Krefeld: Otto Fricke ist Krefelds neuer Dr. humoris causa

Närrische Auszeichnung : Otto Fricke ist Krefelds neuer Dr. humoris causa

Der FDP-Bundespolitiker wird im Februar mit einer Karnevalsgala der Uzvögel promoviert.

Otto Fricke ist als Bundespolitiker ein überaus seltenes Exemplar: Er ist mit Christian Lindner der bundesweit bekannteste Liberale, und er ist, anders als Christian Lindner, der einzige FDP-Politiker, der sich dabei auch noch deutlicher Beliebtheit über Parteigrenzen hinweg erfreut. Nicht umsonst war er in Krefeld mehrfach als Oberbürgermeisterkandidat fürs bürgerliche Lager im Gespräch. Nun ist dem gebürtigen Uerdinger ein weites Merkmal zugefallen, das ihn vom vom seltenen zum seltensten Politiker macht: Er hat beste Aussichten, im 50. Jahr des Bestehens dieser Tradition Dr.Humoris causa von Krefeld zu werden. Fricke ist der neue Aspirant der GKG Uzvögel für genau die Promotion, die einen Krefelder in den karnevalistischen Adelsstand erhebt.

Im Dachsbau wurde Fricke nach einer Bewerbungsrede für würdig gefunden, als Kandidat für die Ernennung zum Doktor in Erwägung gezogen zu werden. Die Erhebung an sich erfolgt am Dienstag, 11. Februar 2020, im Stadtwaldhaus bei der Sitzung der Uzvögel, die von den Doctores ausgerichtet wird. Die letzte Rede an jenem Tag gehört dem jeweiligen Aspiranten. Unter kennern: eine Kultveranstaltung.

Fricke also: Er zeigte sich beglückt darüber dass ihm die Doctores bestätigt hätten, „dass sie alle liberale Krefelder sind – in so einem Kreis muss man sich ja wohlfühlen.“ Es wäre ihm eine Ehre, diesem erlauchten Kreise nach seiner Aufnahmeprüfung anzugehören. „Denn die Doctores beweisen, dass der Niederrheiner an sich nicht nur lebensklug, sondern eben auch lebenslustig ist.“

Fricke spielte auf die Gerüchte um seine Kandidatur fürs Amt des Oberbürgermeisters an: Er habe sich, sagte er, entscheiden müssen, ob er 2020 in den Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt oder die Aufnahme in den erlesenen Kreis der Doctores ziehen möchte – in beiden Fällen gehe es schließlich um eine Wahl. „Nun habe ich mich ganz offiziell für den schwierigeren Weg entschieden, denn ich dachte mir: Einmal Doctor humoris causa, und es lebt sich leichter und lustiger.“ Fürwahr, vom nicht immer lustigen Leben als Oberbürgermeister hätte der ebenfalls anwesende Frank Meyer, Dr. Humorios causa des Jahres 2017, das eine oder andere erzählen können. Fricke jedenfalls schlussfolgerte, ohne OB-Amt müsse er sich „wenigstens nicht alle paar Jahre vor schwarzen Petern, grünen Hansen oder dem roten Frank fürchten. Da lebt es sich ruhiger.“ Der schwarze Peter meint Peter Vermeulen, ehemals OB-Kanddiat der CDU; der „grüne Hansen“ spielt auf den grünen OB-Kandidaten Thorsten Hansen an.

Die Doctores zogen sich nach Frickes Rede zu einer lautstarken Beratung auf offener Bühne zurück, um noch einmal das Für und Wider der Titelverleihung an den Liberalen durchzudiskutieren. Fricke bestand. Er ist zur endgültigen Prüfung im Februar zugelassen.

Die GKG Uzvögel 1900 mit angeschlossener Tanzgarde Krefeld-Stahldorf, wie der Verein korrekt heißt, verleiht den Titel zum 49.Mal; Fricke wird der 55.Humor-Doktor. 49/55 – wie das? In den ersten beiden Jahren; erklärte dazu Andreas Dams von den Doctores, habe man gleich drei Doctores ernannt – „damit sie nicht so allein sind“. Diese Sorge ist lange ad acta gelegt.

Karten für die Sitzung am 11. Februar im Stadtwaldhaus gibt es bei Uzvögel-Präsident Manfred Albers, Tel. 02151/ 31.64.92.