Krefeld: Schulterschluss mit Bürgervereinen für mehr Sicherheit

Neuer Sicherheitsansatz : Bürger sollen mithelfen, die Stadtteile sicherer zu machen

Die Stadt möchte künftig verstärkt mit den Bürgervereinen zusammenarbeiten, um den vielschichtigen Problemen in den Bezirken Herr zu werden.

Manfred Grünwald kann es gar nicht schnell genug gehen. Für den Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine hat das Lebensgefühl in Krefeld in den vergangen Jahren stetig abgenommen, das erlebe er bei seiner täglichen Arbeit im Bezirk Krefeld-Ost. Umso mehr begrüßt er es, dass die Verwaltung der Stadt im Rahmen des Sicherheitskonzeptes „Handeln und Helfen“ nun die Initiative übernommen hat, möglichst viele Akteure aus den Stadtbezirken zusammenzubringen. Sie sucht den Schulterschluss mit den Bürgervereinen. Engagierte Krefelder sollen bei dem Vorhaben helfen, auf den Straßen wieder mehr Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.

„Eine sichere und saubere Stadt geht uns alle etwas an, wir brauchen die Beteiligung der Bürger“, sagt Frank Kollenbroich, der Sicherheitsbeauftragte Krefelds. Die Stadt habe gemerkt, dass sie an ihre Grenzen stoße, denn die oftmals strukturellen Missstände unterschieden sich je nach Stadtbezirk. Die vielschichtigen Ursachen könnten nur nachhaltig bekämpft werden, wenn sich mehr im Detail mit den einzelnen Problemen beschäftigt werde. Dazu brauche es die Einschätzung der „Experten aus den Bezirken“, wie Christian Horn, der Sachgebietsleiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), die Mitglieder der Bürgervereine bezeichnet, schließlich wüssten sie am besten, was in ihrem Umfeld vor sich gehe.

Geplant ist es, in jedem Stadtbezirk Bündnisse als Abbild der Stadtgesellschaft zu etablieren, so Kollenbroich. Diese sollen sich mindestens einmal im Jahr treffen, Probleme identifizieren, Lösungen erarbeiten und an die Bürger zurückmelden. Je nach Bezirk und Problemstellung können sie sich ganz unterschiedlich zusammensetzen: Aus der Verwaltung der Stadt würden nicht nur Vertreter aus den Fachbereichen Ordnung und Sicherheit involviert, sondern je nach Bedarf auch Soziales, Bau oder Sport. Und neben Vertretern der Bürgervereine, könnten auch solche von Kirchen, Schulen und Sportvereinen mit am Tisch sitzen. Horn nennt das einen „sozial und ordnungsbehördlichen Gesamtansatz, der kleinteilig umgesetzt wird.“

Man wolle mit den Menschen ins Gespräch kommen. Dabei soll auch das subjektive Sicherheitsempfinden des Einzelnen und alle Bezirke gleichermaßen berücksichtigt werden, Ziel sei es schließlich, dass sich die Menschen in ihren Bezirken wieder wohlfühlen und mit ihnen identifizieren. Dazu brauche es aber ein lokale Gemeinschaft und Zivilcourage: Und dem voraus gehe, die Bürger besser für ihr Quartier zu sensibilisieren, sagt Kollenbroich.

Zu identifizieren, wo hierfür der größte Bedarf herrscht, ist auch die Aufgabe von Dennis Stradmann, dem Sachbearbeiter Prävention. Er ist einer der elf neuen Kräfte, die beim KOD durch Handeln und Helfen hinzukamen. Sozialarbeiter seien ebenfalls Teil des Konzeptes, das fälschlicherweise häufig auf die mobile Wache am Theaterplatz reduziert werde, erklärt Horn.

Bei der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises im Frühjahr möchte Grünwald die einzelnen Bürgervereine dann zum Mitmachen bewegen.