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Gericht in Krefeld

Prozess um sexuelle Angriffe in der Straßenbahn

(Symbolbild) FOTO: dpa / Volker Hartmann

Krefeld Der Angeklagte, ein 22-jähriger Tunesier, blieb dem Gericht fern und wird nun per Haftbefehl gesucht.

Ein 22-jähriger Tunesier steht im Verdacht, eine junge Frau in der Straßenbahn massiv sexuell belästigt zu haben. Am Montag sollte er sich wegen sexueller Nötigung vor dem Krefelder Schöffengericht verantworten. Das Gericht wartete vergeblich. Der Angeklagte war unentschuldigt der Verhandlung ferngeblieben. Jetzt wurde der Haftbefehl gegen ihn wieder in Vollzug gesetzt. Der Mann war zuvor gegen Auflagen von der Untersuchungshaft verschont worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuelle Nötigung vor: Das mutmaßliche Opfer fuhr im Oktober vergangenen Jahres um 8 Uhr mit der Linie 44 in Richtung Krefeld. Die 19-Jährige hatte in der Nacht gefeiert und war auf dem Rückweg in der Straßenbahn eingedöst. Der Angeklagte soll sich ihr genähert, ihr Gesicht gestreichelt und versucht haben, sie zu küssen. Ihre Gegenwehr habe er ignoriert und sei immer aufdringlicher geworden. Er soll sich auch auf die Frau gesetzt und sie umarmt haben. Der 22-Jährige soll das mutmaßliche Opfer an mehreren Körperstellen  – unter anderem an der Brust – berührt und versucht haben, sie vom Sitz zu ziehen. Dann habe er ihr von hinten in die Hose gegriffen und ihr Gesäß gestreichelt. Die Unterhose sei dabei zerrissen. Danach habe er seine Hose geöffnet und sich mit entblößtem Geschlechtsteil vor sie gestellt. Nachdem er versuchte, sie zum Oralverkehr zu zwingen, habe sie die Bahn am Danziger Platz verlassen.

Auch da habe der 22-Jährige sie nicht in Ruhe gelassen. Laut Anklage verfolgte er sie und hielt sie an einer Ampel fest, hielt ihr den Mund zu und versuchte, sie in ein Gebüsch zu zerren. Als sich ein Auto näherte, floh der Mann. Da nicht zu befürchten war, dass er sich dem Gerichtsverfahren entzieht, war der Krefelder von der Untersuchungshaft verschont worden. Im Falle einer Verurteilung vor dem Schöffengericht muss er mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren rechnen.