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Krefeld: Tiefe Geothermie soll NRW saubere Energie liefern

Krefeld : Tiefe Geothermie soll NRW saubere Energie liefern

Der in Krefeld ansässige Geologische Dienst ist an einem Projekt beteiligt, bei dem es um Energie aus der Tiefe der Erde geht.

(svs) Nordrhein-Westfalen soll nach dem Ende der Kohleverstromung seine Energie zu einem nennenswerten Teil aus der Tiefe ziehen. Hierzu wurde nun ein grenzüberschreitendes EU-Projekt unter dem Titel „DGE-Rollout“ gestartet. Es wird mit 19 Millionen Euro gefördert und soll Potenziale erschließen, mit Wärme aus tiefen Erdschichten das Fernwärmenetz zu betreiben und auch Industrieanlagen zu versorgen. „Die Zukunft der nordrhein-westfälischen Energieversorgung liegt tief unter uns. Die Nutzung von Erdwärme verspricht klimafreundliche und nachhaltige Energie mit hoher Versorgungssicherheit“, sagt  Martin Salamon, Projektleiter beim Geologischen Dienst NRW in Krefeld.

Nach dem Kohleausstieg brauche das Land für seinen Energiebedarf neue Potenziale. Deshalb steht  das Projekt auch bei NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hoch auf der Agenda. Bei der offiziellen Vorstellung in Weisweiler sagte der Minister: „Die Empfehlungen der Kohlekommission sehen vor, die Kohleverstromung in Deutschland bis 2038 zu beenden. Daher wollen wir in den kommenden Jahren die erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen in ihrer ganzen Vielfalt massiv ausbauen. Das Rheinische Revier soll so zur europäischen Modellregion werden für den Umbau zu einer modernen, innovativen und klimafreundlichen Industrie der Zukunft. Tiefengeothermie bietet die Chance, Wärme klimaneutral zu erzeugen und kann außerdem einen wichtigen Beitrag zur Versorgungs­sicherheit leisten.“

Binnen der kommenden vier Jahre soll das Projekt, an dem insgesamt 18 Partner aus sechs Nationen beteiligt sind, wesentliche Grundlagen einer klimaschonenden Wärmegewinnung ermitteln. Ziel ist es, den Markt für die tiefe Geothermie in Nordwesteuropa zu bereiten, Projekte  zu fördern und die dazu notwendigen geologischen Potenziale zu erkunden. Besonders im grenznahen westlichen Teil von NRW könnten nach bisherigen Erkenntnissen vielver­sprechende Energiereserven erschlossen werden. Für die Zeit nach Abschluss der Braun­kohlengewinnung sieht auch RWE in der tiefen Geothermie eine Möglichkeit, das an das Kraftwerk Weisweiler angebundene Fernwärme­netz ab etwa 2030 regenerativ zu versorgen. Das Forschungsprojekt ist bis Ende 2022 geplant. Bis dahin versprechen sich die Projekt­partner praxistaugliche Lösungen, fossile Energieträger durch Erdwärme aus großer Tiefe dauerhaft zu ersetzen.