Krefeld: RHG-Schüler lesen „Warum der Marienkäfer schwarze Punkte hat“

Mediothek : RHG-Schüler lesen „Warum der Marienkäfer schwarze Punkte hat“

Eingeladen zu der vielsprachigen Lesung in der Mediothek hatte das Kommunale Integrationszentrum in Kooperation mit dem Ricarda-Huch-Gymnasium.

(RP) Die 15-jährige Nadège vom Ricarda-Huch-Gymnasium (RHG) hat sich gut vorbereitet. Sie liest fließend auf Französisch und Deutsch vom Marienkäfer vor, der verzweifelt versucht, einen schwarzen Klecks auf seinem schönen roten Rücken loszuwerden. Trotz Hilfe von Hummel, Fliege und Elefant gelingt das nicht – bis er merkt, dass der Panzer mit schwarzem Punkt doch viel besser aussieht. Und besorgt sich direkt noch ein paar mehr, denn „durch die schwarzen Punkte leuchtet das schöne Rot noch viel besser“. Eingeladen zu der vielsprachigen Lesung in der Mediothek Krefeld hatte das Kommunale Integrationszentrum (KI) in Kooperation mit der Mediothek und dem Ricarda-Huch-Gymnasium. Das Landesintegrationsministerium finanzierte die Veranstaltung.

Die Gymnasiastin Nadège, selbst erst seit knapp eineinhalb Jahren aus Togo nach Krefeld zugewandert, ist mit sechs Mitschülerinnen und „Teachfellow“ Sandra Zillinger in die Mediothek gekommen. Die Studentin agiert für zwei Jahre als „Lehrerin auf Zeit“ in Zusammenhang mit der bundesweiten „Teach First“-Bildungsinitiative und hat den Einsatz mit den sieben Gymnasiastinnen gründlich geübt. Die engagierten Mädchen lesen auf Arabisch, Rumänisch, Kurdisch, Französisch und Englisch vor.

Als besonderer Gast ist dei Krefelder Bürgermeisterin und Ratsfrau Gisela Klaer vor Ort und unterstützt die Lesung mit einem herzlichen Grußwort in vielen Sprachen – und auch das anwesende Publikum ist dieses Mal ganz besonders. Die rund 50 Erst- und Drittklässler kommen ebenfalls vorwiegend aus Zuwandererfamilien und sprechen – außer Deutsch – Bulgarisch, Kurdisch, Französisch, Arabisch, Englisch und noch viele andere Sprachen. Die Schulanfänger besuchen eine Pilotklasse der Mariannenschule, die Drittklässler gehen zur Paul-Gerhardt-Schule.

Es ist mucksmäuschenstill im „Fuchsbau“ der Mediothek, als die Kinder dann der „Marienkäfergeschichte“ auf vielen Sprachen lauschen. Bei der anschließenden Raterunde, um welche Sprache es sich wohl handelte, gibt es kaum ein Halten. Außer bei der kurdischen Wiedergabe liegen die Grundschüler zum Schluss richtig. Denn der kurdisch sprechende Schulanfänger traute sich nicht recht, zu sagen, dass er „seine Sprache“ erkannt hatte. Schüchtern lächelt er mit seiner Zahnlücke Mary Akrivi an – die Lehrerin und Mitarbeiterin des Kommunale Integrationszentrums hatte die Organisation inne.

„Wie habt ihr euch denn gefühlt, als ihr eine unbekannte Sprache hörtet?“, fragt Mary Akrivi. „Irgendwie total komisch“ – ruft ein Drittklässler in die Runde. „Erinnert euch an das komische Gefühl, wenn jemand mal eure Sprache nicht versteht und habt Verständnis“, appelliert sie an die Kinder.

Als Belohnung fürs konzentrierte Zuhören dürfen die Kinder zum Schluss eine Stofftasche mit Schmetterlingen und Worten in vielen Sprachen bemalen und leckere Laugenbrezel essen.

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