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Krefeld: „Über neue Wohnflächen entscheidet der Rat“

70,8 Hektar : „Über neue Wohnflächen entscheidet der Rat“

Die Grünen-Erklärung über angebliche Beschlüsse des Regionalrats zur Flächennutzung in Krefeld sorgt für Unverständnis. Die FDP spricht von „Panikmache“, SPD-Ratsherr Jürgen Hengst von „bewusster Falschinformation“.

Die von den Grünen angestoßene Diskussion um mögliche neue Wohnflächen in Krefeld – mit denen sich der Regionalrat beschäftigt hat – schlägt in der Politik hohe Wellen. Die FDP spricht von „Panikmache“, die SPD von „bewusster Falschinformation“ durch die Grünen. Deren Fraktionsspitze hatte mitgeteilt, dass der Regionalrat beschlossen habe, dass in Krefeld eine Fläche von insgesamt 70,8 Hektar als Wohnbaufläche ausgewiesen werde. „Das ist so falsch“, sagt Jürgen Hengst, SPD-Ratsherr, Sprecher seiner Fraktion im Bauausschuss und für seine Partei Mitglied des Regionalrats. „Entscheidungen über Flächen in Krefeld trifft ausschließlich der Stadtrat und seine Gremien. Sonst niemand.“ Nach Aussage des Politikers gebe es lediglich Überlegungen der Bezirksregierung, wo im Umfeld von Düsseldorf neue Baugebiete erschlossen werden könnten.

„Düsseldorf gehört zu den sogenannten Schwarmstädten“, beschreibt Hengst die aktuelle Situation. „Schwarmstädte“ sind Städte mit großer Anziehungskraft. Junge Leute steigen wie Vögel aus anderen Regionen Deutschlands auf, finden sich zusammen und ziehen als „Schwarm“ alle in dieselbe Richtung. „Die Landeshauptstadt weiß, dass sie die Zahl an zusätzlichen Menschen gar nicht aufnehmen kann. Deshalb hat die Bezirksregierung ihre Mitarbeiter beauftragt, nach Alternativen in der Region zu suchen.“ Das betreffe nicht nur Krefeld, sondern auch andere Kommunen in der Region. Nach Aussage des SPD-Politikers deuten alle Untersuchungen des Landes darauf hin, dass der Druck auf Düsseldorf wegen der Suche nach Wohnraum zunehme. Hengst: „Es ist richtig, hier strukturiert zu planen und zu handeln. Doch was in Krefeld am Ende passiert, ist ausschließlich eine Entscheidung, die in unserer Stadt getroffen wird.“

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Entspannt zeigen sich die Krefelder Liberalen. Wegen der Anregung der Bezirksregierung Düsseldorf, über neue Wohnstandorte in Krefeld nachzudenken, sieht die FDP-Fraktion keinen Anlass zur Panik. „Dass die Grünen dazu neigen, jedes Neubaugebiet mit dem Siegel des Klimafrevels zu brandmarken, sollte den Rest des Stadtrates nicht von einer sachbezogenen Beratung abhalten“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann.

 Joachim C. Heitmann, Partei- und Fraktionsvorsitzender der FDP in Krefeld.
Joachim C. Heitmann, Partei- und Fraktionsvorsitzender der FDP in Krefeld. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die FDP weist darauf hin, dass die Bezirksregierung insgesamt 14 Standorte in Krefeld untersucht hat, von denen sie aber nur für insgesamt sechs eine Empfehlung ausspricht. Lokalen „Basisbedarf“ sieht die Bezirksregierung für die Standorte Kliedbruch, Elfrath, am Hülser Bruch/von-Harff-Straße und Kliedbruchstraße West, für den regionalen Bedarf am Obergplatz/Ottostraße und Oppum-Süd. Insgesamt handelt es sich um 184,7 Hektar Planungsgebiet. „Bezüglich des größten Teils der untersuchten Standorte gibt die Bezirksregierung eine ablehnende Empfehlung ab, erfreulicherweise auch für die Kornaue und den Großhüttenhof, die die FDP-Fraktion auch schon in der Vergangenheit abgelehnt hat“, so der Politiker. „Bei alledem handelt es sich nur um Empfehlungen, mehr nicht. Im Übrigen empfehlen wir eine nüchterne Auseinandersetzung mit der neuen Vorausberechnung der Bezirksregierung für die Bevölkerungsentwicklung in Krefeld. Danach dürfte sich die Zahl der Krefelderinnen und Krefelder im Jahr 2038 um 225.000 bewegen, weshalb zunächst einmal das Augenmerk auf die Entwicklung der im Flächennutzungsplan und in der Regionalplanung ausgewiesenen Neubaugebiete gelegt werden sollte.“