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Krefeld: Personalisierte Schuhe sind das Markenzeichen von "Outtavinci".

Jungunternehmer mit Geschäftsidee : Wo Rapper Sido in Krefeld einkauft

Rapper Sido ist Kunde des Krefelder Start-ups „OuttaVinci“ und Musiker Bushido hat sich für die Arbeit von Mohamed und Khalid Cheffadi sogar in einem Instagram-Video bedankt. Die beiden Jungunternehmer personalisieren „Sneaker“ – eine Kunstform, die zum Modetrend geworden ist.

Der Sneaker – einst Turn- oder Sportschuh – wurde unter anderem durch die Hiphop-Kultur zu einem echten Kultobjekt. Den modischen Freizeitschuh gibt es inzwischen für jeden Geschmack: Varianten mit Nieten, glitzernden Swarovskisteinen oder ausgefallenen Motiven.

Auch Mohamed (29) und Khalid (25) Cheffadi teilen die Leidenschaft für den wohl beliebtesten Alltagsschuh. „Für uns runden Schuhe das Outfit ab und machen es erst vollkommen“, erklärt Mohamed Cheffadi. Zusammen mit seinem Bruder eröffnete er im Juli letzten Jahres das mittlerweile auch international bekannte Sneaker-Geschäft OuttaVinci an der Uerdinger Straße 29. Ihr Konzept: Customizing, also individuell personalisierte Sneaker nach den Wünschen der Kunden.

Diese Schuhe wurden für den YouTube-Star iCrimax personalisiert. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Angefangen habe alles vor einem Jahr im Elternhaus. Neben ihren Hauptberufen experimentieren die Brüder gemeinsam an Schuhen. „Anfangs haben wir viele Schuhe ruiniert“, erinnert sich Khalid Cheffadi. „Wir mussten erst einmal herausfinden, was funktioniert, und haben einfach versucht, unsere Ideen auf den Schuh zu bringen“, erzählt er. Ihr Motto dabei: Learning by doing. Dabei seien sie in der Schule nie gut in Kunst gewesen. Nach Monaten der Tüftelei an Farbmischungen und Co. vertrauen die beiden auf ihr Können und wagen die ersten Schritte mit ihrer Marke.

Für die beiden Hiphop-Fans sei von vornherein klar gewesen: Die Schuhe sollen für eine breite Zielgruppe ansprechend sein. „Der Sneaker steht für uns für Hiphop. Wir suchten also nach einem Weg, Sneaker mit klassischer Kunst zu vereinen“, erzählt Mohamed. So sei auch der Name OuttaVinci entstanden. Dieser ist eine Fusion aus dem Titel des Hiphop Films Straight Outta Compton und Leonardo da Vinci. Auch in ihrem Logo vereinen die Geschäftspartner zwei Genres. „Die Bleistiftspitze steht für das Zeichnen und der Verlauf der Farbe, sieht aus, wie aus einer Spraydose“, interpretiert Khalid. Das passe auch zu ihrem Konzept, denn die personalisierten Unikate seien alle Handgefertigt.

In den USA hat sich der Trend der personalisierten Sneaker bereits etabliert. In Deutschland sind die Krefelder Jungs neben einigen wenigen Mitkonkurrenten jedoch Vorreiter in ihrem Gebiet. Das hat sich bereits bis in die Hauptstadt rumgesprochen. Dort wurde unter anderem Rapper Sido auf OuttaVinci aufmerksam und lies sich seine eigenen Sneaker angepasst an den Stil seines aktuellen Albums designen und lobt auf Instragram die Arbeit der Cheffadi-Brüder. Auch Rapper Bushido hat auf Instagram ein Video gepostet, in dem er sich bei den Krefeldern für die Sneaker seiner Kinder bedankt.

Es sind aber längst nicht mehr nur die Hiphop-Fans, die Sneaker tragen. Die sogenannte Streetwear des Hiphop avancierte in den späten 1990er Jahren zum Modehype. In Modemagazinen wie der Vogue werden die modischen Treter zu klassischen Hosenanzügen und eleganten Kleidern kombiniert.

So vielseitig wie die Kombinationsmöglichkeiten der Sneaker sind auch die Kunden der Cheffadi Brüder. Youtuber iCrimax oder GZSZ Star Valentina Pahde ließen sich bereits ihren Schuh anfertigen. „Mein persönliches Highlight war, als wir einen Schuh für Maitre Gims gestalten durften. Mit seiner Musik sympathisiere ich schon lange. Dass er uns beim Design seines Sneakers vertraut hat, war schon besonders“, berichtet Mohamed.

Von der Personalisierung über das Marketing bis hin zur Auslieferung betreiben die beiden Schuh-Fanatiker das Geschäft im Duo. Eine große Motivation sei die Zusammenarbeit unter Geschwistern. „Wir versuchen, uns immer gegenseitig zu stärken, anstatt zu konkurrieren“, sagt Khalid.

Standort von Outtavinci soll dauerhaft Krefeld bleiben: „Wir wollen die Stadt, in der wir groß geworden sind, auf die Karte bringen“, erklärt Mohamed. Ihr Wunsch sei es, dass ihr Konzept auch in Krefeld angenommen wird und die Leute sehen: „Krefelder tun was für Krefelder.“ Ihr nächstes Ziel sei es, eine eigene Modelinie zu kreieren.