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Krefeld: Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine in Hüls​

Hilfe in Krefeld : Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine in Hüls

Auf dem ehemaligen Sportplatz neben der Robert-Jungk-Gesamtschule am Reepenweg wurden zwei große Containeranlagen aufgestellt. Rund 3000 Flüchtlinge  sind seit Kriegsbeginn in Krefeld angekommen.

Neue Unterbringungsmöglichkeiten für die hilfesuchenden Menschen aus der Ukraine hat die Stadt Krefeld jetzt in Hüls errichtet. Auf dem ehemaligen Sportplatz neben der Robert-Jungk-Gesamtschule am Reepenweg ist durch Aufstellen von zwei großen Containeranlagen eine neue Übergangseinrichtung mit bis zu 100 Plätzen entstanden. Stadtdirektor Markus Schön: „Hier von Containern zu sprechen, wird der Wertigkeit der Unterkunft nicht gerecht. Es wird ein schöner Standard geboten, der einen annehmbaren Aufenthalt ermöglicht.“

Der Dezernent merkt an, dass momentan kaum noch neue Personen aus der Ukraine kommen und untergebracht werden müssen. Allerdings gibt es zwei Familien mit Haustieren, die in der Unterkunft Forstwald ein komplettes Zelt belegen, das eigentlich für Quarantänefälle bereitstehen sollte. Diese werden nun wohl bald nach Hüls umziehen. „Da die Situation und der weitere Verlauf des Krieges in der Ukraine nach wie vor sehr unvorhersehbar ist, muss die Stadt auf unbestimmte Zeit weiterhin Unterbringungsmöglichkeiten bereithalten“, so der Stadtdirektor. „Insgesamt 17 Wohnräume gibt es hier in Hüls, die mit bis zu sechs Personen belegt werden können“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter für die Unterbringung, Thomas Gref. Fachbereichsleiter Andreas Pamp ergänzt: „Der große Küchenraum mit vier Elektroherden ermöglicht den Menschen, dass sie sich ihre Speisen selbst zubereiten. Wir haben auch so möbliert, dass dort gemeinsam gegessen werden kann.“ Kühl-Gefrierkombinationen gibt es in den einzelnen Zimmern, damit jede Familie sich selbst bevorraten kann. Dusch- und Waschräume gibt es natürlich auch, und in einem Raum stehen Waschmaschinen einsatzbereit.

 Der große Küchenraum ermöglicht den Bewohnern, dass sie sich ihr Essen selbst zubereiten können.
Der große Küchenraum ermöglicht den Bewohnern, dass sie sich ihr Essen selbst zubereiten können. Foto: Stadt Krefeld/Jochmann, Dirk (dj)
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Die Unterkunft in Hüls wird mit städtischem Personal betrieben. Elf Mitarbeiter werden in drei Schichten dort eingesetzt, so dass rund um die Uhr Ansprechpartner vor Ort sein werden. Auch Sozialarbeiter sind bei Bedarf vor Ort. Außerdem können die Menschen auf die Hilfsbereitschaft der Hülser zählen: „Schon in der vergangenen großen Flüchtlingswelle hat es dort eine Unterkunft gegeben, um die sich ein sehr aktiver ehrenamtlicher Helferkreis gekümmert hat. Dieser steht auch diesmal bereit, um die Hilfesuchenden willkommen zu heißen“, betont die Verwaltung.

 Insgesamt 17 Wohnräume gibt es in Hüls, die mit bis zu sechs Personen belegt werden können.
Insgesamt 17 Wohnräume gibt es in Hüls, die mit bis zu sechs Personen belegt werden können. Foto: Stadt Krefeld/Jochmann, Dirk (dj)

Bisher sind seit dem 24. Februar in Krefeld 2.911 schutzsuchende Menschen aus der Ukraine in Krefeld angekommen (Stand Dienstag, 5. Juli). Davon wurden 2.452 Menschen hier schon elektronisch registriert. Wie viele sich aktuell genau in Krefeld aufhalten, lässt sich jedoch nicht bestimmen. Einige der anfangs Registrierten sind in andere Kommunen gewechselt oder haben den Rückweg in die Ukraine angetreten, ohne sich in Krefeld abzumelden. Derzeit werden 526 Hilfesuchende öffentlich untergebracht, davon 389 im Forstwald. Insgesamt 900 Hilfesuchende aus der Ukraine haben bisher einen Antrag auf einen Integrationskurs der Volkshochschule gestellt, 938 Bedarfsgemeinschaften mit 1.892 Personen einen Antrag beim Jobcenter. Etwa zwei Drittel der Angekommenen sind weiblich. Ein Drittel sind Minderjährige, darunter rund 730 im Schulalter und knapp über 250 im Kindergartenalter. Auch fast 200 Menschen über 65 Jahre sind unter den Schutzsuchenden.