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Krefeld pur: Mode, Musik und Traumwetter

„Krefeld pur“ : Mode, Musik und Traumwetter

Zufriedenheit über das neue Konzept, Partylaune am Samstagabend: Krefeld erlebte ein entspanntes Mode- und Musikwochende.

Dagmar de Jong gehörte bislang zu den Skeptikern, die sich nicht beteiligt haben. Sie hat Veränderungen vorgeschlagen, die beim diesjährigen Modefest „Krefeld pur“ umgesetzt wurden: mehr Profi-Models, mobile Bühnen auf der Königstraße, kompaktere Shows mit kompetenter Talk-Einführung. Am Sonntag zog de Jong hochzufrieden Bilanz: „Es ist wichtig, dass die Mode von mehr Profi-Models vorgeführt wird. Die bewegen sich doch ganz anders als Laien“, sagte sie am Sonntag.

Dieses elegante Kleid wurde bei der Modenschau von Sinn präsentiert. Foto: Lothar Strücken

„Krefeld pur“ war erfolgreich, der Publikumszuspruch war am Samstagabend sogar so groß, dass die Sicherheitskräfte die Königstraße sperrten und niemanden mehr zusätzlich in die Straße ließen. Aufgegangen ist auch das Prinzip der mobilen Bühnen, das die Modenschauen näher an die Geschäfte brachte, in der es sie zu kaufen gibt. Die Gäste haben die Idee angenommen. „Im Anschluss an die Show war der Laden voll“, sagte etwa Thomas Lache, Inhaber von Tommy Hilfiger an der Königstraße. Fabelhaft war auch der Zuspruch bei der Neueröffnung von Maerz (Angerhausenstraße); das Unternehmen erlebt mit seinen modernen Strick-Outfits gerade einen Aufschwung. „Es war für alle Stores ein erfreuliches Wochenende“, resümiert Lache.

Die Modenschau  auf dem Neumarkt war Herbst und Winter gewidmet. Foto: Lothar Strücken

Auch die Idee, die Modenschauen durch die professionelle Stilberaterin Stephanie Maar anzumoderieren, hat sich bewährt. „Sie hat das wunderbar gemacht“, sagt de Jong, „man hat gemerkt, die Leute hören zu und erleben die Mode auf dem Laufsteg intensiver.“ Das Gesprächskonzept hat sich auch in ihrem Geschäft bewährt.

Stilberaterin Stephanie Maar (l.), die in Talk-Runden in die Modenschauen einführte, mit Claudia de Jong vom gleichnamigen Modegeschäft. Maar trug ein Kleid im Animal-print-Look mit passenden schwarzen Overknees-Stiefeln; dazu eine schlichte, lange silberne Kette mit Ring-Anhänger. Foto: Jens Voss

De Jong hatte am Wochenende die Chef-Designerin der italienischen Marke „Sem Per Lei“, Sabine Lohèl, zu Gast, die nach den Modeschauen für Gespräche bereitstand. Lohèl ist überzeugt: „Der stationäre Modehandel hat dann eine Chance, wenn solche Face-to-face-Kommunikation stattfindet. Die Leute wollen mehr über die Mode wissen, über Nachhaltigkeit und wer dahintersteht“, berichtet sie; das könne der Online-Handel nicht leisten. Insofern unterstützt sie die Partner von Sem Per Lei wie Dagmar de Jong aus Überzeugung.

Party-Livemusik bis in die Nacht gab es auf dem Theaterplatz beim Musikfestival „SchallPlatte“; der Tag wurde um 12 eröffnet; ein kleines Riesenrad und ein Karussell luden auch Familien ein. Das Programm ging bis Mitternacht; zu den Hochkarätern auf der Bühne gehörte der südafrikanische Musiker Ees, der in seiner Heimat ein Star ist. Foto: Lothar Strücken

Zufrieden zeigte sich auch Alexander Werner von Schinke Couture an der Marktstraße. Diese war als Areal zum Chillen mit Lounge-Musik und Gastronomie gedacht. „Das wurde gut angenommen“, resümiert Werner, formuliert aber auch Hausaufgaben für 2020. „Der Autoverkehr war doch intensiv. Wir müssen für das nächste Jahr über eine Sperrung auch der Marktstraße nachdenken, damit der Bereich mehr Aufenthaltsqualität gewinnt.“