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Krefeld stellt vier Meter hohe Skulptur von Wolfgang Hahn in der Rheinanlage Uerdingen auf

Kunst in Krefeld : Basaltlava-Figur für Uerdinger Rheinanlage

Der Bildhauer Wolfgang Hahn hat für Uerdingen eine vier Meter hohe Skulptur entworfen. Im Frühjahr soll sie am Rhein aufgestellt werden.

Den Namen Rheinkadett schätzt Wolfgang Hahn für seine Skulptur überhaupt nicht. Der Künstler bezeichnet sie schlichter als „Figur auf Sockel“: Im ersten Quartal 2020 soll sie in den Rheinanlagen aufgestellt werden. Die Vorbereitungen dazu haben jetzt begonnen. Denn inzwischen ist die Finanzierung der 40.000 Euro, die für diese Kunst im öffentlichen Raum erforderlich sind, gesichert.

Klaus Elfes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Uerdingen, atmet auf. Denn die Pläne für ein Uerdinger Wahrzeichen reifen seit 2005. Damals ging es um die Neugestaltung des Platzes „Am Obertor“. Wolfgang Hahns Vorschlag für eine Skulptur wurde damals bereits diskutiert, und aus einer augenzwinkernden Bemerkung eines Bürgers, die schräg stehende, für Hahn typische, reduzierte Figur sehe aus wie „ein Rheinkadett, der einen im Tee habe“ (O-Ton: „dä besoffene Rhienkadett“), hat sich der Spitzname im Volksmund eingebürgert. „Das zeigt doch, dass die Uerdinger sich mit dem Kunstwerk auseinandersetzen“, hatte Elfes seinerzeit gesagt. Und es störe nicht, wenn die Meinungen auseinander gingen. Im Gegenteil „Kunst muss polarisieren.“

Es war kein Widerstand gegen die Kunst, weshalb, die Pläne erstmal zurück in die Schublade kamen. Elfes erklärt: „Die Interessengemeinschaft hatte die Einbeziehung eines Kunstwerks für die Gestaltung der Eingangssituation vom Obertor in die Oberstraße vorgeschlagen. Das wurde breit diskutiert. Letztlich hat das Grünflächenamt einen Alternativvorschlag entwickelt, der auch mit unserem Einverständnis umgesetzt wurde.“ Der Entwurf von Hahn, der viele Jahre in Uerdingen gelebt hat, soll nun einen anderen Standort erhalten: die Rheinanlagen.

Dieser Standort  ist raffiniert gewählt: Die Skulptur aus dunkler, fast schwarzer Basaltlava, die in der Vulkaneifel gebrochen wird, misst vier Meter, jeweils zwei im Sockel und zwei in der Figur. „Der Sockel hebt die Figur auf das Niveau der nahen Deichkrone, von der aus die Flaneure ihrem Alter ego, das um sein Gleichgewicht kämpft, auf Augenhöhe begegnen können“, sagt Elfes. Die Ursprungsidee einer Wächterfigur für den Hafen oder für Uerdingen ist damit umgesetzt. „Nach der Einschätzung der Interessengemeinschaft ist die Verwirklichung des Projektes das erste Mal seit Jahrzehnten, dass in Krefeld wieder Kunst im öffentlichen Raum entsteht“, meint der Vorsitzende.

Die Hälfte des 40.000-Euro-Projekts  kam durch Spenden von Privatleuten und institutionellen Sponsoren zusammen. Die fehlenden 20.000 Euro werden aus dem Topf „Stadtumbau West“ finanziert. „Darin gibt es den Verfügungsfonds Nummer 14, der für Maßnahmen zur Förderung der Kunst im öffentlichen Raum bestimmt ist“, berichtet Elfes. Der zuständige Stadtumbaubeirat hat sich jetzt für die Umsetzung ausgesprochen. „Stimmberechtigt waren die Vereine, Vereinigungen  und Verbände; aber nicht die politischen Vertreter“, betont Elfes. Der zugedachte Platz der Figur zwischen Burg und Restaurant „La Riva“  finde breite Zustimmung. „Für die Interessengemeinschaft geht eine jahrelange Hängepartie zu Ende. Es gab Phasen, in denen wir geglaubt haben, uns von dem Projekt verabschieden zu müssen, weil die erforderlichen Mittel nicht eingeworben werden konnten. Das ist so ähnlich wie seinerzeit bei der Turmspitze der Dionysiuskirche“, sagt Elfes. Und ebenso soll die „Figur auf Sockel“ Wahrzeichencharakter bekommen. Auch wenn sie manche dann inoffiziell „Rheinkadett“ nennen.

Die Interessengemeinschaft hat die Skulptur der Stadt als Sachspende angeboten. „Die Stadt hat die Annahme der Spende erklärt“, sagt Elfes. Die Bezirksvertretung Uerdingen  und die Jury „Kunst im öffentlichen Raum“ haben ebenfalls grünes Licht gegeben. Zurzeit laufen noch Absprachen mit der Stadt über Pflege und Instandhaltung des Kunstwerks.