1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld profitiert vom Bauboom: Zahl der neuen Wohnungen steigt in einem Jahr um 99 Prozent

Krefeld übertrifft Zwischenziel : Wohnungsbau nimmt rasant Tempo auf

Die Zahl der neu fertiggestellten Wohnungen in der Stadt Krefeld hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Damit kommt die Kommune ihrem selbst gesteckten Ziel nahe, Ende des Jahres 700 neue Wohnungen anzubieten.

Der Bauboom hat auch Krefeld erfasst: Die Zahl der im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohnungen ist nahezu doppelt so hoch wie im Vergleichsjahr 2016. Das teilt das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) mit. In Krefeld sind in den betreffenden zwölf Monaten 404 Wohnungen in 130 Gebäuden entstanden. Im Vorjahr waren es nur 203 Wohnungen in 95 Gebäuden.

Mit dem Ergebnis liegt die Stadt Krefeld über dem selbst gesteckten Ziel, in den Jahren bis 2020 mehrere tausend neue Wohnungen zu erstellen. Den Prognosen zufolge sollen das zwischen 5000 und 7000 sein. Planungsdezernent Martin Linne sprach im Januar 2017 von 3350 bis 3900 neue Wohnungen. Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, präsentierte seinerzeit die Ergebnisse einer Analyse in seiner Abteilung. Im so genannten Innenbereich nahmen seine Mitarbeiter 24 Standorte unter die Lupe. In der Summe bieten sie Platz für 2400 neue Wohnungen. Realistisch, so Hudde, seien 1600. Manche Grundstückseigentümer scheuen vor einer Altlast zurück, andere hätten auch aus Altersgründen kein Interesse. Die größten Entwicklungen im Innenbereich werden von der mehrheitlich städtischen Wohnstätte AG geschultert: 180 Wohnungen in Gartenstadt, weitere 180 in Oppum an der Herbertzstraße und 60 am Korekamp. Für das frühere RWE-Gelände an der Prinz-Ferdinand-Straße liege eine Bauvoranfrage vor, erklärte Hudde. Dort sei Platz für 160 Wohnungen. Diese 700 Wohnungen seien relativ kurzfristig in den Jahren 2017 und 2018 zu realisieren.

71,5 Prozent aller Neubauten in Krefeld im vergangenen Jahr waren Einfamilienhäuser, zehn Prozent Zweifamilienhäuser und 18,5 Prozent Mehrfamilienhäuser. Doch nicht alle Wohnungen entstanden in Neubauten. Einige Eigentümer bauten ihre Gebäude aus. Auf diese Art und Weise wurden 50 Wohnungen fertig. Die übrigen 354 Wohnungen wurden erstmals bezogen. 235 in Mehrfamilienhäusern, 26 in Zweifamilienhäusern und 93 in Einfamilienhäusern.

Die Planer setzten sich seinerzeit zum Ziel, dass rund 30 Prozent als öffentlich geförderter Wohnraum realisiert wird. Darüber hinaus passen auch Mehrgeschossbauten besser in die Gegenwart als Einfamilienhäuser. „Bungalows passen gar nicht in unsere Flächenpolitik“, betonte Planungschef Martin Linne.

Krefeld ist eine der Städte landesweit, die 2017 im Vergleich zum Vorjahr einen der größten Sprünge bei der Fertigstellung von Gebäuden und Wohnungen verzeichnen kann. Für Nordrhein-Westfalen gesamt betrachtet, waren die Schritte deutlich kleiner. Im Jahr 2017 meldeten die Bauämter im Land 48.307 Wohnungen (einschließlich Umbaumaßnahmen) als fertiggestellt. Wie die amtliche Statistikstelle mitteilt, waren das 2,4 Prozent mehr als im Jahr 2016. Die Zahl der Wohnungen in Mehrfamilienhäuser (einschließlich Wohnungen in Wohnheimen) stieg um 6,6 Prozent auf 25.753 Wohnungen und fiel damit überdurchschnittlich aus. Auch die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Zweifamilienhäusern (3282 Wohnungen; plus 2,6 Prozent) war höher als im Vorjahr. Dagegen verringerte sich die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bei Einfamilienhäusern um 2,7 Prozent auf 12.993 Wohnungen.

In neuen Nichtwohngebäuden (gemischt Wohnungen genutzte Gebäude, die überwiegend nicht Wohnzwecken dienen) nahm die Zahl an fertiggestellten Wohnungen um über ein Drittel (476 Wohnungen; minus 41,1 Prozent) ab. Durch Um- oder Ausbaumaßnahmen an bereits vorhandenen Gebäuden stieg die Zahl der fertiggestellten Wohnungen um 3,1 Prozent auf 5803 Wohnungen.

Bezieht man die Zahl der fertiggestellten Wohnungen (ohne Wohnheime) auf die Einwohnerzahl, so ergibt sich für das Jahr 2017 im Landesdurchschnitt eine „Wohnungsbauquote“ von 25,2 fertiggestellten Wohnungen je 10.000 Einwohner. Die höchsten Fertigstellungsquoten wiesen die Kreise Heinsberg (53,3), Warendorf (52,7) und Coesfeld (49,5) auf. Die niedrigsten Quoten ergaben sich für die Stadt Wuppertal (5,7), den Ennepe-Ruhr-Kreis (6,7) und den Märkischen Kreis (7,6).