Krefeld: Realschule Oppum zieht geschlossen um

Zum Ferienende: Der Zug der Realschüler Oppum

Es ist der letzte Schultag vor den Ferien. Für die Realschüler Oppum ist es auch der letzte Tag an der Schmiedestraße.

Es scheint die Sonne an diesem letzten Schultag, bevor die großen Ferien beginnen. An der Realschule Oppum versammeln sich die Jugendlichen. Richtige Ferienstimmung will hier noch nicht aufkommen. Die Schüler sind ruhig an diesem Vormittag, werfen immer mal wieder einen Blick zurück auf das helle Gebäude mit Türmchen an der Schmiedestraße, in dem sie bisher unterrichtet wurden. Damit ist es nun vorbei. Nach den Ferien werden ihre Schulwege an der Rote-Kreuz-Straße enden. Dorthin führt auch an diesem Tag der Weg.

Oppums Realschüler ziehen um. Vorneweg fährt der Karnevalswagen mit den AKKU-Clowns. Das AKKU-Projekt, Aktion Kunst und Kultur im Unterricht, symbolisiert treffend den Charakter der Schule, die Kunst und Kultur einen breiten Raum gibt. Kunstlehrerin Hiltrud Kroth hat einige Projekte betreut und auch mit Flüchtlingskindern gearbeitet. Sie sagt: „Kunst verbindet, auch mit Schülern, die sich ansonsten nicht richtig ausdrücken können.“ An diesem Tag führt Hiltrud Kroth mit Schulleiterin Heide Schremmer den Zug an. Beide Lehrerinnen sind zum letzten Mal mit Schülern unterwegs. Für sie ist heute Schluss. Oder, wie es auf der Schultüte der Chefin steht: „Heide hat fertig!“

Die Schüler zeigten beim Umzug stolz die Auszeichnungen der Schule. Foto: Bärbel Kleinelsen

Zwei junge Männer kommen. Efrem und Dzerim, beiden 18, haben im vergangenen Jahr ihren Abschluss gemacht. Die Begrüßung mit Heide Schremmer fällt herzlich aus. Die Schulleiterin schließt die Ehemaligen fest in die Arme. Dzerim ist gerührt. „Es ist schon eine sehr emotionale Situation. Wir waren gerade in der alten Schule, und alles war leer geräumt. Die ganze schöne Einrichtung ist verschwunden.“ Sechs Jahre war Dzerim an der Schmiedestraße, zwei Jahre davon als Schülersprecher. „Ich habe sehr schöne Erinnerungen an meine Schulzeit. Mit den Lehrern bin ich sehr gut klargekommen. Sie haben uns Manieren und Disziplin beigebracht“, erinnert er sich.

Efrem (l.) und Dzerim besuchten ihre alte Realschule und zogen mit. Foto: Bärbel Kleinelsen

Efrem war insgesamt sieben Jahre auf der Realschule Oppum. Nicht immer lief es bei ihm rund. „Aber die Lehrer haben mich nie aufgegeben, und im Abschlussjahr gehörte ich dann  sogar zu den Jahrgangsbesten“, erzählt der 18-Jährige stolz. Gerade sei ihnen eine Lehrerin entgegengekommen, die 26 Jahre an der Schmiedestraße unterrichtet habe, und ganz traurig gewesen sei, die alte Schule zu verlassen. „Das ist nicht schön, was hier passiert. Dabei ist das so eine gute Schule. So geht man nicht mit engagierten Lehrern um“, finden die ehemaligen Realschüler.

Diesen Weg werden die Schüler nach den Ferien häufig gehen. Foto: Bärbel Kleinelsen

Auch viele Lehrer hätten es sich anders gewünscht. Zumal am neuen Standort noch immer Klassenräume fehlen, die eigentlich schon längst da sein sollten. „Es fehlen drei Container, in denen sechs Klassen untergebracht werden sollen. Die Stadt hatte uns eigentlich zugesagt, dass die Container noch vor den Ferien stehen“, ärgert sich Heide Schremmer. Das neue Gebäude der Freien  Waldorfschule, mit denen sich die Realschule das Areal an der Rote-Kreuz-Straße teilt, sei hingegen fast fertig, berichtet Hiltrud Kroth und findet die Situation für ihre Schüler alles andere als glücklich. „Wir werden deswegen heute keinem Schüler die neuen Räumlichkeiten zeigen. Wir können ja keine Unterschiede machen“, sagt Schremmer.

Die Polizei begleitete den Zug der Realschüler und ihrer Lehrer. Foto: Bärbel Kleinelsen

Viel schneller als erwartet schlängelt sich der Zug der knapp 300 Schüler und ihrer 24 Lehrer mit Polizei-Begleitung am Rande des Schönwasserparks entlang zum neuen Standort. Im neuen Schulzentrum, in dem auch Stephanusschüler untergebracht sind, werden die Oppumer noch gar nicht erwartet. Entsprechend muss - wieder einmal - improvisiert werden. „Wir pflastern uns den Weg beim Gehen. Das kennt man ja von uns“, beschreibt die Schulleiterin die Situation. Zeugnisse gibt es nun statt in den Klassenräumen in der Turnhalle.

Im neuen Schulzentrum versammelten sich alle auf dem Schulhof. Foto: Bärbel Kleinelsen

Dann geht auf dem Schulhof die Musik an und es kommt doch noch Ferienstimmung auf. Vor allem als der Überraschungsgast eintrifft. Vom Eiswagen aus gibt’s eine kleine Erfrischung zum Umzug an den neuen Standort.

Ankunft im neuen Schulzentrum an der Rote-Kreuz-Straße. Foto: Bärbel Kleinelsen