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Krefeld: Optimale Temperatur im Fernwärmenetz

Moderne Technik unterstützt den Krefelder Klimaschutzplan : Weniger ist mehr - Optimale Temperatur im Fernwärmenetz

Die neue Anlage im 95 Kilometer langen Netz versorgt rund 1.700 Verbraucher in der Innenstadt und in Uerdingen. Es stellt an kalten Tagen eine Leistung von 95 Megawatt Wärme bereit.

Im Krefelder Fernwärmenetz ist als erstes Projekt seiner Art eine Anlage mit einer neuartigen Temperatur-Optimierungslösung in Betrieb gegangen. Die Netzgesellschaft Niederrhein (NGN), senkt damit in einem Teilnetz die Vorlauftemperatur, um Wärmeverluste zu reduzieren und die Einspeisung von Wärmequellen mit niedrigerer Temperatur zur ermöglichen. Die Lösung ermöglicht die zielgenaue Absenkung durch eine intelligent gesteuerte Beimischung aus dem Rücklauf. Während des Lastbetriebs im Winter erfolgt eine Feinjustierung der Regelung, danach soll die Anlage endgültig in den Regelbetrieb gehen.

Eingesetzt wird die Anlage im Fernwärmenetz der SWK-Energie GmbH. Das rund 95 Kilometer lange Netz versorgt rund 1.700 Verbraucher in der Innenstadt und im Stadtteil Uerdingen. Es stellt an kalten Tagen eine Leistung von 95 Megawatt Wärme bereit und wird je nach Jahreszeit derzeit noch mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 120 Grad gefahren. „Mittels der Temperaturoptimierung stellen wir die zukunftsorientierten und nachhaltigen Weichen für unsere Krefelder Fernwärmeversorgung und gestalten die Wärmewende in Krefeld. Die Absenkung der Vorlauftemperaturen ermöglicht CO2-Einsparungen und unterstützt dadurch die Umsetzung des Krefelder Klimaschutzplans“, erläutert Jessica Elena Balzer von der SWK-Energie. „Reduzierte Temperaturen im Fernwärmenetz sind die Voraussetzung, dass Abwärme der Industrie sowie Wärme aus regenerativen Energiequellen eingespeist werden können. Unsere Fernwärmekunden werden langfristig von der Steigerung der Einspeisungspotenziale profitieren. Als SWK-Konzern ist es unser Bestreben, als Umsorger in Krefeld die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und im Sinne unserer Kunden zu handeln.“

Um die Absenkung im Lastbetrieb zu testen, entschied sich der Betreiber im ersten Schritt für ein Pilotprojekt in einem günstig gelegenen Teilstrang in Uerdingen, über den unterschiedliche Verbraucher mit Wärme versorgt werden, darunter mehrere Schulen, ein Supermarkt sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Anschlussleistung beträgt aktuell etwa 4,5 Megawatt Wärme.

Mit der installierten Anlage soll in diesem Netzabschnitt zunächst die Vorlauftemperatur im Winter auf 95 Grad Celsius abgesenkt werden. Die um bis zu 25 Grad geringere Vorlauftemperatur sieht man bei der NGN als wichtigen Vorteil. Vorlauftemperaturen von dauerhaft unter 100 Grad machen den Netzbetrieb sicherer und effizienter. Sie bedeuten geringere Wärmeverluste und eine geringere Beanspruchung des Rohrsystems. „Ein großer Vorteil ist auch, dass wir bei der Nutzung von Wärmequellen flexibler werden und zukünftig auch Wärmequellen mit Temperaturen unter 100 Grad ins Netz einspeisen können“, so Tobias Kox. „Das jetzt realisierte Projekt ist für uns nur ein erster Schritt“, erklärt NGN-Prokurist Hans-Werner Leenen. „Wenn die Erfahrungen mit der Lösung dauerhaft positiv sind, werden wir sicherlich weitere Netzabschnitte optimieren und auch die Einspeisung anderer Wärmequellen prüfen.“