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Krefeld: Trotz Corona-Zwangsschließung kein Fortschritt am Stadtwaldhaus

Sanierung durch stadteigene Krefelder Bau GmbH : Trotz Corona-Zwangsschließung kein Fortschritt am Stadtwaldhaus

Die Diskussion um die Sanierung des Stadtwaldhauses geht in die nächste Runde. Der CDU-Ratherr Timo Kühn kritisiert in der jüngsten Sitzung des Krefelder Betriebsausschusses die aktuelle Entwicklung: „Die Verwaltung gefährdet hier eine der Perlen der Stadtkultur.“

Die Diskussion um die Sanierung des Stadtwaldhauses geht in die nächste Runde. In der Sitzung des Betriebsausschusses für das Zentrale Gebäudemanagement am Donnerstag informierte die Verwaltung auf Antrag der CDU über den aktuellen Stand. Das Ergebnis sorgt für Erstaunen: „Für uns ist es unverständlich, dass in den beinahe anderthalb Jahren corona-bedingter Zwangsschließung kein Fortschritt am Stadtwaldhaus zu erkennen ist. Die Verwaltung gefährdet hier eine der Perlen der Stadtkultur“, kritisiert Ratsherr Timo Kühn im Ausschuss.

Nach einer früheren Aussage der Verwaltung umfasst das erforderliche Sanierungspaket: Arbeiten an der Baukonstruktion, Erneuerung und Sanierung der Grundleitungen, energetische Sanierung einschließlich Austauschs der Fenster, Überarbeitung der Fassade und des Dachs, Maßnahmen zur Optimierung von Betriebsabläufen, Herstellung der Barrierefreiheit sowie Instandsetzung und Teilerneuerung der Außenanlagen - dies alles unter Beachtung des bestehenden Denkmalschutzes.

Die Christdemokraten wollten jetzt wissen, welche Sanierungsmaßnahmen die Stadt bisher durchgeführt hat und welche weiterhin geplant sind. Die Stadtverwaltung räumte in der Sitzung ein, dass die Geschwindigkeit der Umsetzung der Maßnahmen zu wünschen übrig lasse. Bisher hätten auch keine wesentlichen Arbeiten stattgefunden. „Selbst, wenn aufgrund des Alters scheinbar nicht alle Unterlagen vorliegen, die Verwaltung hatte genug Zeit, das aufzuarbeiten“, so Kühn. Die Sanierung wird durch die stadteigene Krefelder Bau GmbH durchgeführt. „Wir dachten, es gäbe Dank des Oberbürgermeisters Frank Meyer einen Geist des Möglich-Machens“, so der Politiker. „Schließlich hatte Meyer im Mai 2020 angekündigt, man würde im November 2020 anfangen. Meyers ,Möglich Machen’ bedeutet hier, wie bei anderen Projekten in der Stadt, wohl eher Stillstand. Wir erwarten jetzt eine Priorisierung der Sanierung und dass die Stadtverwaltung auch mal Druck auf die einzelnen Auftragnehmer ausübt.“

Die CDU steht grundsätzlich zu dem Beschluss, das Stadtwaldhaus zu sanieren. Dazu gehört für die Fraktion aber auch eine klare Aussage, ob mehr als die geplanten 7,2 Millionen Euro notwendig sind. Kühn: „Insgesamt darf es aber auf keinen Fall zu einer weiteren Komplettschließung kommen. Sollte eine Sanierung mit Teilschließungen nicht möglich sein, muss die Stadt für den Pächter Ersatz zur Verfügung stellen“, erklärt Kühn. Die Verwaltung kündigte an, dass noch weitere Untersuchungen und Gutachten notwendig werden und man sich weiter in der Planungsphase befände. Neue Informationen kündigte die Verwaltung zur Sitzung des Betriebsausschusses am 21. April an.