1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Sieben Patienten an mutierter Variante des Corona-Virus erkrankt

Sieben-Tages-Inzidenz für Krefeld steigt auf 62 : Sieben Krefelder an einer mutierten Variante des Corona-Virus erkrankt

Ab März ist das Krefelder Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz an sieben Tagen in der Woche jeweils zwölf Stunden geöffnet. Vakzine von Biontech, Moderna und Astrazeneca werden dann verimpft.

Nach einem dreiviertel Jahr Warten begannen Ende 2020 die Impfungen gegen Covid-19. Jetzt machen sich neue Sorgen breit: Das Coronavirus verändert sich. Es mutiert und entwickelt neue Varianten. „Wir haben bei sieben Krefeldern eine mutierte Variante des Virus festgestellt“, erklärt Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Dienstagvormittag war den der Corona-Krisenstab in der Seidenstadt zusammengekommen, dort legte die Beigeordnete zum ersten Mal diese Zahlen vor. In allen Fällen habe es sich um die britische Variante gehandelt.

Derzeit werden drei Varianten – aus Großbritannien Südafrika und Brasilien – mit hohen Ansteckungszahlen in Verbindung gebracht. Entsprechende Tests lässt das Gesundheitsamt am Helios-Klinikum sowie in weiteren Labors durchführen. Lauxen: „Aktuelle Zahlen und Ergebnisse werden zusammengefasst und wöchentlich veröffentlicht.“ Die Dezernentin versichert, dass für die jüngsten Ausbrüche in einem Senioren- und einem Behindertenheim keine Mutanten verantwortlich seien.

14 neue Infektionen mit dem Corona-Virus meldet die Stadtverwaltung für Dienstag, 23. Februar (Stand: 0 Uhr). Das bedeutet, dass bis dato 7.117 Krefelder positiv auf Covid-19 getestet wurden. 177 von ihnen sind aktuell infiziert, etwas weniger als am Vortag (184). 6.812 Menschen gelten als genesen. Die Behörde vermeldet auch einen weiteren Corona-Todesfall in der Seidenstadt, der 128. in Verbindung mit der Pandemie. „Es handelt sich um einen Heimbewohner im Alter von Ende 80, der im Krankenhaus verstorben ist“, so ein Stadtsprecher.

Die vom Robert-Koch-Institut berechnete Sieben-Tages-Inzidenz für Krefeld steigt von 57 auf 62 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell werden 19 Krefelder mit Corona-Symptomen in den hiesigen Kliniken behandelt, sechs von ihnen werden auf einer Intensivstation künstlich beatmet. Bislang wurden 42.110 Erstabstriche gezählt, 166 Proben sind in den Laboren noch offen. 23.750 Mal haben sich Krefelder als Erkrankte oder Verdachtsfälle in Quarantäne begeben.

Ab dem 1. März ist das Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz an sieben Tagen in der Woche jeweils zwölf Stunden geöffnet. „Dann werden dort die drei Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca verimpft“, so Lauxen. Schon jetzt sollen bei allen Mitarbeitern in Pflegeeinrichtungen verstärkt Corona-Schnelltests durchgeführt werden. Hierfür stellt unter anderem die Bundeswehr 20 Soldaten zur Verfügung. „Diese sollen am Mittwoch in Krefeld eintreffen und eingearbeitet werden“, ergänzt die Beigeordnete.

Der teilweise Neustart in den Kindertagesstätten und Grundschulen ist laut Stadtdirektor Markus Schön geglückt. In den Kitas liege die Auslastung derzeit bei etwa 70 Prozent, in den Schule gelinge die aufwändige Organisation des Wechselunterrichts bislang sehr gut. „In diesem Bereich würde uns die Möglichkeit von Selbsttestungen sehr helfen. Die Lehrer und Erzieher empfinden es derzeit als gewisses Risiko, jeden Tag so viele Kontakte zu haben“, betont Schön und sprach „der gesamten Krefelder Kita- und Schulfamilie“ seinen Dank aus. 

In der Kindertageseinrichtung Lutherische-Kirch-Straße ist ein Fall von Covid-19 aufgetreten. Insgesamt 15 Kontaktpersonen müssen sich in eine häusliche Quarantäne begeben. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat am vergangenen Montag zwei Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung erlassen. An der Haltestelle Hansa-Zentrum wurde eine Frau rauchend ohne Mund-Nase-Bedeckung angetroffen. Sie muss nun 150 Euro Geldbuße zahlen. In einem Imbiss in der Innenstadt trug die Betreiberin keine Maske, es gab auch keine Plexiglasscheiben zum Schutz der Kunden. Die Frau wurde mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt.