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Krefeld: Sanierung der historischen Drehbrücke abgeschlossen

Im Krefelder Hafen : Sanierung der historischen Drehbrücke abgeschlossen

Zum Zeitpunkt ihrer Einweihung am 6. Juli 1906 war die Hafendrehbrücke eine der modernsten ihrer Art in Deutschland. Rund eine Million Euro investierte der Rheinhafen Krefeld in die beiden Sanierungsabschnitte.

Lautlos hebt sich Zentimeter für Zentimeter die gut 650 tonnenschwere Konstruktion. Dann setzt sich die Drehbrücke im Rheinhafen Krefeld mit einem leisen Surren in Bewegung. Es braucht nur wenige Sekunden, dann klafft zwischen dem Brückenpfeiler und der Fahrbahn eine meterbreite Lücke. Der Rhein führt an diesem trüben Januartag etwas Hochwasser. Ohne Problem kann nun ein Binnenschiff die Einfahrt in den Hafen passieren. Seit ihrer Inbetriebnahme 1906 versieht die Drehbrücke so ihren reibungslosen Dienst als wichtiges Bindeglied vom und in den Hafen. Jetzt wurde ein großer Sanierungsabschnitt an dem technischen Denkmal beendet.

„Die Arbeiten bildeten den Abschluss eines umfangreichen Sanierungsplans, mit dem der Rheinhafen Krefeld in den vergangenen Jahren das Denkmal fit für die Zukunft gemacht hat“, sagt Elisabeth Lehnen, Geschäftsführerin des Rheinhafen Krefeld. Die Motoren hatten die Hafen-Elektriker bereits 2014 überholt – erstmalig nach über 100 Jahren im Einsatz. Es folgte 2019 die Installation einer neuen Schrankenanlage. Im Jahr 2020 wurden der Fahrbahnuntergrund und die Asphaltdecke auf der Brücke erneuert. Die Maßnahmen an der Stahlkonstruktion einschließlich des Korrosionsschutzes sowie die Erneuerung der Gehwege 2021 bildeten den letzten und umfangreichsten Schritt der Sanierung. Rund eine Million Euro investierte der Rheinhafen in diese beiden Sanierungsabschnitte, knapp die Hälfte wurde durch die Denkmalschutz-Sonderprogramme V und VI des Bundes bezuschusst. Auch die Straßen-Anschlussstücke erhielten einen neuen Asphaltbelag. Nun rollt der Verkehr wieder über die historische Drehbrücke im Hafen.

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„Alle Maßnahmen wurden eng mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Krefeld und dem Landschaftsverband Rheinland, Amt für Denkmalpflege im Rheinland, abgestimmt und durch das beauftragte Ingenieurbüro und die Fachfirmen professionell durchgeführt“, betont Lehnen. Auch Eva-Maria Eifert von der Unteren Denkmalbehörde freut sich über den Abschluss der Arbeiten am technischen Denkmal. „Zum Zeitpunkt ihrer Einweihung am 6. Juli 1906 war die Hafendrehbrücke eine der modernsten ihrer Art in Deutschland. Sie war entsprechend dem Zeitgeschmack und der Technikbegeisterung repräsentativ gestaltet“, sagt Eifert. Bis heute ist die Brücke inklusive ihrer Antriebstechnik so in funktionstüchtigem Originalzustand: Im Widerlager im Mittelpfeiler verbirgt sich die gesamte Technik. Nach dem Anheben um elf Zentimeter erfolgt die Drehung der Brückenarme um 90 Grad in Fahrtrichtung der Schiffe. Diese Arbeit wird von einem Elektromotor über einen Zahnkranz von zehn Meter Durchmesser bewerkstelligt. Rund 150-mal im Jahr dreht sich die Brücke für den Schiffsverkehr. So leichtgängig sie Platz macht, kehrt sie auch auf ihre Position zurück. Mit einem „Klack“ rastet die Brücke wieder ein und senkt sich auf das Fahrbahnniveau. Die Schranken öffnen sich – heute wie vor über 100 Jahren.

(RP)