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Krefeld: Peta sammelt 30.000 Unterschriften gegen Neubau eines Affenhauses

Tierrechtler protestieren in Krefeld : Peta sammelt 30.000 Unterschriften gegen Neubau eines Affenhauses

Mit den geplanten Baukosten von mehr als 20 Millionen Euro ließen sich Lebensräume schützen, die 350 Mal so groß seien wie die Stadt Krefeld, so Peta.

30.000 Unterschriften gegen den Neubau eines Affenhauses im Krefelder Zoo hat die Tierrechtsorganisation Peta nach eigenen Angaben gesammelt und Vertretern der Stadt übermittelt. Das teilte Peta am Montag mit. Mit den kalkulierten Ausgaben von mehr als 20 Millionen Euro ließen sich in Afrika und Asien Regenwaldgebiete schützen, die 350 Mal so groß seien wie die gesamte Stadt Krefeld.

Bekanntlich ist das Affentropenhaus in Krefeld in der Neujahrsnacht komplett niedergebrannt. Im Flammeninferno starben mehr als 50 Tiere – darunter zahlreiche Menschenaffen. Nur zwei Schimpansen überlebten.

Die Neubaupläne in Krefeld seien ein Schlag ins Gesicht für den Artenschutz, meinte Peta. Finanziert durch öffentliche Gelder und Spenden sollen dort bis zu 40 Menschenaffen und weitere Tierarten „eingesperrt werden“.  Peta forderte Oberbürgermeister Frank Meyer und die Stadtratsmitglieder auf, ihr Vorhaben unverzüglich zu stoppen und die finanziellen Mittel stattdessen Schutzmaßnahmen in den Herkunftsländern der Tiere zukommen zu lassen. In einem Schreiben listet die Tierrechtsorganisation exemplarisch auf, wie eine internationale Artenschutzorganisation mit etwa drei Millionen Euro Spendengeldern in fünf Projekten in Afrika und Südostasien mehr als 8000 Quadratkilometer Regenwald schützt, um die Heimat der dort lebenden Menschenaffen langfristig zu erhalten.

„Für viele Millionen Euro ein neues Tiergefängnis zu bauen und dieses auch noch als ‚Artenschutzzentrum‘ betiteln zu wollen, ist blanker Hohn für die Bemühungen von Artenschützern weltweit, die das Geld vor Ort weitaus besser einsetzen könnten“, sagte Biologin Dr. Yvonne Würz, Petas Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Der Neubau in Krefeld soll lediglich den lokalen Tourismus ankurbeln – und während die dort eingesperrten Menschenaffen als Besuchermagneten missbraucht werden, sind ihre frei lebenden Artgenossen auch wegen fehlender finanzieller Mittel für Schutzmaßnahmen weiterhin zum Aussterben verdammt. Die Krefelder Politiker müssen die Fehlinvestition stoppen und endlich einsehen, dass nur der Erhalt der natürlichen Lebensräume das Überleben bedrohter Arten effektiv sichern kann.“

Deutsche Zoos wilderten keine Menschenaffen aus, denn in den Schaugehegen könnten die Tiere wichtige Verhaltensweisen für ein Überleben in der Natur nicht erlernen, betonte Peta. Vielmehr würden die Einrichtungen indirekt zum Aussterben der Tiere in freier Natur beitragen, da sie Steuergelder und Spenden ineffizient verwenden: „Während Millionen in Zuchtprogramme und kostenintensive Zoo-Bauprojekte fließen, sind die Abgaben an Organisationen, die direkt in den natürlichen Lebensräumen bedrohter Tierarten echten Artenschutz betreiben, verschwindend gering“, so Peta. Der Zoo Krefeld habe 2017 beispielsweise eine „Rekordsumme“ von insgesamt 21.200 Euro Spenden an Artenschutzpartner gemeldet, jedoch allein für sein 2012 gebautes Gorillagehege 2,3 Millionen Euro ausgegeben.

Die Ansprüche von Menschenaffen seien so komplex, dass ihnen kein Zoo einen artgerechten Lebensraum bieten könne. Studien zufolge litten die Tiere in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen – auch in vergleichsweise großen Gehegen.  Laut einer von Peta in Auftrag gegebenen Insa-Meinungsumfrage vom April dieses Jahres befürworteten 41 Prozent der Befragten ein Ende der Zucht und Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos.