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krefeld: Planungen zur Bebauung des Kasernengeländes verzögern sich

Bauplan 692 : Planung für Kasernengelände Bockum verzögert sich

Längst sollten Arbeiten auf dem alten Kasernengelände an der Emil-Schäfer-Straße zu sehen sein. Doch die Planungen verzögern sich.

Auf dem Kasernengelände an der Emil-Schäfer-Straße passiert seit langem nichts. Kinder und Jugendliche nutzen die alten Gebäude, um sich zu treffen, als Skaterhalle oder Abenteuerspielplatz. Ansonsten ist wenig davon zu sehen, dass für das Gebiet nördlich Bethelstraße/ östlich Friedhof Planungen für eine Wohnbebauung vorliegen. Im Sommer sollte es eigentlich mit der Offenlage des Bauplans 692 weitergehen. Schon vor der Pandemie war klar: Der Zeitplan ist nicht zu halten.

Bezirksvorsteher Ost, Wolfgang Merkel, sagte auf Anfrage: „Es war eigentlich geplant, die Offenlage im Juni durchzuführen. Dies ist nun mehr als fraglich. Die Zeit wird wohl zu knapp bemessen sein, um alle Unterlagen und Gutachten zusammen zu tragen.“ Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass der Beschluss zur Offenlage im Sommer fallen wird – sofern die Pandemie einen normalen politischen Betrieb zulässt. 

Auf gut 10.500 Quadratmetern des insgesamt ungefähr 30 000 Quadratmeter großen Geländes soll Wohnbebauung entstehen. Aktuell würden die zahlreichen Fachgutachten und Vorentwurfsplanungen sowie die Umweltprüfung bearbeitet beziehungsweise beauftragt, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Eine archäologische Untersuchung sei zu keinem Ergebnis gekommen. „Die geplante Flächenaufbereitung im nordöstlichen Teil der ehemaligen Kaserne wird vorbereitet und voraussichtlich ab Sommer vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung durchgeführt. Die weiteren archäologischen Untersuchungen auf den übrigen Flächen des Bebauungsplangebietes (außerhalb der ehemaligen Kaserne) werden zurzeit ebenfalls vorbereitet“, heißt es in der Antwort der Stadt.

Anwohner weisen derweil immer wieder auf Kinder und Jugendliche hin, die sich unberechtigt auf dem Kasernengelände aufhalten und sorgen sich um deren Sicherheit. Auch Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel weiß um das Problem. „Es wurden tatsächlich Kinder und Jugendliche auf dem Gelände gesehen.  Durch die Rodungen und das Zurückschneiden der Sträucher ist das Gelände heute allerdings sicherer als vor den Aufräumarbeiten, hat mir die Verwaltung versichert. Der Haupteingang ist auch gesichert. Allerdings ist ein Problem, dass das Gelände im hinteren Teil, das an den Friedhof grenzt, nur mit einem Maschendrahtzaun gesichert ist. Es werden aber immer wieder Löcher in den Zaun geschnitten oder gerissen, so dass man hier einen Zugang hat.  Die Verwaltung hat deswegen eine Firma damit beauftragt, den Zaun zu erneuern beziehungsweise die Löcher im Zaun zu schließen.“ Der Verkehrssicherungspflicht sei damit genügend getan. Die Stadt betont, dass bei Kontrollgängen keine Kinder oder Jugendlichen auf dem Gelände angetroffen wurden. Einen Sicherheitsdienst gebe es aber nicht.

Die Arbeiten auf dem Ex-Militärgelände werden gefördert vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), der ab Sommer mit der Flächenaufbereitung anfangen soll. Eigentümerin der Fläche ist seit 1998 die Stadt Krefeld. Bis 1988 hatte die britische Rheinarmee dort ihr Navy, Army and Air Force Institute.