Krefeld: Tiefstand - Bis Montag soll der Pegel des Rheins auf 1,51 Meter sinken

Wasserstand in Krefeld : Tiefstand: Bis Montag soll der Pegel des Rheins auf 1,51 Meter sinken

Das Niedrigwasser des Rheins hat Auswirkung auf die Tierwelt und die Transportbranche. Für die Trinkwasserversorgung in Krefeld spielt es keine Rolle.

Gestern Mittag zeigte der für Krefeld gültige Pegel des Rheins in Duisburg-Ruhrort einen Stand von 1,66 Meter an. Bis Montag soll der Wasserstand in Deutschlands größtem Fluss um weitere 15 Zentimeter sinken. Ein Rekordwert. Der niedrigste bekannte Wasserstand war mit 1,74 Meter vor 15 Jahren am 30. September 2003 erreicht.

Gleichwohl ist der Rhein immer noch schiffbar. Allerdings müssen die Binnenschiffer auf den Tiefgang ihrer Frachter achten. Das bedeutet, dass sie nicht mehr voll beladen unterwegs sein können. Das wird sich in der Bilanz des Krefelder Rheinhafens einmal mehr auswirken. Die Hafengesellschaft lebt unter anderem von den Einnahmen des Ufergeldes. Das ist die Tonnage, die über die Kaimauern vom Land aufs Wasser und umgekehrt verladen wird. Bei Niedrigwasser müssen Kunden einen so genannten Kleinwasserzuschlag zahlen, da die Ladung auf mehrere Schiffe verteilt werden muss.

Der Steiger in Uerdingen hat ein starkes Gefälle. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Auch das Containerterminal dürfte von dem Engpass auf der Wasserstraße betroffen seien. Der Krefelder Hafen bewältigte solche Notsituationen in der Vergangenheit mit der betriebseigenen Hafenbahn. Sinkenden Tonnagen im Binnenschiffverkehr standen steigende Tonnagen im Geschäft auf der Schiene gegenüber.

Der zweite Brückenpfeiler steht auf dem Trockenen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Auf die Trinkwassersituation hat der niedrige Wasserstand des Rheins keine Auswirkungen. Krefelder Bürger werden aus Grundwasserbrunnen versorgt, die nicht vom Rhein gespeist werden. Im Gegenteil, das Grundwasser fließt Richtung Rhein.

Mehr Sand als Wasser — am Bootshaus Krekels. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Das Internetportal www.elwis.de der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice) zeigt die Pegelstände an und gibt Prognosen über die Entwicklung in den kommenden Tagen. Darüber hinaus liefert es weitere Statistik — zum Beispiel über den höchsten bekannten Wasserstand. Der ist für Krefeld mit 13 Metern registriert. Das Rekordhochwasser war am 2. Januar 1926. Gemittelt über einen Zeitraum von zehn Jahren weist das Portal für Niedrigwasser einen Durchschnittswert von 2,38 Meter und für Hochwasser 8,80 Meter aus. Der Mittelwert insgesamt beträgt 4,26 Meter.

Der Brückenpfeiler zeigt Spuren des Wasserstandes. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Davon ist der Rhein in diesen Tagen deutlich entfernt. Die eigentliche Fahrrinne ist jedoch deutlich tiefer als die Pegelstände. Sie geben direkt keine Auskunft über den Wasserstand für die Schifffahrt. Im Bereich des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamts Rhein in Duisburg werden sieben verschiedene Pegel beobachtet, zwischen Bonn und Emmerich. Grundsätzlich gilt: Beim derzeitigen niedrigen Wasserstand ist die Fahrrinne im Rhein zwischen Bonn und Düsseldorf mindestens zwei Meter tief, im Bereich zwischen Duisburg und Emmerich sind es sogar 2,20 Meter. Frachtschiffe könnten allerdings nicht mehr voll beladen verkehren, je nach Schiffstyp könnte ihr Tiefgang voll beladen bei bis zu 4,50 Meter liegen. Kritischer ist die Lage im Abschnitt Mainz, Mannheim oder Speyer, wo der Wasserstand in der Fahrrinne aktuell deutlich unter zwei Meter liege. Die Pegelwerte gelten jeweils nur für einen bestimmten Rhein-Abschnitt. Der Pegel Duisburg-Ruhrort etwa wird ermittelt für die 31 Rhein-Kilometer von Krefeld bis Orsoy.

Die monatelange Dürre im Flussgebiet schränkt Vögel wie Kiebitze oder Uferschnepfen entlang des Rheins ein. Für die Tiere werde es schwer, Nahrung zu finden, sagte Biologe Thomas Chrobock vom Naturschutzbund dem Westdeutschen Rundfunk.

Etwas Entwarnung gibt es hingegen bei den Fischen: „Der wichtige Sauerstoff-Gehalt im Rhein ist durch eine kühlere Wasser- und Lufttemperatur wieder gestiegen“, sagt Chrobock. Das im Sommer befürchtete Fischesterben ist nach Angaben des Rheinischen Fischereiverbands ausgeblieben.