Krefeld: Stefan Effenberg bei McDonalds-Wiedereröffnung

Besuch in Krefeld : Effenberg hautnah – ein Star und seine Fans

Für eine Halbzeit zeigte sich Stefan Effenberg anlässlich der Wiedereröffnung der McDonald’s-Filiale am Dießemer Bruch den Fans. Er stand für Fotos und Autogramme bereit, präsentierte sich seriös und volksnah.

Ungeduldig hüpfen die drei Jungs mit ihren Luftballontieren in der Hand auf und ab, während sie die vorbeifahrenden Autos am Dießember Bruch mustern, als würden sie jemand ganz bestimmten erwarten. „Wann kommt er denn endlich“, fragt der eine, „um Eins, es ist ja erst zehn vor“, entgegnet der andere. Um kurz nach 13 Uhr am gestrigen Mittwoch kommt dann ein Transporter mit Security-Schriftzug in die Einfahrt des McDonald’s-Restaurants gefahren, vorbei am roten Teppich, dem Sektempfang und den wartenden Menschen in Anzügen, vorbei an den Fotografen und dem Glücksrad. Der Wagen verweilt für mehrere Minuten, ehe der, auf den alle gewartet haben, plötzlich da ist. Stefan Effenberg marschiert schnellen Schrittes über den roten Teppich an allen vorbei ins Innere des Fast-Food-Restaurants, wo er für eine zweistündige Autogrammstunde im Rahmen der Partnerschaft zwischen seinem neuen Verein und dem Schnellrestaurant gebucht worden war.

Die ganze Familie Heinrichs ist gekommen. Der kleine Jan hat zu Hause sein eigenes KFC-Zimmer, wo das Effenberg-Autogramm seinen Platz finden soll. Er sagt: „Ich hoffe, der KFC spielt einmal in der 2. Liga.“. Foto: Julian Budjan

Zur Wiedereröffnung der Filiale am Dießemer Bruch hat sich der Franchise-Unternehmer Reiner Froitzheim, der mittlerweile insgesamt 27 Filialen in Nordrhein-Westfalen führt, ein buntes Rahmenprogramm überlegt: Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg austoben, ihr Gesicht bemalen, oder von Maskottchen Ronald besagte Luftballontiere basteln lassen.  Beim Glücksrad gab es Essensgutscheine oder ein signiertes Trikot zu gewinnen, ein DJ sollte mit die gängigsten Pop-Charts für heitere Stimmung beim Essen im neuen Holzambiente sorgen. Die größte Attraktion von allen aber war Effenberg. Und als er da ist, wird alles andere für einen Moment in den Hintergrund gedrängt: Die von der Decke ragenden Holzstämme, die neuen Bestellterminals mit Touchscreen, die noch etwas erklärungsbedürftig sind, die goldenen und silbernen Luftballons und das goldene Lametta, das im Raum umherfliegt. Die Partystimmung stoppt für einen Moment, die ehrfürchtige Erwartung ist greifbar.

Kristof Hammerschmidt (22) ist extra aus Mönchengladbach hergefahren und hat gleich zwei Autogramme ergattert: Eines für den Papa, den Gladbach-Fan und eines für sich, den Bayern-Fan. Fotos: Julian Budjan. Foto: Julian Budjan

In seinen weißen Sneakern, der dunklen Nadelstreifenhose und dem grauem Kapuzenpullover wirkt Effenberg, wie schon bei seiner Präsentation als neuer Manager des KFC Uerdingen, betont leger und unaufgeregt, aber in seiner Art auch seriös und ernsthaft. Mit dem halben Dutzend Reportern und dem Kamerateam, das extra wegen ihm gekommen sind, möchte er an diesem Tag nicht reden, dafür aber zeigt er sich den Fans gegenüber nahbar. Für seine Autogrammstunde wird ad hoc der vordere Essbereich des Restaurants abgesperrt und ein Stehtisch herbeigeschafft und schnell stehen etwa 50 Personen in der Schlange, die gekommen sind, um seine Unterschrift zu kriegen und einen Blick auf ihn zu erhaschen. Schließlich bekommen sie ihn meistens nur im Fernsehen, bei Fußballübertragungen oder Talkrunden zu Gesicht. Erschienen ist dabei keineswegs die Generation 50 Plus, die ihn als Spieler aus Mönchengladbacher Zeiten kennt. Das Publikum ist bunt durchmischt, von jung bis alt ist alles vertreten, teilweise stehen ganze Familien an, viele von ihnen sind Fans des KFC Uerdingen. „Sensationell, was das für eine Schlange ist“, freut sich Froitzheim, „das macht halt der Bekanntheitsgrad, auch die junge Generation kennt ihn“. Effenberg zeigt sich von dem ganzen Rummel um ihn herum unbeeindruckt, er kennt das ja schon. Effenberg unterschreibt auf Karten, die ihn zeigen, wie er 2001 als Spieler des FC Bayern die Champions-League-Trophäe in den Himmel reckt, er steht für Fotos bereit, die oftmals sein Sicherheitsmann schießt und wechselt immer wieder ein paar Worte mit denen, die an der Reihe sind.

Marco Stawinski und Janis Salwen (beide 21) gehen seit dem Drittliga-Aufstieg zum KFC. Sie erhoffen sich, dass „Effe“  Ruhe in den Verein bringt, und „Ponomarev erklärt, was in der Branche so üblich ist“. Foto: Julian Budjan
Thomas Höchsmann (59) und seine Frau sind alteingessessene Gladbach-Fans, gehen aber nun zum KFC Uerdingen. Sie finden, dass Effenberg einen „guten Eindruck“ mache, es könne ja „alles nur besser werden“. Foto: Julian Budjan

Nach rund 45 Minuten ebbt der Strom der Autogrammjäger dann ab, und der Termin ist für Effenberg erledigt. Er schlendert davon,  biegt einmal um die Ecke in Richtung Geschäftsstelle des KFC Uerdingen und ist verschwunden.