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Krefeld: Sylter Eiscafé stellt Produktion von Glycklich-Eis auf Nudeln um

Corona-Pandemie : Eiscafé in Krefeld stellt Produktion auf Nudeln um

Der in Krefeld ansässige Eisproduzent von „Glycklich-Eis“ schaltet um auf Nudeln: Die Nachfrage und die Schließung aller Eiscafés machen den Coup sinnvoll.

Die Corona-Krise ist bekanntlich auch zur Nudelkrise geworden: Die Leute kaufen Nudeln, weil sie schmecken und ideal sind für die Vorratshaltung.  Immer mal wieder sind die Regale wie leergefegt. In Krefeld hat nun der Produzent der „Glycklich“-Eissorten seinen Betrieb von Speiseeis auf Nudeln umgestellt. „Die Eiscafés haben eh zu“, sagt Ralph Höfges vom „Sylter Eiscafé“. Dennoch: Wie wird man vom Eis- zum Nudelproduzenten?

In dieser Maschine werden die muschelförmigen Nudeln zwei Tage lang getrocknet. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Ganz einfach“, lautet die Antwort, „Stefan Kempken von Edeka ist auf mich zugekommen und hat gesagt: Wir haben ein Problem mit Nudeln, wir kriegen kaum noch Nachschub. Wenn du auf Nudelproduktion umstellst, besorge ich die Nudelmaschine.“

In solche Eimerchen werden die Nudeln abgefüllt. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Gesagt getan. Die Nudelmaschine wurde installiert, und jetzt werden an dem Produktionsstandort an der Adolf-Dembach-Straße statt  „Glycklich“-Eissorten eben glycklich machende Nudeln produziert – das Y ist zum Markenzeichen der kleinen Firma geworden.

Und wie kompliziert ist es, Nudeln herzustellen? „Das ist im Prinzip ganz einfach“, berichtet Höfges, „man tut oben in die Maschine das richtige Mehl und entsprechend Wasser ’rein, und unten kommen die fertigen  Nudeln ’raus.“  Sie sind muschelförmig und müssen nach der Produktion zwei Tage lang trocken. Danach werden sie in 500-Gramm-Portionen in Eimerchen abgepackt. Fertig ist die Mini-Nudel-Fabrik. Die nötige Infrastruktur zur Erfüllung der Hygienevorschriften in der Lebensmittelproduktion ist in dem Betrieb bereits aus der Eis-Zeit vorhanden. „Unsere Produktion ist eh zertifiziert, vom Haarnetz bis zu den Handschuhen läuft alles hygienisch ab“, resümiert Höfges.

Damit schlägt eine erstaunliche kleine Firma ein neues Kapitel auf: Im Jahr 2014 eröffneten Tamara und Ralph Höfges das erste Sylter Eiscafé in Kempen. Es folgten drei Filialen, davon eine in Köln – nun gibt es das Eis in ausgewählten Supermärkten an Rhein und Ruhr. Tochter Pia hilft ab und zu aus, drei Angestellte wechseln sich zurzeit ab, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Das Y geht übrigens auf Sylt zurück: Tamara Höfges’ Idee für ihr Speiseeis entstand im Sommer 2013 auf der Insel Sylt.

Um die Zukunft ist der Familie Höfges nicht bang: Wenn die Corona-Krise vorbei ist und die nächste Eis-Zeit anbricht, wird eben wieder umgeschaltet.