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Krefeld: Seifenfabrik Dreiring stellt den Geschäftsbetrieb ab sofort ein

Die Maschinen in Krefeld werden abgebaut und verwertet : Seifenfabrik Dreiring stellt den Geschäftsbetrieb ab sofort ein

Für den Krefelder Standort wurde kein Investor gefunden. Am Dienstag lief das letzte Stück Seife vom Band. Für die rund 100 Beschäftigten war das ein sehr emotionaler Moment“, sagte Insolvenzverwalter Danko.

Die Chance war minimal, jetzt steht es fest: Die insolvente Seifenfabrik Dreiring-Werk GmbH & Co. KG stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Das Unternehmen gehörte zur Kappus-Gruppe, die im Mai aus der Insolvenz heraus an einen Investor übertragen worden war (wir berichteten). Für den Krefelder Standort konnte kein Investor gefunden werden. Dort lief gestern das letzte Stück Seife vom Band. Für Krefeld bedeutet das, dass 98 Mitarbeiter ihre Stelle verlieren.

„Auch wenn dieser Tag seit Februar feststeht: Für die rund 100 Beschäftigten war das ein sehr emotionaler Moment“, sagte Insolvenzverwalter Danko. Er hob das hohe Engagement der Mitarbeiter in den vergangenen Monaten hervor. „Obwohl alle wussten, dass wir Ende September stilllegen müssen, hat die Belegschaft bis zum Schluss vorbildlichen Einsatz und ein hohes Maß an Loyalität gezeigt. Das ist nicht selbstverständlich und eine Leistung, auf die sie stolz sein kann.“

Danko hob hervor, dass das Unternehmen alle seine Verpflichtungen aus der Ausproduktionsvereinbarung mit den Kunden erfüllt oder übererfüllt hat und damit den vollen Zeitraum der Vereinbarung ausschöpfen konnte. „Dass wir das geschafft haben – noch dazu unter Corona-Bedingungen – zeigt deutlich, wie sehr und mit welcher Disziplin sich die Mannschaft ins Zeug gelegt hat“, so der Insolvenzverwalter.

Parallel dazu hatte das Unternehmen die Mitarbeiter bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützt. Dazu gehörte die Aufbereitung von Bewerbungsunterlagen oder die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Nach der Stilllegung der Produktion wird nun die gemietete Immobilie für die Übergabe vorbereitet. Diese soll zum Jahresende erfolgen. Bis dahin werden auch die Maschinen abgebaut und verwertet.

Die Gesellschaften der Kappus-Gruppe hatten Ende September 2018 Insolvenzantrag gestellt, nachdem sie durch stark gestiegene Rohstoffpreise und hohen Preisdruck in finanzielle Bedrängnis geraten waren. Mit einem Jahresumsatz von rund 80 Mio. Euro und einer Produktion von mehr als 70.000 Tonnen Seife gehörte Kappus zu den größten Seifenherstellern in Westeuropa. Die Gruppe belieferte Industrie- und Großkunden im Einzelhandel und Kosmetik mit Fest- und Flüssigseifen, die dann unter deren Markennamen in den Handel kommen.

(vo)