Krefeld vergibt ersten Orgelpreis an Mansur Yusupov

Krefeld: Erster Orgelpreisträger ist Mansur Yusupov: „Orgelklang ist die Musik des Himmels“

Der erste Orgelpreis der Stadtkirche St. Dionysius ist an einen jungen russischen Musiker vergeben worden.

Erstmals wurde am Sonntag der neu gestiftete „Orgelpreis der Stadtkirche St. Dionysius Krefeld“ vergeben. Im Rahmen des Internationalen Orgelzyklus überreichte Regionalkantor Andreas Cavelius die Urkunde an Mansur Yusupov, zu dessen Auszeichnung gehörte, dass er ein Konzert an der Klais-Orgel in St. Dionysius geben durfte. „Ein solcher Preis ist wichtig für junge Musiker“, erklärt Cavelius, „so können sie sich Verbindungen in der musikalischen Welt schaffen.“

Mansur Yusupov wurde 1992 in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans in Zentralasien geboren. Er hat Musik in Kasan studiert und ist seit 2015 Student der Orgelklasse am Rimsky-Korsakow-Konservatorium in St. Petersburg. Sein Professor ist Daniel Zaretzky, der schon zweimal in Krefeld konzertiert hat. Yusupov ist seit 2017 Titularorganist der Kathedrale in Kaliningrad in Russland. Die dortige romantische Orgel wurde von der Firma Klais in Bonn restauriert – Klais hat 2007 die Orgel in St. Dionysius eingebaut.

Für sein Konzert hatte Yusupov ein interessantes Programm mitgebracht. Mit Bach, Tariverdiev und Reubke hat er die Wünsche des Regionalkantors erfüllt: Bach ist vor 333 Jahren geboren – auf den Meister sollen in diesem Jahr alle Teilnehmer am Orgelzyklus eingehen. Dann war ein Werk aus der Heimat erwünscht. Vor dem Konzert nahm sich der Preisträger Zeit, um unserer Redaktion Fragen zu beantworten.

Sie sind ein erfolgreicher, sehr junger Musiker. Wann sind Sie in Ihrem Leben das erste Mal mit der Orgel in Berührung gekommen?

Yusupov Ich war schon 20 Jahre alt, als ich zum ersten Mal eine Orgel hörte und war vom ersten Moment an begeistert. Es war für mich wie eine Offenbarung.

Russland ist ein sehr musikalisches Land, es gibt weltberühmte russische Sänger, Pianisten, Geiger....Was hat Sie bewogen, Orgel zu studieren, was fasziniert Sie an diesem Instrument?

Yusupov Ich habe ja auch zuerst Klavier studiert und wollte Pianist werden, aber dann bin ich von der Orgel „verzaubert“ worden und es war mir klar – ich will Organist werden.

Gibt es in Ihrer Heimat viele Orgeln, interessieren sich die Menschen dort für Orgelmusik?

Yusupov In Russland stehen die Orgeln weniger in Kirchen als viel mehr in den Konzerthäusern und Philharmonien. Die Menschen in meiner Heimat sind fasziniert von den Orgeln, es ist ja neu für sie. Eine Besucherin eines meiner Konzerte sagte mir mal, sie höre die Musik des Himmels und des gesamten Kosmos.

Konzertieren Sie heute das erste Mal in Deutschland?

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Yusupov Ja, es ist mein erstes Solokonzert in Deutschland, das ja mit dem Preis des Orgelwettbewerbs in Kaliningrad verbunden war, und es bedeutet mir sehr viel.

Was gefällt Ihnen an unserer Klais-Orgel?

Yusupov Sie ist ein fantastisches Instrument, sie sieht ja eher schlicht aus, aber die klanglichen Möglichkeiten vom zarten Piano bis zum gewaltigen Forte beeindrucken mich sehr. Es klingt hier in diesem Raum wie in einer großen Kathedrale. Die technische Konstruktion ist so toll, diese Orgel lässt sich wunderbar spielen. Ich habe auch gestern Abend bis tief in die Nacht geübt, so viel Freude hat sie mir bereitet.

Haben Sie eine Lieblingsorgel?

Yusupov Nicht nur eine! Natürlich mag ich die große Orgel der Kathedrale von Kaliningrad mit 125 Registern besonders, aber auch die Walcker-Orgel im Dom zu Riga liebe ich sehr.

Welche Komponisten, die für die Orgel geschrieben haben, lieben Sie am meisten?

Yusupov Natürlich Johann Sebastian Bach – da gibt es für das russische Publikum noch viel zu entdecken. Dann spiele ich sehr gerne die Komponisten der Romantik – Max Reger, Charles Marie Widor, Louis Vierne und andere.

Was bedeutet der „Orgelpreis der Stadtkirche St. Dionysius“ für Sie?

Yusupov Er hat für mich persönlich eine ganz große Bedeutung. Durch diesen Preis darf ich mein erstes Solokonzert in Deutschland spielen. Das vergisst man sein ganzes Leben nicht.

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