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Krefeld: SPD geht mit Rückenwind in die Wahl

Kommunalwahl 2020 in Krefeld : SPD geht mit Rückenwind in die Wahl

Alle 81 anwesenden Delegierten sprachen Oberbürgermeister Frank Meyer als Kandidat für die Kommunalwahl im September ihr Vertrauen aus – ein Ergebnis, wie es in der Geschichte der Krefelder SPD noch nicht vorgekommen ist.

Die SPD hat am Freitagabend den amtierenden Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer mit einem Rekordergebnis erneut als ihren Kandidaten für das Amt an der Spitze von Rat und Verwaltung bestätigt. Alle 81 anwesenden Delegierten sprachen dem Amtsinhaber ihr Vertrauen aus – ein Ergebnis, wie es in der Geschichte der Krefelder SPD seinesgleichen sucht. „Dass ich dass noch erleben darf. In meinen 60 Jahren in der Krefelder SPD ist das noch nicht vorgekommen“, gratulierte ein älteres Parteimitglied dem Kandidaten nach Ende der Veranstaltung.

Vorangegangen war ein regelrechter Triumphmarsch Meyers, der mit einer langen und frei gehaltenen Rede die Delegierten begeisterte und an mehreren Stellen zu spontanem lang anhaltenden Applaus veranlasste. Nach dem Ende seiner fast einstündigen Ansprache wurde der 45-Jährige mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert. Diese wiederholten sich nach Verkündigung des Ergebnisses. Die SPD steht geeint hinter ihrem Kandidaten und geht geschlossen in die Kommunalwahl am 13. September. Das ist die Botschaft, die von der Versammlung in der Shedhalle an der alten Samtweberei ausgehen soll.

In seiner Ansprache hatte Meyer zuvor nicht nur eine Reihe von „Erfolgen“ seiner Amtszeit aufgezählt, er hatte auch immer wieder mit scharfen Angriffen den politischen Gegner, die CDU, attackiert. „Für mich ist die CDU gar nicht unbedingt der größte Konkurrent im Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters. Ich nehme hier auch die Grünen und Thorsten Hansen sehr ernst. Aber ich habe mich auf die Themen fokussiert, die für mich wichtig sind. Und in diesen sind nun einmal die Unterschiede mit der CDU groß, während es mit den Grünen oft Übereinstimmung gibt“, sagte Meyer unmittelbar nach der Veranstaltung.

Die Rede, die im Internet abrufbar ist, auch wenn die Liveübertragung zunächst nicht gelang und Meyer seine Ansprache zweimal beginnen musste, da die Technik noch nicht bereit war, zeigte einen angriffslustigen Oberbürgermeister, der seinen ersten verbalen Angriff auf die Christdemokraten beim Thema „Bordell an der Mevissenstraße“ formulierte. „Jeder in der Verwaltung und viele in der Politik wussten seit Jahren und Jahrzehnten, dass dieses Etablissement ohne die notwendigen Genehmigungen besteht. Wir haben es angepackt. Die CDU hat sich beim Beschluss zur Schließung im Rat enthalten. Ist das Law and Order?“, fragte er und legte nach: Am Ende der CDU-Regierung hätten zwölf Mitarbeiter des Ordnungsamts für Sicherheit gesorgt hätten. Heute seien es 31, sagte er und fragte rhetorisch, wer denn eigentlich für „Law and Order“ stehe, wofür er einmal mehr mit großem Applaus bedacht wurde.

Ähnliche Angriffe ritt er beim Kita-Ausbau („Alle wollen Kitas, aber sobald wir etwas bauen wollen, bildet sich sofort eine Bürgerinitiative und wenn drei Leute beisammen sind, ist auch mindestens einer von der CDU dabei“), oder beim Namenszusatz „Seidenstadt am Rhein. „Da steht allen Ernstes einer im Rat auf und behauptet, Krefeld liege nicht am Rhein. Da bist Du erst einmal ausgezählt, auch wenn der Atlas etwas anderes sagt“, so Meyer und legte mit Verweis auf die Differenzierung zwischen Krefeld und Uerdingen nach: „Einen Streit des Jahres 1929 im Jahr 2020 zu führen, das spricht nicht gerade für die Gabe, Zukunft zu gestalten.“

Ob die Krefelder Bürger seine Leistungen am 13. September ähnlich bewerten, wie der Amtsinhaber selbst und die Mitglieder seiner Partei, bleibt abzuwarten. Auf der Nominierungsveranstaltung jedenfalls war nicht der geringste Zweifel spürbar. Die Krefelder SPD feierte Meyer und wird mit ihm gemeinsam in den Wahlkampf gehen. „‚Krefeld geht besser gemeinsam‘ ist nicht aus unserer Sloganmaschine gefallen, sondern unser tiefes Verständnis, wie Politik in einer Stadt funktioniert, in der es auf die Menschen ankommt“, bekräftigte Meyer.