Krefeld: Oppumer Ferienprojekt gegen Rassismus

Aktion des Jugendzentrums Oppum : Außergewöhnliches Ferienprojekt: Spurensuche in finsterer Zeit

13 Kinder und Erwachsene haben sich in den Ferien in den Oppumer Jugendfreizeiteinrichtungen Casablanca und Canapee getroffen, um gemeinsam auf Spurensuche zu gehen. Sie wollten herausfinden, wo Rassismus stattgefunden hat, wo er auch heute noch stattfindet und was man dagegen tun kann.

Begleitet wurde das Projekt von dem Verein „Heimatsucher“, der sich intensiv mit den Geschichten von Überlebenden des Holocaust beschäftigt (wir berichteten).

„Bemerkenswert“ fanden die Organisatorinnen Friederike Lingemann und Ursula Hakes das Wissen der Kinder über die Zeit des Nationalsozialismus. Am Beispiel eines Tagesablaufs in der heutigen Zeit verdeutlichten sie den Teilnehmern die Auswirkungen der Antijüdischen Gesetze. Geschockt hörten die Kinder, was jüdischen Menschen damals alles verboten wurde. Sie durften beispielsweise keine Schule besuchen und auch keine Haustiere besitzen. Sogar freundliches Verhalten gegenüber jüdischen Menschen stand unter Strafe.

Am zweiten Projekttag erfuhren die Kinder und Jugendlichen die Lebensgeschichte von Elisheva Lehman. Elis, wie gute Freunde sie nennen, musste ihre erste große Liebe in der Zeit des Nationalsozialismus verlassen, um sich mit ihrer Familie vor den Nazis zu verstecken. Ihre Jugendliebe sah sie nie wieder. Trotz der ständigen Angst, verlor sie nie ihre Lebensfreude, was die Teilnehmer sehr beeindruckte. Einige schrieben Elisheva einen Brief, der ihr nun auch zugestellt wird.

Am dritten Tag hörten die Kinder die Lebensgeschichten von Anne Frank und ihrer besten Freundin Hannah Pick-Goslar. Hannah ist nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit ihrer Familie nach Amsterdam geflohen. Hier lernte sie Anne Frank kennen. Die beiden wurden sehr gute Freundinnen und besuchten die gleiche Schule. Hannah wurde später mit ihrem Vater und ihrer Schwester verhaftet und nach Bergen-Belsen deportiert. Dort traf sie kurz vor Kriegsende wieder auf Anne Frank.

Mia hat ein Bild gemalt und einen Brief geschrieben. Foto: Jugendzentrum Casablanca

Am Ende des Projektes waren sich die Kinder einig: Gräueltaten, wie in der Zeit des Nationalsozialismus, dürfen nie wieder passieren.

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