Krefeld: Verkauf von Bunker in Bockum geplatzt

Bauprojekt in Krefeld : Verkauf von Bockumer Bunker geplatzt

Hansgeorg Rehbein von der Tafel bestätigt das Scheitern der Verkaufsverhandlungen. Strittig war, ob sich die Tafel an den Umbaukosten beteiligen sollte. Auch der Brandschutz wäre teuer und „Todesstoß“ für das Projekt gewesen.

„Bockumer Bunker könnte Wohnanlage werden“ und „die Tafel könnte auch nach der Umwandlung dort ihren Sitz haben“. So war der Planungsvorschlag, mit dem die Verwaltung im September vergangenen Jahres die Politik dazu motiviert hatte, den Bebauungsplan 821 für das Bunkergelände an der Friedrich-Ebert-Straße Ecke Schönwasserstraße zu beschließen. Nachdem die Stadt im Februar überraschend kurzfristig mit den ambitionierten Plänen eines Investors für ein Nutzungskonzept an die Öffentlichkeit getreten war, hat die vielversprechende Idee nun ebenso überraschend bereits ein jähes Ende gefunden. Während die Verwaltung seit Wochen zum Sachstand schweigt, hat die Nachfrage unserer Redaktion bei den Verhandlungspartnern Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin des Bunkers und Hansgeorg Rehbein als Leiter der Krefelder Tafel ergeben: der Investor hat sich zurückgezogen.

„Wir wären so weit gewesen, um zum Notar zu gehen“, erklärt Christine Lorenzen von der BImA. Aber dazu werde es nun doch nicht kommen. Verhandlungspartner für die BImA sei im Rahmen des geplanten Bunkerverkaufs allein die Tafel gewesen. Gespräche zwischen dem Investor und der BImA habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben, sagt Lorenzen. Die Tafel habe wiederum ihrerseits mit dem Investor verhandelt, an den sie den Bunker nach dem Erwerb unmittelbar habe verkaufen wollen. Der Investor habe nun offenbar aber keine Kaufabsicht mehr, meint die BImA-Verkaufsteamleiterin aus Düsseldorf.

Hansgeorg Rehbein bestätigt das Scheitern der Verhandlungen. „Wir konnten uns letztlich während der Gespräche mit dem Investor auf einige Details zum Verbleib der Tafel im Bunker nicht verständigen“, sagt  Rehbein auf Anfrage. Daraufhin habe sich der Investor vor etwa vier Wochen zurückgezogen. Ein strittiger Punkt zwischen den Parteien sei unter anderem gewesen, ob sich die Krefelder Tafel an Kosten beim Umbau des Bockumer Bunkers habe beteiligen sollen beziehungsweise ob der Tafel später Kosten hätten entstehen können.

Als besonders problematisch hätten sich in dem Zusammenhang die strengen Brandschutzbestimmungen und die damit verbundenen Kosten erwiesen. „Wir sind mit der Feuerwehr durch den Bunker gegangen. Wenn wir in die erste Etage gezogen wären, wie es die Pläne vorsahen, wären Kosten im fünfstelligen Bereich für den Brandschutz angefallen“, berichtet Rehbein. Das sei „mit ein Todesstoß“ für das gemeinsame Projekt gewesen. Der Investor habe eine Beteiligung der Tafel an diesen Kosten gewünscht, auf die man sich nicht habe einigen können.

„Wir bedauern diese Entwicklung natürlich, aber vielleicht findet sich ja ein weiterer Interessent, der unter ähnlichen Bedingungen den Bunker entwickeln möchte“, hofft Hansgeorg Rehbein. Denn die Bedingung, dass die Stadt ihren Anteil des Grundstücks nur verkauft, wenn der Bunker für die Tafel dauerhaft für Lagerzwecke genutzt werden kann, bleibt laut Rehbein auch zukünftig bestehen. „Dem Oberbürgermeister ist es ein großes Anliegen, dass die Tafel bleiben kann“. Ideal seien nicht nur die Temperaturbedingung zur Lagerung der Lebensmittel sondern auch die An- und Abfahrmöglichkeiten für die Lieferfahrzeuge. Bei dem Bockumer Bunker gehe es auch weiterhin für die Tafel allein um den Erhalt der Lagermöglichkeit, „denn mit der dauerhaften Verlegung der Ausgabestelle an den Westwall sind wir sehr glücklich“.

Seit zwanzig Jahren sei die Tafel inzwischen „für einen geringfügigen Beitrag“ Mieter im Bunker. Als die BImA sich vor „etwa vier Jahren“ zum Verkauf des Bunkers entschlossen habe, sei der Tafel als langjährigem Nutzer das Angebot zum Kauf gemacht worden. „Die gesamte Sachlage ist kompliziert“, betont Rehbein mit Blick sowohl auf die derzeitigen Besitzverhältnisse als auch die Bedingungen eines Kaufs mit unmittelbarem Weiterverkauf. Interessenten habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben, nur zum Abschluss sei man nicht gekommen. Zu einer Kaufpreissumme für den Bunker könne er sich im Detail nicht äußern, aber sie liege auf jeden Fall oberhalb von 200.000 Euro.

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