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Krefeld: Stadtteilzentrum für Oppum geplant

Auf 8000 Quadratmetern in Krefeld : Stadtteilzentrum für Oppum geplant

Die Kirchengemeinde St. Augustinus und die Caritas Krefeld haben am Mittwoch Pläne für ein gewaltiges Bauprojekt vorgestellt: In Oppum könnte auf rund 8000 Quadratmetern eine neues Stadtteilzentrum entstehen.

Große Pläne für das Zentrum von Oppum: Neben der Schutzengelpfarre soll auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Areal im Dreieck Buddestraße/Hauptstraße/Bahntrasse ein neues Stadtteilzentrum entstehen. Diesen Plan haben die Kirchengemeinde St. Augustinus und die Krefelder Caritas als Projektpartner am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Im Moment, betonen die Akteure, sei das Vorhaben ein „Gedankenmodell“. Das angedachte Zeitfenster bis zum Einreichen des Bauantrags sind vier bis fünf Jahre. Verbunden mit dieser Projektidee ist auch, dass einige ältere Gebäude abgerissen werden müssten. Das betrifft das Pfarrheim, in dem sich der große Saal und das Jugendzentrum Casablanca befinden ebenso, wie das daneben liegende Gebäude mit der Hausnummer 30, in dem die Pfarr-Bücherei und Wohnungen untergebracht sind. Die Gebäude haben großen Erneuerungsbedarf, seien nicht mehr zeitgemäß und hätten, sagt Kirchenvorstand Ralph Hoepfner, „die falsche Kleidergröße“.

Damit spielt er auf den Mitgliederschwund an: St. Augustinus ist in den vergangenen 20 Jahren um 1700 Katholiken von 8600 auf 6900 Mitglieder geschrumpft, die Zahl der Gottesdienst-Besucher habe sich halbiert, sagt Pfarrer Hans Russmann. „Bevor wir viel Geld in Sanierungen von Gebäuden stecken, deren Zuschnitt nicht mehr zu unserer Arbeit passt, wollen wir lieber neu aufbrechen und den sozial-karitativen Schwerpunkt unserer Gemeinde weiterführen“, erklärt Russmann.

Nicht angetastet werden sollen das alte Pfarrhaus, die Schutzengelkirche selbst, die hinter den Gebäuden liegende Grünfläche sowie das Montessori-Kinderhaus. Der alt eingesessene Oppumer Kindergarten soll nach diesen Plänen eine weitere Kita als neuen Nachbarn bekommen: In dem nach aktuellem Planungsstand in Hufeisenform angelegten Neubau, der rund 6000 Quadratmeter Nutzfläche haben würde, ist aber nicht nur Platz für eine Kita, sondern auch für weitere soziale Einrichtungen.

Ralph Hoepfner (Kirchenvorstand), Delk Bagusat (Caritas), Pfarrer Hans Russmann präsentierten die Pläne für den Neubau. Foto: Puvogel

Hier kommt der Projektpartner der Gemeinde, die Caritas, ins Spiel: „Wir möchten in Oppum Wohngruppen für von Demenz Betroffene schaffen“, sagt Caritas-Chef Delk Bagusat. Gedacht sei an 24 Plätze in zwei oder drei ambulanten Wohngemeinschaften. Ambulant bedeutet in diesem Fall, dass die Bewohner in der WG als Mieter dauerhaft leben und in ihrem Alltag Unterstützung und Begleitung bekommen. „Das ist sozusagen die Zwischenstufe zwischen zu Hause wohnen und dem Pflegeheim“, erklärt Bagusat. In Krefeld gibt es bisher nur zwei solcher Einrichtungen mit jeweils neun Plätzen. Ebenso besteht der Wunsch, im Gebäude 16 bis 18 Tagespflegeplätze einzurichten. „Im Hinterkopf haben wir auch Seniorenwohnungen, aber ob das möglich ist, muss baurechtlich noch geklärt werden“, sagt der Caritas-Vertreter.

Das Jugendzentrum Casablanca soll ebenfalls in dem Gebäude unterkommen. Für die Zeit der Bauphase soll eine Zwischenlösung für die Jugendarbeit gefunden werden. Lieb gewonnene Traditionen wie das Oppumer Kleinkunstfestival sollen an neuer Stelle auf dem Gelände weiter geführt werden. Die Bücherei könnte im Kirchengebäude selber unterkommen. Was es in Zukunft nicht mehr geben wird, ist einen großen Saal. Damit wären Veranstaltungen wie Stadtteil-Karnevalssitzungen externer Vereine nicht mehr wie gewohnt an dieser Stelle durchführbar. Dafür sei der jetzige Saal aber im Grunde sowieso schon zu klein gewesen, sagt Hoepfner.

Mit ihrer Projektidee stehen die Akteure noch ganz am Anfang. Die Suche nach Investoren soll nun beginnen. Das Investitionsvolumen würde nach derzeitiger Schätzung 12 bis 15 Millionen Euro betragen.