Krefeld: Politik bringt Bauprojekt am Wiesenhof auf den Weg

Trotz Protesten : Politik bringt Bauprojekt am Wiesenhof auf den Weg

Die Bürgerinitiative warb im Ausschuss vergeblich dafür, dass die 13,5 Hektar große Grün- und Naturfläche nicht bebaut wird.

(jon) Der Auftritt war eindrucksvoll: Im Ausschuss für Stadtplanung und -sanierung räumte Vorsitzende Gabi Schock der Bürgerinitiative „Lasst dem Wiesenhof die Wiese“ nach der Übergabe der mehr als 4000 Unterschriften Rederecht ein. Sprecherin Nadja Kretschmer warb noch einmal dafür, dass die  13,5 Hektar große  Grün- und Naturfläche nicht bebaut wird. „Eine Bebauung des Wiesenhofs in der bisher geplanten Dimension sollte vor allem aus Natur- und Umweltschutzgründen sowie zusätzlich aus verkehrspolitischer Sicht nicht durchgeführt werden“, ergänzte Barbara Schweikart für die Initiative.

Nadja Kretschmer blickt ebenfalls in die Zukunft: „Die Versiegelung einer ehemaligen Landschaftsschutzfläche in dieser Größenordnung ist mit der heutigen Klimaveränderung nicht zu vereinen; es findet ein Verlust sauerstoffspendender Flora und schutzbedürftiger Arten – wie Insekten und Vögel – statt, es geht um Luftverschmutzung, Verschiebung von Grundwasserständen und -strömen durch Versiegelung und Verdichtung.“ Außerdem befürchtet die Initiative den Bau einer Satellitenstadt mit 1500 Einwohnern wie in den 70er-Jahren und in Folge einen Verkehrskollaps.

Die Verwaltung wies in der Folge darauf hin, dass es zu Themen wie Bauabstände, Verkehr, Kanalisation noch zahlreiche Fragen gebe, die erst im Verfahren geprüft und beantwortet werden können. Deshalb sei die Einleitung für den B-Plan 814 Am Wiesenhof so wichtig. Die Grünen und die Linke votierten bei der anschließenden Abstimmung wegen „der Zerstörung einer gesunden Naturfläche“ gegen das Vorhaben, eine Mehrheit aus SPD, CDU und FDP unterstützt das Projekt.

Liberalen-Chef Joachim C. Heitmann forderte allerdings eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, damit die Bedenken der Anwohner schon zu Beginn in die Überlegungen einfließen. SPD-Ratsherr Jürgen Hengst sagte zu, dass sich seine Fraktion gründlich ansehen werde, was am Wiesenhof verantwortet werden kann.

Das Plangebiet „Am Wiesenhof“ hat eine Größe von rund 13,5 Hektar. Es grenzt im Norden an das Gestüt Wiesenhof, im Osten an die LVR-Gerd-Jansen-Schule am Luiterweg, im Süden an diverse Gärten der Häuser am Flünnertzdyk und im Westen an die Nieper Straße. Auch wenn Am Wiesenhof im Liegenschaftskataster zu Traar gehört, schließt es im Süden eng an die bestehende Bebauung an, die zu Verberg gehört. Geplant ist es, ein Wohngebiet zu entwickeln, in dem auch eine neue Kindertagesstätte Platz findet.