Nach der Premiere in Krefeld Die Highlandgames haben Potenzial

Interview | Krefeld · Über die gelungene Premiere der traditionellen schottischen Spiele im Uerdinger Stadtpark erzählt Organisator Frank Langen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frank Langen trägt einen Schotten-Kilt in den Farben des Uerdinger Wappens. Der überzeugte Rheinstädter ist ein großer Fan der schottischen Lebensweise, zu der auch traditionelle Veranstaltungen wie die Highlandgames gehören. Kurzerhand organisierte er eine solche Veranstaltung im Uerdinger Stadtpark.

Frank Langen trägt einen Schotten-Kilt in den Farben des Uerdinger Wappens. Der überzeugte Rheinstädter ist ein großer Fan der schottischen Lebensweise, zu der auch traditionelle Veranstaltungen wie die Highlandgames gehören. Kurzerhand organisierte er eine solche Veranstaltung im Uerdinger Stadtpark.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Herr Langen, nach nur einem halben Jahr Planung gab es am 11. Juni die Premiere der Uerdinger Highlandgames im Stadtpark. Wie lautet Ihr Fazit?

Einzug der Teams in den Uerdinger Stadtpark zu Dudelsack-Musik.

Einzug der Teams in den Uerdinger Stadtpark zu Dudelsack-Musik.

Foto: samla

Langen Es ist genauso abgelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Es gab sehr viele positive Rückmeldungen, was einem angesichts der vielen Mühen, die die Organisation gemacht hat, so richtig gut tut. Die Zuschauer und Aktiven haben die Games zu einer familiären Veranstaltung gemacht, so wie es auch in Schottland üblich ist.
Der Uerdinger Stadtpark wurde als Austragungsort in höchsten Tönen gelobt. Einzig, dass es etwas zu heiß war und dadurch viele Leute abgehalten wurden mal vorbei zu schauen, ist ein kleiner Wermutstropfen, den ich aber verschmerzen kann. Die Uerdinger Highlandgames haben das Potenzial zu einer festen Größe im Krefelder Veranstaltungskalender zu werden.

 Beim Baumstammslalom war Teamarbeit gefragt.

Beim Baumstammslalom war Teamarbeit gefragt.

Foto: samla

Im Vorfeld hatten Sie einige Hürden zu überwinden und mussten Steine aus dem Weg räumen, die Ihnen von den Behörden hingelegt worden waren. War das nicht sehr anstrengend?

Langen (lacht) Wir Highlander wissen ja, wie man Steine aus dem Weg räumt. Aber Spaß beiseite, im Prinzip wusste keiner der Beteiligten, wie man das Ganze bewerten soll. Ich kann ja die Bedenken der Ämter verstehen, zumal der Stadtpark im Naturschutzgebiet liegt, aber letztendlich haben wir mit viel Überzeugung und einem sehr guten Sicherheitskonzept agiert. Am Tag danach sah die Wiese wieder so aus wie vorher. Jetzt haben wir Erfahrungswerte, mit denen man arbeiten kann.

Es wird also im nächsten Jahr eine Zweitauflage geben?

Langen Das mit Sicherheit. Wir haben jetzt eine wesentlich längere Vorlaufzeit für die Planungen, die eigentlich schon laufen. Das Helferteam wird sich in den nächsten Tagen zusammen setzen und die Aufgaben auf noch mehr Schultern  verteilen. Auch der Termin steht mit dem 6. Juni 2024 schon fest.
Alle Teams, die dieses Jahr dabei waren, haben jetzt schon bekundet, im nächsten Jahr wieder in Uerdingen starten zu wollen. Das gilt auch für alle Betreiber der Verkaufsstände. Von anderen Vereinen, die nicht kommen konnten, gibt es ebenfalls schon Zusagen. Es wird also 2024 noch mehr los sein. Ich hoffe, dass wir vom Platz her dann noch etwas mehr aufbauen können.

Sie wollen sogar einen Verein gründen?

Langen Ja, der Gedanke kam schon im Vorfeld auf, weil es einfacher ist, als eingetragener Verein  Fördergelder zu kommen. Dieses Jahr war ich als Privatperson Veranstalter in Kooperation mit den Freunden und Förderern des Uerdinger Stadtparks. Ich habe in diese Premiere auch eine ganze Menge an Privatgeld investiert, um das für viele für unmöglich Gehaltene möglich zu machen und damit zu zeigen, dass man in Krefeld durchaus was machen kann. Alle meckern nur über Krefeld, aber mit den Highlandgames haben wir gezeigt, dass in  Zusammenarbeit mit den Behörden doch einiges geht.
Am meisten hat mich aber überrascht, dass Leute auf mich zugekommen sind und sagten, sie wollen als Aktive dem Verein beitreten und die Uerdinger Farben bei Games vertreten. Ich kann dazu nur sagen: Das ist der Hammer! Man stelle sich vor, wir starten 2024 mit einem Uerdinger Team. So was war eigentlich für wesentlich später erst eingeplant.

Sie sind gesundheitlich aufgrund von Long-Covid schon längere Zeit angeschlagen. Wie haben Sie den Tag körperlich überstanden?

Langen Ich war am Ende des Tages körperlich richtig platt und ziemlich erschöpft, aber das kenne ich jetzt schon seit 30 Monaten, seitdem ich an dieser schnellen Erschöpfung leide. Dieses Ausgelaugtsein hat auch noch einige Tage nachgewirkt, aber ich habe mich darauf eingestellt und entsprechend mit Medikamenten und Entspannungsübungen reagiert.
Die Games zu organisiert und so einen tollen Tag hinzulegen, hat meiner Psyche sehr gut getan. Und da ist es mir wert, für einige Tage körperlich etwas stärker eingeschränkt zu sein, als ich es eh schon bin. Dazu bin ich zu sehr mit Leib und Seele ein Uerdinger.

(RP)