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Krefeld spart im Winter Energie an Schulen: 20 Grad im Klassenzimmer​

Krefelder Verwaltung spricht von „Herausforderung“ : Im Winter – 20 Grad im Klassenzimmer

Wie in den städtischen Amtsstuben soll auch in Krefelder Schulen die Temperatur in der kalten Jahreszeit abgesenkt werden. Masken- und Impfempfehlungen bleiben bestehen. Den Mund-Nasen-Schutz müssen Schüler selbst besorgen.

Wenn am Mittwoch die rund 33.800 Krefelder Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien wieder in den Unterricht zurückkehren, dann ist es nicht nur für sie ein besonderer und herausfordernder Tag, sondern auch für die Verantwortlichen bei Stadt und Land. „Es gab selten ein Schuljahr mit derart vielen Herausforderungen“, sagt der als Schuldezernent verantwortliche Stadtdirektor Markus Schön. Von Energieeinsparungen über Corona, Fachkräftemangel und die Integration geflüchteter Menschen bis hin zur Digitalisierung: Die Themen sind vielfältig.

Energie Aufgrund der Unsicherheiten auf dem Energiesektor bezüglich Gaslieferungen aus Russland soll auch die öffentliche Hand ihren Beitrag leisten. Wie in Amtsstuben soll daher auch in Schulen die Temperatur im Winter abgesenkt werden. Zielwert sind künftig 20 Grad – wenn das möglich ist. In vielen älteren Schulgebäuden ist eine Regelung schwer oder gar nicht möglich. „Wir haben in den neueren Gebäuden moderne Anlagen und setzen auf regenerative Energien. Aber in den alten Schulgebäuden ist die Herausforderung teilweise groß. Es ist nicht damit getan, im Baumarkt schnell einen Thermostat zu kaufen“, erklärt Angelika Naebers vom Zentralen Gebäudemanagement (ZGM). „Generell ist das jetzt erst einmal der politische Beschluss. Der steht. Die Umsetzung muss nun Zug um Zug erfolgen“, sagt Schön.

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 Ganztag Ab 2026 gibt es in Schulen wie Kindertagesstätten einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Die Stadt sei hier auf einem guten Weg, betont Schön, aber es sei noch viel zu tun. „Wir liegen aktuell bei einer Quote von 55 Prozent und haben die Zahl der Ganztagsplätze in den vergangenen Jahren um etwa die Hälfte gesteigert. Damit sind wir deutlich über dem Landesschnitt, der sich bei gut 30 Prozent bewegt. Bis 2026 müssen wir aber schätzungsweise auf 90 Prozent kommen“, erklärt der Dezernent. Ein Problem: Die Finanzierung ist unklar. „Wir haben derzeit viele Fördermittel in Anspruch genommen. Wie es aber weiter geht, wer für die Kosten aufkommt, das ist unklar“, sagt Schön. Noch schwieriger sei die Haftung. Was passiert, wenn die Kommune baulich alles vorbereitet hat, das Land als Arbeitgeber der Lehrkräfte aber nicht genug Personal findet, sei nicht geklärt. „Tatsächlich sind erst einmal die Kommunen laut Gesetz verantwortlich. Wie aber im Klagefall die Haftung aussieht, wenn ein Ganztag aus Personalmangel von Beschäftigten des Landes nicht angeboten werden kann, das ist nicht klar“, sagt Schön.

 Fachkräfte Das Thema „Fachkräfte“ sei auch im normalen Unterricht kritisch, erklärt Marita Koblenz-Lüschow vom Schulamt. „Aktuell haben wir genug Lehrkräfte, um den regulären Unterricht anzubieten. Das kann sich aber durch Schwangerschaften, Krankheit und besonders Covid schnell ändern“, ergänzt die Fachfrau. Das Problem: Schwangere Lehrerinnen müssen, wenn ein Covid-Fall an der Schule auftritt, sofort vom Unterricht befreit werden. „Das dann auszugleichen ist herausfordernd“, betont Koblenz-Lüchow.

 Corona Überhaupt sei die Corona-Situation weiter ein heißes Thema. „Wir haben gesehen – und dazu gibt es sogar ein Verfassungsgerichtsurteil – dass der Präsenzunterricht didaktisch wie sozial extrem wichtig ist. Darum wollen wir Schulen und Kitas so lange wie möglich offen halten. Es kann nicht sein, dass wieder die Kinder leiden“, erklärt Stadtdirektor Schön. Die Luftreiniger in den Krefelder Schulen sollen darum weiterlaufen. Auch Masken- und Impfempfehlungen bleiben bestehen, gelüftet werden soll zusätzlich. „Corona ist nicht vorbei. Hohe Impfquoten helfen sehr, aber wir müssen weiter wachsam sein“, ergänzt Schön.

Masken Für die Angestellten werden weiter Masken gestellt. „Schüler und Schülerinnen aber müssen diese selbst besorgen“, erläutert Jürgen Maas, Leiter des Fachbereichs Schule. Schnelltests werden vom Land bereitgestellt und den Schülern mitgegeben. „Hier funktioniert die Kooperation gut“, lobt Markus Schön.

 Digitalisierung Alle Krefelder Schulen wurden bereits an das Glasfasernetz angeschlossen oder der Anschluss ist in der konkreten Planung, wie Schön betont. „Jetzt geht es an den Innenausbau. Der ist an manchen Standorten schwieriger. Eine W-Lan-Ausleuchtung hat überall stattgefunden, um zu ermitteln, wo Accesspoints gebraucht werden. Außerdem haben wir gut 11.000 Endgeräte für Lehrkräfte und Schüler bereitgestellt. Diese werden nach fünf Jahren ersetzt. Die Finanzierung dafür muss aber mit dem Land noch geklärt werden“, sagt Schulamtsleiter Maas. Und ergänzt: Die Herausforderungen in diesem Bereich seien hoch.