Krefeld: Stadt will uniformierte Kinder in Moscheen nicht dulden

Verwaltung sind keine Vorfälle bekannt: Uniformierte Kinder in Moscheen will Krefeld nicht dulden

Der Stadtverwaltung sind keine Vorfälle dieser Art bekannt. Sie hat bisher keine Veranlassung gesehen, entsprechende Nachforschungen durchzuführen.

Die Stadt Krefeld vertraut auf ihr gutes Religionsnetzwerk und verzichtet deshalb auf Nachforschungen, ob es in Krefelder Moscheen Auftritte von militärisch gekleideten Kindern gegeben hat. Das teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Zuletzt hatte ein Video aus Mönchengladbach für Furore gesorgt, auf dem Kinder mit Holzgewehren und in Uniformen vor türkischen Fahnen exerzierten. Laut "Tagesschau" soll es bundesweit rund 80 solcher Veranstaltungen gegeben haben. In mindestens zehn Fällen traten uniformierte Kinder auf und trugen Märtyrergedichte vor.

Der Krefelder Stadtverwaltung seien keine Vorfälle dieser Art bekannt, erklärte Stadtsprecherin Irene Ehlers. Die Stadt Krefeld habe bisher keine Veranlassung gesehen, Nachforschungen dieser Art durchzuführen.

Die Stadt Krefeld habe seit mehr als einem Jahr einen intensiven Austausch mit den verschiedenen Religionsgemeinschaften im Rahmen des "Dialogs der Religionen", der durch die Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld begleitet werde. Dieses Netzwerk praktiziere einen sehr offenen Austausch, so dass es mit Sicherheit nicht im Verborgenen geblieben wäre, wenn es derartige Vorfälle gegeben hätte. Auch seien die Vertreter der Religionsgemeinschaften und die Vertreter der Stadt Krefeld einig darin, dass Vorfälle dieser Art in Krefeld nicht geduldet würden. Sollte solch ein Vorfall in Krefeld bekannt werden, ist es im Sinne der Stadt, den Dialog der Religionen in das weitere Vorgehen mit einzubeziehen", betonte die Stadtsprecherin.

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In der Affäre um muslimische Kinder, die in Moscheen in Herford und Mönchengladbach als Soldaten verkleidet auftraten, hat sich der türkische Islamverband Ditib "bestürzt" und "schockiert" geäußert. "Wir finden diese Veranstaltungen, auch wenn diese als Theaterspiel oder Folklore gedacht sind, falsch und distanzieren uns von diesen", erklärte der Ditib-Landesvorstand NRW. Man habe die Gemeinden ermahnt, derartige Aktionen künftig zu unterlassen. Der Islam sei "eine Religion des Friedens".

In dem Video aus einer Moschee in Mönchengladbach waren Kinder im Vorschulalter zu sehen, die als Militärs marschieren und um einen gefallenen Soldaten trauern. Sieben Jungen, in Soldatenuniform, stehend. Daneben sitzen ebenso viele Mädchen auf dem Boden. Während die Jungen eine große türkische Fahne in den Händen halten, rühren drei Mädchen mit Holzlöffeln in großen Behältern. Im Hintergrund war ein Mann in schwarzem Anzug und Schnurrbart zu sehen: Es handelt sich laut BuzzFeed News Deutschland um Mülayim Bayindi, den Imam der Gemeinde.

(sti)
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