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Krefeld Rheinmetall soll vom jetzigen Standort verdrängt werden

Krefeld : Rheinmetall muss seinen Standort am Neuen Weg wohl aufgeben

Offenbar plant die Stadt rund um den Standort von Rheinmetall ohne das Unternehmen. Laut Stadt hat die Produktionshalle dort eine Perspektive von drei bis fünf Jahren.

Offenbar sind die Pläne, das Unternehmen Rheinmetall von seinem Standort am Neuen Weg zu verdrängen, viel weiter gediehen als bekannt. Die Stadt geht davon aus, dass die Halle dort auf mittlere Sicht von drei bis fünf Jahren nicht mehr steht. Dies geht aus Ausführungen von Planungsamtsleiter Norbert Hudde in der Bezirksvertretung West hervor. Hudde erläuterte, das 25.000 Quadratmeter große Areal werde überplant als Mischgebiet mit Wohnbebauung und Bürobestand. Wörtlich sagte er zum Stichwort Rheinmetall: „Perspektivisch würden wir diesen B-Plan so vorantreiben, dass am Ende diese Gewerbehalle dort nicht mehr ist.“ Planungsdezernent Martin Linne ergänzte auf Anfrage, dass es mit der Halle Probleme geben könnte, den Bebauungsplan rechtskräftig zu bekommen. Offenbar sind die Tage von Rheinmetall an dieser Stelle gezählt.

Eigentümer des Areals ist die Kleinewefers GmbH; Rheinmetall ist Mieter der Halle. Ein Sprecher von Kleinewefers bestätigte auf Anfrage, dass nach einem neuen Standort für Rheinmetall gesucht werde. Er betonte aber auch, dass Rheinmetall in der Stadt gehalten werden solle und nicht beabsichtigt sei, den Mietvertrag ohne Ersatzstandort zu kündigen. Dass Rheinmetall mit seinen 120 hochqualifizierten Arbeitskräften in Krefeld bleibe, sei im Interesse der Stadt und von Kleinewefers.

 Bislang stemmt sich Rheinmetall gegen eine Verlagerung. Im Mai hat das Unternehmen einen Brandbrief an alle Fraktionen im Rat geschickt und gewarnt, dass der Standort Krefeld wegen der Wohnbau-Pläne gefährdet sei. Rheinmetall beklagte auch, dass seine Bedenken jahrelang nicht gehört worden seien (wir berichteten).

Planungsamtsleiter Hudde betonte wie Kleinewefers, dass Rheinmetall in der Stadt gehalten werden soll. „Natürlich werden wir weiterhin in Gesprächen versuchen, der Firma Standortalternativen möglicherweise in Krefeld anzubieten“, man wolle „natürlich diese Arbeitsplätze in Krefeld erhalten“.

Die Politik aber fürchtet nun doch um den Verbleib des Unternehmens in Krefeld. Hans-Josef Ruhland (CDU) sagte: „Wer diesem Plan so zustimmt, der nimmt die bewusste Zerstörung von 100 hochwertigen Industriearbeitsplätzen in Kauf.“ Axel Heimendahl (Grüne) nannte das Thema Arbeitsplätze „prioritär“. Der SPD-Politiker Rolf Horster verwies darauf, dass dort ein attraktives Wohngebiet entstehe; er berichtete von Gerüchten, dass Rheinmetall sich ohnehin vergrößern oder verändern wolle. Die SPD sprach sich dafür aus, das B-Plan-Verfahren auf den Weg zu bringen; alles Weitere erfolge dann in Detailplanung.

Bislang beschlossen ist der zweite Schritt in einem Bebauungsplanverfahren: die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Entschieden ist damit noch nichts.

(vo)