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Krefeld rüstet sich für das angekündigte Orkantief "Sabine"

Sturmtief über Krefeld : Warten auf Sabine – gerüstet für Ernstfälle

Die Feuerwehr hat sich gut auf das angekündigte Sturmtief vorbereitet: 150 Einsatzkräfte und zusätzliche Plätze, um Notrufe anzunehmen. Schulen, Kitas und die Friedhöfe sind heute geschlossen. Viele Veranstaltungen fallen aus.

Sonntag um 11 war die Lage in der Leitstelle der Feuerwehr konzentriert, aber noch entspannt. Seit Freitag Abend liefen die Vorbereitungen für das Orkantief „Sabine“. Einsatzleiter Marcel Goldbach hatte die Helfer der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Hilfsdienste Malteser, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz und THW „vorgeimpft“. Rund 150 Helfer waren in Bereitschaft. „Sabine“ nahm niemand auf die leichte Schulter. „Wir erwarten, dass die Spitze Krefeld nach 22 Uhr erreicht. Mit Einsätzen rechnen wir vor allem gegen Mitternacht. Es wird dann am Montag früh noch einen Peak geben, wenn die Leute zur Arbeit gehen und Schäden entdecken, Bäume die umgestürzt sind“, sagt Goldbach. Es sind außerdem zusätzliche Plätze eingerichtet worden, an denen Helfer die eingehenden Notrufe annehmen konnten. „Wir sind in voller Einsatzbereitschaft“, berichtete Goldbach. Deshalb hieß es am Sonntag tagsüber vor allem: Kraftreserven schonen. „Wir müssen genau festlegen, wer wann im Einsatz ist.“ Dabei hat das Leitstellenteam alle Wetterprognosen stets im Blick.

Windgeschwindigkeiten von 110 Stundenkilometer  sagte der Wetterdienst für die Region voraus sowie Starkregen, bei dem bis 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden fallen könnte.

Im Notfall muss alles schnell gehen und jeder Griff sitzen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Gegen 16 Uhr hatte der Wind in Krefeld ordentlich angezogen. Am Stadtmarkt hatte sich eine Plane gelöst und peitschte gegen die Wand. An der Obergath /Ecke Mühlenfeld waren Absperrbaken umgefallen. Alles Bagatellen für die Helfer. Einen ihrer ersten Einsätze hatten sie an der Hochschule Niederrhein. Dort war Dämmmaterial vom Dach geflogen. Die Einsatzkräfte sicherten es mit starken Drahtseilen. 18 Einsätze gab es bis Einbruch der Dunkelheit – leichte Fälle. Für etwa 21 Uhr hatten die Wetterexperten ein Regenband angekündigt. Auf zahlreiche Notrufe hatte sich die Feuerwehr eingestellt – auch schon ab 19 Uhr.

Schon im Voraus hat das Sturmtief in Krefeld vieles über den Haufen geworfen: Das Theater hat die Opernaufführung von „Rigoletto“, die für den Sonntagabend angesetzt war, gestrichen. „Die Theaterleitung prüft zurzeit, ob es einen Ersatztermin geben wird; die nächste und letzte Vorstellung am 28. Februar ist fast ausverkauft“, teilte eine Sprecherin des Theaters mit. Auch das Jazzklub-Konzert „Five Birds & Strings“ im Jüdischen Kulturzentrum wurde abgesagt. Um 13 Uhr hat der Zoo seine Tore geschlossen.

Vor dem Sturm: Sonntags-Morgenrot über dem Südwall. Foto: Petra Diederichs

Und auch für den Montag hat das Folgen. Die Stadtverwaltung hat entschieden, dass am 10. Februar  „die gefahrlose Erreichbarkeit von Schulen und ein sicherer Unterrichtsbetrieb nicht garantiert werden kann“. Deshalb werde an diesem Tag an allen Schulen in städtischer Trägerschaft kein Unterricht stattfinden. Für Kinder, die dennoch die Schulen erreichen sollten, wird in den Schulen ein Notdienst eingerichtet.  Alle städtischen Kindertageseinrichtungen bleiben ebenfalls komplett geschlossen. Ein Notdienst wird in den zentral gelegenen Kitas Hubertusstraße, die durch das Team der Kita Westwall verstärkt wird, sowie Christian-Roos-Straße, unterstützt durch das Team der Kita Ritterstraße, eingerichtet, teilt ein Sprecher der Stadt mit. Ab Dienstag, 11. Februar, sollen Schulen und Kitas planmäßig öffnen.  Auch die Lebenshilfe schließt ihre Kindertagesstätten „Am Hauserhof“ und „Bischofstraße“.

Der Stadt-Vorlesewettbewerb, der für den Montagnachmittag in der Mediothek geplant war, wird ebenfalls verschoben. Organisator Carsten Mennenöh will sich um einen  raschen neuen Termin kümmern.

Vorsorglich werden auch die Turnhallen, Eishallen, Bezirkssportanlagen sowie die städtischen Jugendzentren (Freizeitzentrum Süd, Offener Treff Herbertzstraße) geschlossen bleiben. Auch die städtischen Friedhöfe bleiben den ganzen Montag über zu. Die Stadt appelliert außerdem, die Parks zu meiden und in der Nähe von Bäumen vorsichtig zu sein. Feuerwehrmann Goldbach mahnt ebenfalls, die Augen offen zu halten. Auch nach Abklingen des Sturms können gelöste Äste, Dachziegel oder andere Teile noch herabstürzen.