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Krefeld: Polizist stoppt aggressiven Hund mit Schüssen am Blumenplatz

Stadt war offenbar über Tier informiert : Hund greift Kinder in Krefeld an – Nachbarin hatte vor Tier gewarnt

Ein Belgischer Schäferhund ist am Samstag in Krefeld auf einen Spielplatz gerannt und hat fünf Kinder und eine Frau verletzt. Ein Anwohnerin sagt, sie habe die Stadt schon vor Wochen auf das Tier aufmerksam gemacht.

Nur mit der Schusswaffe konnte die Polizei am Samstag einen Belgischen Schäferhund stoppen, der zuvor vier Kinder und eine Frau angegriffen und verletzt hat. Den Anwohnern war offenbar bekannt, dass der Hund gefährlich war. Eine Augenzeugin sagt, sie habe Stadt und Polizei schon vor Wochen über die Gefahr informiert, die von dem Hund ausgeht: „Ich habe denen klar gesagt: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis  mit diesem Hund etwas passiert, doch man hat mich nicht ernst genommen“, sagt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie wohnt gleich neben dem Haus, in dem auch der Hund gehalten wurde.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, 6. April, auf dem Spielplatz auf dem Blumenplatz. Demnach konnte der Belgische Schäferhund laut Polizei gegen 16.30 Uhr durch die geöffnete Wohnungstür seinem Halter davonlaufen; das Tier lief gezielt auf den etwa 50 Meter entfernten Spielplatz auf dem Blumenplatz. Dort griff er spielende Kinder an. Ein Zeuge rief die Polizei. Zwei Polizisten konnten den Hund weder einfangen noch anderweitig stoppen. Um die Gefahr zu beenden, gab ein Beamter zwei Schüsse auf den Hund ab und verletzte ihn. Der Hund lief in einen Hauseingang, wo ihn der 57-jährige Hundehalter anleinen konnte.

Die Opfer des Angriffs sind fünf Kinder im Alter von vier, sieben und zehn Jahren sowie eine Frau. Alle Personen wurden durch Biss- und Kratzwunden verletzt, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Sie wurden im Krankenhaus ambulant behandelt und konnten die Klinik wieder verlassen. Die Beamten blieben unverletzt.  Der angeschossene Hund wurde schwer verletzt und mit dem Einverständnis des Halters eingeschläfert.

Dass nicht mehr passiert ist, liegt nach Einschätzung der Augenzeugin auch daran, dass der Hund noch relativ jung war. Sie schätzt das Alter des Tieres auf 18 Monate. Es handelt sich um einen Belgischen Schäferhund, auch Malinois genannt, der als Hüte- und Treibhund gezüchtet wurde, und vielfach als Personenschutzhund eingesetzt wird.  Er wird als ein Hund beschrieben, der lern- und arbeitsfreudig sei und hohe Anforderungen an die Hundeführer stelle.

Die Frau wurde in ihrer Wohnung  durch Schreie der Kinder auf den Vorfall aufmerksam. „Ich wusste gleich: Jetzt ist etwas mit dem Hund passiert“, sagt sie. Sie sei dann auf die Straße gelaufen und habe gesehen, wie der Hundehalter „Rex, Rex!“ schrie. Ihrem Eindruck nach habe der Hund „panische Angst“ vor seinem Besitzer gehabt. Das schwerverletzte Tier lag schließlich schwer blutend auf dem Bürgersteig und war dort an eine Laterne festgebunden. Ihrem Eindruck nach ist eine halbe Stunde nach den Schüssen ein Tierarzt eingetroffen, der den Hund dann eingeschläfert habe.

Der Hund und sein Halter seien in der Nachbarschaft bekannt, berichtet die Zeugin. Der Hund habe oft stundenlang gebellt;  das Tier sei oft tagsüber und nachts viele Stunden allein in der Wohnung des Halters gewesen, während dieser arbeitete.  Viele in der Nachbarschaft hätten Angst vor dem Hund gehabt, vor allem Kinder. Sie habe den Halter auf die Probleme und die Ruhestörung durch das stundenlange Bellen angesprochen, doch der habe abweisend und aggressiv reagiert.

Vor etwa vier Wochen, so berichtet die Zeugin weiter, habe sie sich dann an die Stadt gewandt. Dort habe man ihr beschieden, sie möge ein Protokoll führen, dieses Protokoll von Nachbarn unterschreiben lassen und dann einreichen.  „Dann gucken wir mal weiter“, sei schließlich der Kommentar des Sachbearbeiters bei der Stadt gewesen.