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Krefeld: Um einen möglichen Kita-Standort in Fischeln gibt es Streit.

Kita-Neubau in Krefeld : Parteien streiten um möglichen Kita-Standort Weidenröschenweg

CDU, FDP und SPD bringen sich im Streit um einen von der Verwaltung ins Auge gefassten Kita-Standort am Weidenröschenweg in Position.

Die Krefelder Politik bezieht Stellung in Sachen Kita-Neubau am Weidenröschenweg in Fischeln. Während CDU und FDP gleichlautend sagen, dass der Standort für eine Kita nicht geeignet sei, vertritt die SPD eine andere Linie. Angesichts fehlender Kita-Plätze in Fischeln könne man sich nicht erlauben, Flächen ohne die Nennung konkreter Alternativen zu verwerfen, sagt Ina Spanier-Oppermann, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, auf Anfrage unserer Redaktion.

Hintergrund: Vor mehr als zwei Jahrzehnten waren Pläne, am Weidenröschenweg in Fischeln eine Kita zu errichten, zu den Akten gelegt worden. Angesichts des gewaltigen Mangels an Betreuungsplätzen in Krefeld und des nur schleppend vorankommenden Kita-Neubaus hat die Krefelder Verwaltung den Plan 2019 wieder aus der Versenkung hervorgeholt – und damit einen Proteststurm der Anwohner ausgelöst.

Die Verwaltung argrumentiert, der Standort sei deswegen so gut geeignet, weil dort bereits Baurecht für eine Kita bestehe. Die Anwohner sagen, der Standort sei nicht geeignet, weil es in der Siedlung keine Kinder im entsprechenden Alter mehr gebe und die Zufahrtswege und Parkmöglichkeiten für einen Hol- und Bringverkehr außerhalb der Siedlung lebender Familien unterdimensioniert seien.

Die CDU hatte sich von Anfang an auf die Seite der Anwohner geschlagen und sieht sich jetzt bestätigt durch eine kürzlich veröffentlichte Stellungnahme der FDP (wir berichteten), die den Standort ebenfalls für ungeeignet hält. „Es gibt Orte, die eignen sich für eine Kita und es gibt Orte, die tun es nicht“, sagt der CDU-Sprecher in der Bezirksvertretung Fischeln, Benedikt Lichtenberg. „Für die CDU ist die verkehrliche Anbindung der Kita für 60 bis 80 Kinder nicht gegeben und nicht machbar. Dies ist für uns auch keine neue Erkenntnis. Schon 2009 beziehungsweise 2010 haben wir uns gegen eine Kita am Weidenröschenweg entschieden und einen anderen Standort gesucht, der dann mit der neu gebauten Kita am Krützboomweg auch gefunden wurde. Damals hat die Verwaltung unsere Argumentation unterstützt“, erinnert die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion Britta Oellers. Aus Sicht der CDU ist die Bereitstellung von Freiflächen für Kinder und Jugendliche ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe der Kinder- und Jugendpolitik. „Manchmal muss man eben zwischen der Kinder- und Jugendpolitik auf der einen und der Familienpolitik auf der anderen Seite abwägen. Deswegen sprechen wir uns am Weidenröschenweg für die bestehende Freifläche aus und machen uns gleichzeitig auf die Suche nach neuen Flächen für einen Kita-Bau. Einige Flächen haben wir der Verwaltung bereits zur Prüfung vorgelegt“, erklärt Britta Oellers.

Die Fischelner Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm (SPD) teilt dazu mit: „Die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner, die insbesondere verkehrliche Probleme ins Feld führen, nehmen wir sehr ernst. Es muss eine verkehrliche Untersuchung durchgeführt werden, aus der für Individualverkehr und Parkraum ein Konzept erarbeitet wird. Die SPD-Fraktion hat eine solche Untersuchung eingefordert, die von der Verwaltung auch zugesagt ist.“ Die Kita am Weidenröschenweg werde als zusätzlicher Standort benötigt, der Bau einer Kita im Zusammenhang mit der Erschließung des Baugebiets Fischeln Südwest reiche nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Zuletzt wurde im zuständigen Unterausschuss der Stadt über die Kita am Weidenröschenweg diskutiert. Die Stadt hat im Haushalt für 2020 170.000 Euro für den Kita-Plan am Weidenröschenweg eingstellt.