Oberbürgermeister Frank Meyer sagt wegen Erkrankung ab „Besonderer Weihnachtsmarkt“ begeistert

Krefeld · „Wir haben mindestens so viele Besucher wie in den vergangenen Jahren, eher mehr. Ein bisschen wärmer wäre noch ganz schön, aber am Ende ist es halt auch ein Weihnachtsmarkt“, bilan­ziert Vereinsvorsitzende Manue­la Frangen.

Besonderer Weihnachtsmarkt 2022 in Krefeld​ vor dem Rathaus
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Besonderer Weihnachtsmarkt begeistert die Besucher

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Foto: Forstreuter/Alexander Forstreuter

Seit mehr als 30 Jahren ist der „Beson­dere Weihnachtsmarkt“ eine feste Einrichtung in Krefeld. In diesem Jahr aber hatten die Organisatoren Sorge, dass die Verlegung vom Platz an der Alten Kirche zum Von-der-Leyen-Platz Besucher kosten könnte. Doch bereits am späten Vor­mittag ist klar: Diese Sorge ist unbegründet. „Wir haben mindestens so viele Besucher wie in den vergangenen Jahren, eher mehr. Ein bisschen wärmer wäre noch ganz schön, aber am Ende ist es halt auch ein Weihnachtsmarkt“, bilan­ziert die Vereinsvorsitzende Manue­la Frangen bereits zur Halbzeit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Dabei waren die Vorzeichen gar nicht gut. Moderator Rolf Frangen hatte sich zunächst krankgemeldet. „Dann stand er kurz vor Beginn doch vor mir“, erzählt sie erfreut. Und auch Oberbürgermeister Frank Meyer musste kurzfristig krank absagen. Er wurde von Karsten Ludwig vertre­ten, der gemeinsam mit Andrea Hamb­loch-Berns, der Filialleiterin der Sparda-Bank, drei besonders schöne und aufwendige Stände prä­miert. Je 500 Euro von der Bank ge­hen an die Kita Dreikäsehoch, an die Erich Kästner-Schule und die Syngap-Hilfe. „Wir freuen uns sehr darüber. Wir haben die Kita gerade neu eingerichtet und brauchen noch Dinge für den Bewegungsraum. Da kommen die 500 Euro wie gerufen“, sagte die stellvertretende Leiterin Carolin Reinisch.

Und auch bei der Syngap-Hilfe ist das Glück groß. Die Vereinigung möchte auf die Erbkrankheit Syngap aufmerksam machen. „Bisher ist sie sehr unbe­kannt. Statistisch müsste es in Krefeld etwa eine Schulklasse Be­troffener geben. Aber oft wird es gar nicht diagnostiziert“, erläu­tert Verena Schmeder. Das Geld soll in eine Studie und Kommunikationstafeln investiert werden, mit de­nen Betroffene, die meist maximal Zwei-Wort-Sätze in ihrem Leben errei­chen, mit ihrer Umwelt kommunizie­ren können.

Ein besonderer Erfolg ist auch der Stand von Fridays For Future. Die Klimaaktivisten hatten Spielzeug gesammelt und gaben dieses gegen kleine Spenden vor allem an bedürf­tige Kinder ab. „Es war wirklich überwältigend, wie viele Spielsa­chen die Krefelder gespendet haben. Wir wussten kaum, wohin damit. Aber jetzt ist schon fast alles weg. Ich glaube, wir haben gar nicht bis zum Ende des Marktes etwas“, so Lisa Neldl für FFF. Sogar während des Verkaufs seien immer wieder weitere Dinge angeboten worden. „Viele Leute fra­gen noch, ob sie noch spenden kön­nen. Die Hilfsbereitschaft ist wirklich wunderbar“, schwärmt die Aktivistin. Vor allem Kindertaler, die von der Tafel ausgegeben wur­den, sammelten sie viele. Am Ende waren es 132.

Für kurzweilige Unterhaltung sorgt indes das Bühnenprogramm mit unterschied­lichen Musikern und vor allem Grup­pen von Kindern, wie dem Nachwuchs der Dolphins-Cheerleader von Bayer Uerdingen. Die Besucher sind begeistert. „Wir waren schon einmal am Platz an der Alten Kirche. Jetzt ist die alte Kita un­serer Tochter dabei, da wollten wir natürlich vorbeischauen. Es ist schön, dass solche Veranstal­tungen wieder möglich sind und die Menschen sehnen sich spürbar da­nach“, sagt Daniela Wieser.

Und auch eine Gruppe Damen ist spürbar glücklich. „Ich bin selbst der Handarbeit sehr zugetan. Ich liebe die ganzen handgearbeiteten Dinge, die hier verkauft werden. Toll ist auch, dass es nicht so kommerziell ist“, sagt Steffi Boch­mann und Ursula Kirchenkamp fügt hinzu: „Ich dachte erst, es wäre schwierig am neuen Ort. Aber tat­sächlich gefällt es mir wirklich sehr gut. Es ist sehr voll und im­mer wieder toll, die ganzen Vereine und Organisationen zu sehen.“ Heike Lenzen und Annette Meeuwsen, die gerade Glühwein für die Runde ge­holt hat, nicken eifrig.

Speziell das Herzblut aller Betei­ligten und Helfer im Hintergrund erwähnen die Damen sehr po­sitiv. Gerade für Kinder ist viel geboten, aber auch Erwachsene kom­men auf ihre Kosten. So zum Bei­spiel gleich am Eingang Breite Straße: Hier steht der Stand des Eine-Welt-Ladens. Ein betörender Duft nach Curry steigt den Besu­chern in die Nase. Dieses wird hier frisch zubereitet und verkauft. „Das ist ein echter Geheimtipp. Besseres Curry gibt es in der gan­zen Stadt nicht“, weiß Passant Da­niel Blank.

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