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Krefeld: Sport- und Schulausschuss diskutierten über Bäder und Eishallen

Politik in Krefeld : Streit um Zukunft der Krefelder Bäder und Eishallen

In der kombinierten Sitzung des Schul- und Sportausschusses sorgten die Themen der Bäder in Bockum und Hüls für viel Kontroverse. Konkrete Pläne wurden nicht beschlossen, sondern nur Prüfaufträge erteilt.

Die Zukunft der Krefelder Sportanlagen ist zu einer ungewöhnlichen Zeit, am Freitagabend, im kombinierten Sport- und Schulausschuss besprochen worden. Dabei offenbarten sich tiefere Zerwürfnisse zwischen den Parteien. Konkrete Pläne wurden allerdings nicht beschlossen, sondern nur Prüfaufträge erteilt.

Bezüglich der Freianlagen der Bezirkssportanlagen betonte Klaus Kokol (SPD), dass die präsentierten Ergebnisse nicht das Ende der Fahnensteige seien und noch viel Arbeit auf die Sportstättenkommission zu käme. Auch Michael Zecha (CDU) äußerte sich zustimmend, mahnte aber, die Kosten müssten im Auge behalten werden. Stefanie Neukirchner (CDU) hob für den Schulausschuss die Wichtigkeit der Anlage Sprödental hervor. „Es ist die einzige Bezirkssportanlage in Mitte und für die Schulen von herausragender Bedeutung“, sagte sie. Unter dem Strich wurde das bereits mehrfach vorgestellte Konzept der Verschlankung der Zahl der Bezirkssportanlagen und Bündelung der Kräfte auf die als besonders wichtig identifizierten Anlagen einstimmig angenommen.

Die Sporthallen sorgten für erste Kontroversen. Während die Verantwortlichen der Verwaltung betonten, dass mit der bestehenden Struktur in weiten Teilen der Stadt die kommunale Pflichtaufgabe des Schulsports nicht adäquat sichergestellt werden könne, zeigte sich vor allem die CDU nicht überzeugt. „Wir haben in Krefeld 81 Sporthallen. Das ist ein Pfund“, sagte Zecha. Außerdem kritisierte er den starken Fokus auf die Schule und sah die Vereine im Nachteil. Schön hielt dem entgegen, dass es sich beim Schulsport um eine gesetzliche Pflicht der Kommune handle. Dies gelte für den Vereinssport nicht. In Uerdingen hätten im vergangenen Jahr trotz der Unterstützung durch den Verein Bayer 150 Sportstunden nicht gegeben werden können. Ina Spanier-Oppermann (SPD) lobte die Pläne. „Es ist ein Weg zur Bildungsgerechtigkeit. Wenn die Hallen richtig verteilt werden, können wir diese erstmal wirklich erreichen“, sagte sie. Beide Ausschüsse stimmten einstimmig für das Konzept.

Extrem kontrovers wurde es bei den Schwimm- und Eishallen. Nach dem Konzept der Verwaltung ist das Bad in Bockum nicht sanierungsfähig. Zwei Varianten des Neubaus wurden vorgestellt: Eine auf dem Gelände des heutigen Badezentrums für 45,7 Millionen Euro, eine als kombinierte Schwimm- und Eishalle an der Westparkstraße. Hier könnten Synergieeffekte genutzt werden, so dass bei den Energiekosten rund 200.000 Euro pro Jahr gespart werden könnten. Besonders die CDU wetterte dagegen. „Das Bad in Bockum soll tot geredet werden“, warf Zecha den Verantwortlichen vor. Der Gutachter habe von einer Sanierung lediglich abgeraten, sagte er. Dem hielt Schön entgegen, dass eine Sanierung innerhalb des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wirtschaftlich nicht denkbar sei. Moderne Anlagen, die benötigt würden, um zeitgemäße Wasserzeiten anbieten zu können, seien nicht realistisch einbaubar.

Noch hitziger wurde es beim Thema Hülser Bad. Zum wiederholten Male kritisierte Timo Kühn (CDU), dass das Bad nun ins Bäderkonzept aufgenommen wurde. „Wir hatten schon vor über einem Jahr einen Ratsbeschluss zur Sanierung“, schimpfte er. Dieser solle auch umgesetzt werden, doch man mache sich weniger angreifbar, wenn ein gesamtstädtisches Konzept den Bedarf feststelle, was nun auch geschehen sei, hielt Schön einmal mehr dagegen. Am Ende stimmte die CDU in allen Punkten gegen das Konzept, das aber mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linke dennoch angenommen wurde. Damit schreitet die Sanierung der Krefelder Sportanlagen voran, doch die breite politische Rückendeckung, die für ein schnelles Handeln wichtig wäre, ist nur teilweise vorhanden.