Straße zu sparen. Gefordert werden Poller, um das zu unterbinden. Einigkeit herrschte, dass in der Nähe der Bushaltestelle Fahrradständer aufgestellt werden.