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Krefeld: Tierquäler zünden Igel an

Auf einer Wiese in Krefeld : Tierquäler zünden Igel im Park an

Ein neuer Fall von Tierquäulerei erschüttert Krefeld. Am Samstag haben Unbekannte einen hilflosen Igel angezündet. Eine Hundebesitzerin fand die verkohlten Überreste des Tieres. Die Polizei fahndet nach den Tätern.

Sie war entsetzt und fassungslos: Eine  Frau hat am Samstag beim Gassigehen in einer Grünfläche die verkohlten Überreste eines Igels gefunden. Die Polizei ermittelt nun wegen Tierquälerei und sucht nach Zeugen. Es war gegen 16.35 Uhr, als die Krefelderin mit ihrem Hund auf einer Wiese zwischen dem Nauenweg und der Alten Gladbacher Straße unterwegs war. „Dort entdeckte sie die Überreste eines Igels, der augenscheinlich zuvor angezündet wurde“, erklärte gestern  Polizeisprecher Daniel Uebber. Die Frau informierte die Polizei. Und die hat ein Problem: „Genauere Angaben zur möglichen Tatzeit können nicht gemacht werden“, sagt Uebber. „Die Kollegen waren sofort vor Ort. Aber es fehlen uns weitere konkrete Anhaltspunkte.“

Damit ist die Krefelder Polizei nicht allein. Auch ihre Willicher Kollegen fahnden nach einem  Unbekannten, der in der Vergangenheit Igel bei lebendigem Leib angezündet hat. Mitarbeiter der Stadt Willich hatten vor einigen Wochen auf einem Spielplatz in einem Mülleimer an der Lauenburger Straße  den Kadaver eines Igels gefunden. Bei dem vorerst jüngsten Fall, der die Behörde in der Nachbargemeinde beschäftigt,  wurde das Tier außerhalb eines Mülleimers in Brand gesetzt und dann dort deponiert. Der Krefelder Tierschutzverein hatte damals eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt, um den oder die Tierquäler zu finden.

  Bereits 2013 hatten Unbekannte in Willich an verschiedenen Orten mindestens 15 Igel durch Anzünden getötet. Auch in den Jahren 2015 und 2017 waren weitere Fälle bekannt geworden, bei denen Igel in Abfallbehältern angezündet worden waren. In diesem Jahr gab es bereits zwei Fälle, die von der Polizei untersucht werden. Eines der Tiere hat überlebt. Zudem wurde auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums ein totes Kaninchen mit Brandspuren gefunden, wobei nicht klar ist, ob es sich um den selben Täter handelt.

Ermittlungen aus dem Jahr 2013 hatten damals einen möglichen Tatverdächtigen identifiziert, Beweismittel konnten die Fahnder jedoch nicht finden. Der Verdächtige hatte die Igeltötungen bestritten. Umso wichtiger sei die Mithilfe der Bevölkerung, um solche Straftaten aufzuklären. Daher ist die Polizei auch an vermeintlich unbedeutenden Beobachtungen interessiert. „Wir wollen endlich wissen, wer dafür verantwortlich ist“, sagt Dietmar Beckmann, Sprecher des Tierschutzvereins Krefeld und Umgebung.

Jeder sollte bei Spaziergängen oder sonstigen Aufenthalten in Grünanlagen auf verdächtige Beobachtungen achten. Gesunde Tiere sind in der Regel nachtaktiv, daher ist die Polizei besonders an Beobachtungen in den Abend- und Nachtstunden interessiert: Jede noch so kleine verdächtige Beobachtung sollte sofort über die 110 gemeldet werden. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 02151 6340 oder hinweise.krefeld@polizei.nrw.de.