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Krefeld: Outokumpu kündigt Personal-Verhandlungen an

Stahlindustrie : Outokumpu kündigt Personal-Verhandlungen an

60 Millionen Euro Defizit stehen nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres in den Büchern des finnischen Stahlproduzenten Outokumpu mit Werk in Krefeld an der Oberschlesienstraße. Im Vergleichszeitraum 2018 war es noch ein Nettoergebnis von 103 Millionen Euro.

Allein das dritte Quartal dieses Jahres schlägt mit 27 Millionen Euro Minus ins Kontor.

Konzernchef Roland Baan fordert verstärkte Anstrengungen der Europäischen Kommission, um der Preisdumpingstrategie der Chinesen und Indonesier etwas entgegenzusetzen. Für das restliche Jahr erwartet er kaum Verbesserungen. Weil sich der Markt nicht im dem Maße entwickelt, wie es nötig wäre, kündigt Baan die Fortsetzung der Bemühungen, um effizienter und produktiver zu werden, an. Darüber hinaus sei es auch kein Tabu, Verhandlungen übers Personal in Deutschland zu beginnen. Der europäische Markt leide unter dem Importdruck asiatischer Stähle und der niedrigen Nachfrage aus den USA.

Der Umsatz  in den ersten neun Monaten betrug 5,006 Milliarden Euro, 280 Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum. 1,59 Milliarden Euro entfielen auf das dritte Quartal. Im Vorjahr waren es 143 Millionen Euro mehr. Unterm Strich stand 2018 für die Monate Juli, August und September ein Nettogewinn von 29 Millionen Euro. In den drei Monaten 2019 blieb ein Verlust von 27 Millionen Euro.

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Die Rating-Agentur Moody’s mit Sitz in New York City sieht die wirtschaftliche Zukunft des finnischen Stahlkonzerns Outokumpu mit dem größten Werk Deutschlands in Krefeld pessimistisch. Den Trend deutet Moody’s nach Angaben Outokumpus im Sommer dieses Jahres eher negativ statt bislang stabil.

In Summe bleibt es nach aktuellem Stand zunächst bis zum Jahr 2024 bei der Bewertung Ba3. Das bedeutet, dass es sich bei Investitionen in den Stahlkonzern Outokumpu um eine „spekulative Anlage“ handelt, bei der bei Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage mit Ausfällen zu rechnen sei. Eine Abstufung würde bedeuten, dass Anlagen bei Outokumpu „hochspekulativ“ wären. Ausfälle für die Anleger seien bei verschlechtere Wirtschaftslage sogar „wahrscheinlich“.