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Krefeld - toter Säugling: Nur zwei Frauen lehnen Gentest ab

Toter Säugling in Krefeld : Zwei Prozent der Frauen lehnen Gentest ab

Der Massen-Gentest in Krefeld wird fortgesetzt. Anfang März war ein Säugling tot im Südpark aufgefunden. Mehrere Teams suchten im Bereich Krefeld-Tackheide Mädchen und Frauen zu Hause auf. Die Polizei ist mit der Zwischenbilanz zufrieden.

So wurden laut Polizei bereits mehrere Hundert Frauen erreicht, die der Maßnahme zumeist offen und entgegenkommend gegenüberstanden. Die Anzahl der Frauen, die diesen freiwilligen Test ablehnten, nahm ab. So haben sich bisher unter zwei Prozent der aufgesuchten Frauen nicht beteiligt.

Vielfach konnten bei den Frauen durch aufklärende Gespräche Bedenken ausgeräumt werden, ob die Speichelprobe nach negativem Ergebnis auch wirklich vernichtet wird und keine Speicherung der DNA erfolgt.

Mittlerweile liegen auch die ersten Auswertungen vor. Die bis heute ausgewerteten Proben waren alle negativ, es lag keine Übereinstimmung mit dem Identifizierungsmuster der gesuchten Mutter vor. Diese Proben sind, wie angekündigt, umgehend vernichtet worden. Eine Speicherung ist nicht erfolgt und aufgrund der Anonymisierung auch nicht möglich. Die Auswertungen weiterer Proben dauern noch an.

Am 5. März hatte eine Spaziergängerin im Waldgebiet Südpark an der Grenze zu Willich einen in ein Handtuch gewickelten toten Säugling gefunden, dem der Krefelder Pfarrer Michael Hack vor der öffentlichen Trauerfeier den Namen "Silvia" gab. Im Mund des Mädchens befand sich ein Pfropfen aus mehreren Tüchern.

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Die Obduktion hat ergeben, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat, wahrscheinlich erstickt wurde, so dass der Verdacht eines Tötungsdeliktes vorliegt. Die Polizei Krefeld hat sofort eine Ermittlungskommission eingerichtet. Weil in der Mülltüte neben dem toten Säugling auch die Plazenta der Mutter lag, liegt der Polizei DNA-Material der Mutter vor. Darüber kann eine Identifizierung erfolgen.

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(rpo)