Krefeld: Polizeibekannter Mann wurde vor fahrenden Zug gestoßen

Krefeld : Polizeibekannter Mann wurde vor fahrenden Zug gestoßen

Der Mann, der im Flüchtlingsheim am Wehrhahnweg Auslöser für teure Sicherheitsmaßnahmen war, war in einen lebensgefährlichen Streit verwickelt.

Der aggressive und verhaltensauffällige Flüchtling, der die Stadt im Flüchtlingsheim am Wehrhahnweg zu aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen gezwungen hat, ist in einen Streit verwickelt worden, der ihn fast das Leben gekostet hätte. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, hat der Mann, der nach offiziellen Angaben aus Eritrea stammt, auf einem Bahnsteig am Hauptbahnhof einen anderen Mann provoziert, bis der ihn auf das Gleisbett unmittelbar vor einen einfahrenden Zug gestoßen hat. Der Eritreer blieb unverletzt.

Und das ist nach Erkenntnisstand der Polizei passiert: In der Nacht zu Samstag, 26. Oktober, sind der Mann aus Eritrea und ein Deutscher auf Bahnsteig 2 des Hauptbahnhofes in Streit geraten. Auslöser war, dass der Mann aus Eritrea (37 Jahre alt) den anderen, der auf dem Bahnsteig wartete, mit einem Fahrrad mehrfach umrundete und irgendwann die letzte Bierflasche des Mannes umstieß. Die Situation auf dem Bahnsteig eskalierte, der Deutsche trat den Fahrradfahrer in das Gleisbett eines einfahrenden Zuges. Der Zug legte eine Vollbremsung hin, der Radfahrer rollte sich unverletzt von den Gleisen und rannte davon. Er konnte erst am Samstag in den Mittagsstunden ermittelt und vernommen werden.

Dank couragierter Zeugen, die den Angreifer festhielten, konnten Polizeibeamte den mutmaßlichen Täter am Tatort festnehmen. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr erlassen. Der Mann sei polizeibekannt, teilte die Polizei mit, er stamme aus dem Obdachlosenmilieu und sei vor allem mit Eigentumsdelikten rund um seine Drogenabhängigkeit in Erscheinung getreten.

Das Opfer, also der Mann aus Eritrea, hatte überregional für Schlagzeilen gesorgt, weil sein Verhalten die Stadt veranlasst hat, für das Flüchtlingsheim am Wehrhahnweg intensive Sicherheitsmaßnahmen in Auftrag zu geben (wir berichteten mehrfach). Der Mann war der Stadt Ende 2018 von der Bezirksregierung zugewiesen worden. Die Stadt wurde gewarnt, der Mann sei bereits in anderen Unterkünften mit aggressivem Verhalten aufgefallen. Die Stadt beauftragte daraufhin einen Sicherheitsdienst; er kostete von März bis Juli dieses Jahres 42.000 Euro monatlich; insgesamt hat die Stadt bisher 270.000 Euro für diesen Zweck ausgegeben.

Inhaftierung oder Zwangseinweisung des Mannes in die Psychiatrie sind bisher aus rechtlichen Gründen nicht möglich, das Einzige, was die Stadt noch tun konnte, war den Kontakt zu einem geeigneten Psychologen zu vermitteln. Eine Änderung des Verhaltens scheint nicht in Sicht: Die Polizei bestätigte im Zuge des Vorfalls am Bahnhofs den Eindruck der Verhaltensauffälligkeit und der Aggressivität; man könne mit dem Mann nicht reden, er wirke, umgangssprachlich gesprochen, „durchgeknallt“, hieß es.