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Krefeld trotzt Corona: Zum 7. Mal gibt es das Festival "Move!"

Kultur in Krefeld : „Move!“ kehrt zurück

Unter strengen Auflagen wird es ein „Move“-Festival geben. Die Kölner Tanzkompanie MIRA zeigt ein aktuelles Stück zum Thema „Nähe und Distanz“.

Es ist das Herzstück des Mies van der Rohe Business Parks: Wo einst Futterstoffe für Herrenbekleidung gefertigt wurden, befindet sich heute das Café Ludwig. Ein großer, wunderschöner, lichtdurchfluteter Raum, der passend zum Bauhausjubiläum im vergangenen Jahr aufwendig und denkmalgerecht saniert wurde.

Bauhaus-Protagonist Ludwig Mies van der Rohe hat Krefeld mit dem Business Park ein architektonisches Meisterwerk hinterlassen. Geschäftsführer Wolf-Reinhard Leendertz und Marketingleiter Matthias Berghaus vom Business Park sind sich einig, dass das Potential dieser historischen Anlage längst noch nicht ausgeschöpft ist: „Der Park soll ein Ort zum Leben und Arbeiten werden“ sagt Geschäftsführer Leendertz und ist deswegen voller Begeisterung für das Tanzformat an ungewöhnlichen Krefelder Orten.

 Julia Riera von der Compagnie MIRA (r.) und Dorothee Monderkamp vom Kulturbüro der Stadt  im Business Park.
Julia Riera von der Compagnie MIRA (r.) und Dorothee Monderkamp vom Kulturbüro der Stadt im Business Park. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Ursprünglich, so Dorothee Monderkamp, stellvertretende Leiterin des städtischen Kulturbüros, war ein anderer Outdoor-Ort für das Format vorgesehen. Dass sie jetzt Indoor spielen, erleichtert die Organisation im Ausnahmejahr: „Wir sind sehr froh, dass Move in town auch in diesem Jahr, wenn auch in veränderter Form, stattfinden wird, es ist ein besonderes Format auf der Suche nach besonderen Orten“, erläutert Monderkamp und unterstreicht wie wichtig „Move! in town“ für Krefeld und seine Bürger ist: „Es geht darum, den Ort zu begreifen, ihn zu scannen und ihn sinnlich zu erfassen, diese Besonderheit sollen die Künstler in ihre Arbeit aufnehmen.“

 Auch die Company Nicole Seiler war ein gern gesehener Gast beim „Move“-Tanzfestival.
Auch die Company Nicole Seiler war ein gern gesehener Gast beim „Move“-Tanzfestival. Foto: Seiler, Nicole
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Und wer das Format kennt, weiß um den hohen Erlebnisfaktor – die Orte verändern sich, sie sind mit einer Erinnerung aufgeladen, die ein Bühnenstück nur schwer erreichen kann. Choreographin Julia Riera arbeitet mit einer intensiven Bildsprache, dazu kommt, dass sie Innen- und Außenwelten gern in Dialog zueinander bringt. Riera hat trotz aller Restriktionen eine Form gefunden, die es ermöglicht „etwas Neues“ zu finden und kein „Kompromissstück“ zu produzieren, wie sie betont.

 Die Compagnie Giolisu trat 2019 beim Move-Festival auf.
Die Compagnie Giolisu trat 2019 beim Move-Festival auf. Foto: Martin Coiffier

„Eigentlich sollte eine Tänzerin zu Beginn des Stücks ganz oft geküsst werden“, erzählt die Choreographin, stattdessen müssen jetzt alle Tänzer auf 1,50 Meter Entfernung miteinander agieren – eine riesige Herausforderung, die Riera als „ständiges Wachbleiben“ beschreibt. Alles, was vor dem Lockdown an Ideen da war, habe sie verworfen. Riera wird ab Montag mit ihrem Team vor Ort proben und verrät, dass sie auch den Außenbereich bespielen möchte.

„MIRA9_was uns trennt und bindet“ ist bereits die neunte Produktion der Kölner Tanzkompagnie. Vier Tänzer erforschen Zustände, in welchen sie über ihre eigenen Grenzen gehen, um neue Bindungen aufzubauen. Dabei wird es auch um die sensible Frage gehen, wo und wie Grenzen verlaufen und wie sie sein müssen, um darin Halt zu finden. Ein spannendes Thema, das vor dem Hintergrund von „social distancing“ nicht aktueller sein könnte.

Bei der diesjährigen Ausgabe von „Move! in town“ wird es eine Bestuhlung geben. Daher bittet das Kulturbüro um vorherige Anmeldung per E-Mail unter kultur@krefeld.de. Eine Mund-Nasenschutzmaske muss unbedingt mitgebracht werden. Der Einlass ist jeweils um 19.30 Uhr.