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Krefeld: Rettung für Naturschutzgebiet Niepkuhlen

Naturschutzgebiet in Krefeld : Eine Rinne als Rettung für Niepkuhlen

Auf Einladung der SPD Krefeld-Nord präsentierte Bernhard Plenker am Dienstag seine Visionen für die Niepkuhlen. Tenor: Eine wasserführende Rinne würde helfen. Fragen wie die Entsorgung der Schlämme seien aber ungeklärt.

Der Saal bei Haus Ritte, in dem die SPD Nordost zu einer Informationsveranstaltung zu den Niepkuhlen geladen hatte, platzte am Dienstagabend sprichwörtlich aus allen Nähten. Sitzplätze waren längst keine mehr zu haben, überall an den Wänden standen interessierte Besucher, und auch im Eingang und im Durchgang zur Küche versuchten Bürger, wenigstens noch ein paar Worte aufzuschnappen. Und das, obwohl einige Interessenten bereits vor Beginn des Vortrags den Heimweg angetreten hatten.

Dieser Zuspruch allein zeigt, wie groß das Interesse der Bürger aus Verberg und Traar an „ihren“ Niepkuhlen ist. Und so hörten sie trotz Enge und großer Hitze im Saal dem gut einstündigen Vortrag von Berhard Plenker, dem aus Altersgründen scheidenden Leiter des Fachbereichs Umwelt- und Verbraucherschutz bei der Stadt, geradezu andächtig zu.

Was dieser zu verkünden hatte, machte einerseits Hoffnung auf eine langfristige Lösung des Problems der Verlandung, schürte aber auch kurzfristige Ängste. Denn wenn die Einleitung der Pumpen der LEG mit ihren rund 1,5 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr stoppt, könnte gerade in weiteren heißen Sommern eine zunehmende Austrocknung drohen. „Die Einleitung war vergangenen Sommer aber viel geringer. Es fehlte fast eine halbe Million Kubikmeter, weil der Grundwasserspiegel so stark abgesunken war. Das zeigt: Die Einleitung ist keine Lösung des Problems“, sagte Plenker.

Dem hielt allerdings Veronika Huisman-Fiegen, die Naturschutzwächterin für das Gebiet, entgegen, dass langfristig zwar andere Lösungen her müssten, der Stopp der Einleitung aber kurzfristig den Tod des Ökosystems bedeuten könne. „Wir haben hier 32 Rote-Liste-Vogelarten. Davon sind 30 Wasser-gebunden. Es gibt Libellen, die es in Krefeld nur noch hier gibt. Das alles verlieren wir, wenn die Niepkuhlen länger trocken fallen sollten“, sagte sie. Plenker stimmte zu und plädierte für eine Übergangslösung. Diese aber sei politisch schwierig. „Die Stadt muss juristisch nicht pumpen. Die NEW ebenso wenig. Außerdem braucht die NEW Grundwasser in dem Gebiet, um die abgedichteten Wannen für die Gewährleistung zu testen“, sagte er.

Insgesamt plädierte er langfristig für die Ausbaggerung einer Rinne. Das müsse aber gut gemacht werden. „An der Caritas-Kull wurde bei der Ausbaggerung die wasserhaltende Schicht weggebaggert. Darum versickert dort das Wasser. Solche Fehler müssen wir unbedingt vermeiden“, sagte er. Problematisch sei die Entsorgung der aus der Historie teils stark belasteten Schlämme. Vorteilhaft sei aber, dass Land und EU mit Fördergeldern helfen, um Naturschutzprojekte zu unterstützen. Trotzdem bedürfe es auch der Zustimmung von Privatbesitzern. Hier könnte es zur Verzögerungen kommen. „Wenn alle einig sind, kann es schnell gehen - aber wenn jemand opponiert braucht es ein Planfestellungsverfahren und das dauert Jahre“, sagte er. So könnten die Niepkuhlen zur unendlichen Geschichte werden.