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Krefeld: Regenbogenbahn wirbt für Offenheit und Toleranz

Krefeld ist bunt : Regenbogenbahn wirbt für Offenheit und Toleranz

Die Stadtwerke Krefeld bekennen sich zur Vielfalt und werben für den Christopher Street Day am 21. August in Krefeld. „Wir haben die SWK angesprochen und sind sofort auf offene Ohren gestoßen“, erzählt CSD-Vorsitzender Levent Sirkal.

Die Stadtwerke Krefeld stehen für Integration und Toleranz. Das belegen die Verantwortlichen nun durch eine offene und offensive Unterstützung des Christopher-Street-Days (CSD) in Krefeld am 21. August. Dafür hat das Unternehmen eine Straßenbahn in Regenbogenfarben lackiert. Sie wird ab Dienstag regulär im Fahrbetrieb sein und soll ein für alle sichtbares Zeichen für Toleranz darstellen. „Wir als SWK aber auch ich persönlich stehen für Vielfalt. Wir haben rund 3000 Mitarbeiter aller Nationalitäten, Glaubensrichtungen oder sexueller Orientierungen. Da ist es wichtig, ein deutliches Zeichen für Toleranz zusetzen“, sagt SWK-Vorstand Kerstin Abraham.

Die Idee hatte das CSD-Komittee Krefeld. „Wir haben das in vielen anderen Städten, vor allem den großen wie Berlin, Düsseldorf oder Köln, gesehen. Und wir dachten, dass das auch für Krefeld eine tolle Idee wäre. Also haben wir die SWK angesprochen und sind sofort auf offene Ohren gestoßen“, erzählt CSD-Vorsitzender Levent Sirkal.

Die Queer-Community in der Stadt hat sich für den zweiten Krefelder CSD viel einfallen lassen. „Natürlich steht auch unser zweiter Umzug ganz im Zeichen der Corona-Auflagen. Entsprechend werden wir wieder in einem Fahrradumzug mit den daraus resultierenden Abständen fahren. Wir wollen aber noch größer werden, als das im Vorjahr schon der Fall war“, sagt Sirkal. Diesmal soll es auch eine Abschlusskundgebung mit Musik im Stadtgarten geben.

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„Im Vorjahr hatten wir rund 120 Teilnehmer. Das war bereits ein riesiger Erfolg. Wir hoffen, das jetzt gut verdoppeln zu können. Für die Abschlusskundgebung kalkulieren wir aktuell mit rund 500 Teilnehmern“, erzählt Oliver Leist, der beim CSD-Komitee für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet. Eine noch größere Teilnahme würde problematisch, was die Corona-Auflagen angeht. „Wir hatten zunächst 500 und 1000 Personen angemeldet. Aber das war durchaus nicht unproblematisch“, berichtet Leist.

Dennoch, die Organisatoren hoffen auf reichhaltigen Zuspruch und Teilnahme. „Den Zugweg mussten wir auch ein Stück weit danach auswählen, dass mir mit dem Truck, den wir diesmal dabei haben, auch durchkommen. Dieser ist vier Meter hoch und darum konnten wir beispielsweise leider nicht beim Schlachthof vorbeifahren, auch wenn wir von diesem immer tolle Unterstützung erfahren. Aber die Brücke dort ist leider nur 3,50 Meter hoch“, erzählt Sirkal und fügt hinzu: „Wir werden in jedem Fall lauter sein, als im Vorjahr.“

Noch allerdings steht hinter der gesamten Planung ein kleines Fragezeichen. „Am Freitag, 13. August, haben wir noch einmal ein Treffen mit Verantwortlichen der Polizei und mit der für Gesundheit verantwortlichen Dezernentin Sabine Lauxen. Am folgenden Samstag werden wir dann die finalen Entscheidungen treffen, wie alles entsprechend der Inzidenzen laufen kann. Wir hoffen, dass wir die aktuellen Pläne aufrechterhalten können“, erzählt Leist.

Diese sehen vor, dass der Zugang zur Abschlusskundgebung nicht beschränkt ist. „Den ganzen Stadtgarten abzusperren und das auch zu überwachen, könnten wir auch weder finanziell noch personell leisten. Wir müssen auch ein wenig auf die Vernunft unserer Besucher zählen“, befindet Sirkal.

Krefeld sei eine Stadt mit einer großen queren Community. Umso wichtiger sei es, dass diese auch im Stadtbild mehr und mehr sichtbar werde. Darum freuen sich die Organisatoren umso mehr über die nun in Regenbogenfarben gestaltete Bahn. „Es ist ein sichtbares Zeichen der SWK für uns, dafür, dass wir in dieser Stadt präsent sind“, befindet Leist, der auch verrät, dass sich das Engagement der Stadtwerke damit nicht erschöpft. „Noch kann ich nicht ins Detail gehen. Aber ich weiß, dass die Verantwortlichen extrem aktiv sind und viele Ideen haben“, erzählt er schmunzelnd.

Es dürfte also noch die ein oder andere Aktion mehr kommen. Die Bahn allerdings soll beim Umzug selbst nicht dabei sein. „Nein, die fährt ganz normal im Linienbetrieb in Krefeld. Auf dem Zugweg liegen ja gar nicht überall Gleise“, sagt er weiter. „Ob die SWK es so takten, dass die Bahn dann irgendwann doch am Zugweg auftaucht, weiß ich nicht – es wäre natürlich sicher eine tolle Nummer“, setzt er schmunzelnd hinzu. So oder so: Der CSD 2021 soll ein neues Zeitalter für die Queer-Community in Krefeld einläuten.