Krefeld sagt Kinderunfällen den Kampf an

Tag der Verkehrssicherheit : 96 verletzte Kinder im Krefelder Straßenverkehr

Stadt, Polizei, ADFC und Verkehrswacht wollen am Samstag im und am Schwanenmarkt auf Gefahren und Risiken hinweisen.

Unfälle sind bei Kindern die Todesursache Nr. 1. Die größten Gefahren lauern im Haushalt, doch direkt auf Platz zwei folgt der Straßenverkehr. „2016 gab es in Krefeld 96 Verkehrsunfälle, an denen Kinder direkt oder indirekt beteiligt waren“, sagt Sonja Pommeranz, Abteilungsleiterin im städtischen Fachbereich Jugendhilfe. Deshalb haben Stadt, Polizei, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) und Verkehrswacht den Kinderunfällen im Verkehr den Kampf angesagt. „Wir wollen am kommenden Samstag, 23. Juni, - dem ,Tag der Verkehrssicherheit’ - von 11 bis 16 Uhr im und am Schwanenmarkt Eltern und Kinder ansprechen und auf Gefahren und Risiken hinweisen“, sagt Michael Hülsmann, Geschäftsführer der Initiative „Krefelder Fairkehr“. Damit auch die Optik rund um die Veranstaltung stimmt, lässt sich Maskottchen Freddy Fair mit den Kleinen fotografieren, zusätzlich gibt er Tipps und Ratschläge. Schließlich werden rund um den Schwanenmarkt auch wieder haufenweise Melonen zerplatzen. Die Früchte - mal in Helme geschnallt, mal nicht - werden einem Crashtest unterzogen. Alles, um Kindern zu beweisen: So würde ein Helm im Ernstfall auch euren Kopf schützen.

Für die Krefelder Polizei betrifft die Verkehrserziehung nicht nur die Kinder. „Wir hoffen, dass wir mit solchen Aktionen wie am Samstag auch an die Eltern herankommen“, sagt Experte Gottfried Wolter. „Sie sind die eigentlich Verantwortlichen. Sie müssen sich mit der Sicherheit ihrer Kinder auseinandersetzen.“ Das beginnt beim Elterntaxi, das den Nachwuchs zur Schule bringt. Was viele jedoch nicht wissen: Elterntaxis sorgen regelmäßig für gefährliche Verkehrssituationen vor Schulen und gefährden damit die Kinder. Grund sind unter anderem abrupte Anhalte- und Wendemanöver sowie verbotswidriges Halten bei gleichzeitiger Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer. Zudem sind es nicht selten die Eltern, die vor Schulen zu schnell fahren. „Eltern sollten stattdessen mit dem Kind frühzeitig üben, den eigenen Weg zur Schule mit Bus oder zu Fuß zurückzulegen“, rät Wolter. „Das fördert nicht nur die Selbstständigkeit des Kindes, es trainiert darüber hinaus auch wichtige Verhaltensweisen für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr.“ Neben Gewinnspielen, einem Fahrradparcours und vielen Tipps rund ums Licht, dürfen die Erwachsenen bei der Aktion „Augenhöhe 110“ erleben, wie die Verkehrswelt aus Sicht eines Kindes aussieht. Übrigens: Für die Kids zwischen fünf und 15 gibt es am Samstag eine Laufkarte, mit der man an einer Verlosung teilnehmen kann. Als Gewinne winken tolle Preise, die unter anderem die Krefelder Fahrradhändler zur Verfügung gestellt haben.

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