Krefeld-Oppum: Verkehrschaos Heinrich-Klausmann Siedlung nach Sperrung Hauptstraße

Krefeld-Oppum : Verkehrschaos nach Brückensperrung

Seit der Vollsperrung der Hauptstraße kommt es in der Heinrich-Klausmann-Siedlung zu teils haarsträubenden Verkehrssituationen. Zwei Mal bereits haben sich riesige Sattelschlepper in dem Wohngebiet festgefahren.

Seit Montag ist die Hauptstraße in Oppum wegen einer Brückensanierung für mindestens sechs Wochen voll gesperrt. Und seit Montag herrscht in der Heinrich-Klausmann-Siedlung der Ausnahmezustand: „Die Siedlung kocht“, berichtet Jürgen Wettingfeld, Ratsherr und Anwohner, über den aktuellen Gemütszustand seiner Nachbarn. Denn, so Wettingfeld: „Das ganze System der Umleitung funktioniert nicht. Es spielen sich hier seit Anfang der Woche die absurdesten Szenen ab.“

Denn aus Richtung Meerbusch kommende Auto- und sogar Lkw-Fahrer kümmern sich wenig um die vom Tiefbauamt vorgesehene zwölf Kilometer lange Umleitung über Fischeln. „Besonders zur Feierabendzeit ab 15 Uhr geht hier gar nichts mehr“, berichtet Wettingfeld. Schon immer war die Strecke über die Hauptstraße eine beliebte Ausweichstrecke, wenn es sich auf der A57 staut. Viele Fahrer wählen den illegalen Weg, die Autobahn über den Versorgungsweg der Raststätte Geismühle zu verlassen. Wettingfeld hat vor allem Auswärtige beobachtet, die trotz Baustellen-Beschilderung und Durchfahrt-Verbot nun massenhaft in die Wohnsiedlung einfahren und dann mit teils gefährlichen Wendemanövern versuchen, wieder aus der vermeintlichen Sackgasse herauszukommen. Hinzu kommen die Ortskundigen, die wissen, dass man am Sportpark vorbei über die Heinrich-Malina Richtung Innenstadt oder zurück auf die Autobahn kommt. Eine Strecke, die eigentlich den Anwohnern vorbehalten bleiben sollte, so der ursprüngliche Plan der Fachverwaltung. „Wir haben das alles vorausgesehen und das Thema zweimal im Bauausschuss angefragt. Eigentlich war ja vereinbart, dass es umfassende Verkehrskontrollen geben sollte“, sagt Wettingfeld. Erstmals vor Ort, um Knöllchen zu verteilen, sei die Polizei am Donnerstag gewesen.

Die Polizei hat am Donnerstag erstmals kontrolliert, für regelmäßige Einsätze fehlt jedoch das Personal. Foto: Jürgen Wettingfeld

Polizeisprecherin Karin Kretzer bestätigt, dass es in der Heinrich-Klausmann-Siedlung Probleme gibt. Auch eine Mail mit der Anzeige einer Nötigungssituation läge vor. Regelmäßige Kontrollen mit festen Zeiten wird es aber aufgrund von Personalknappheit nicht geben, sagt Kretzer. Die Beamten seien jedoch angewiesen, zu versuchen, möglichst häufig in Oppum Präsenz zu zeigen — wenn es keine anderen Einsätze gibt. Ansonsten gibt Kretzer den Hinweis, dass die Verwaltung zuständig sei, die Situation zu entschärfen.

Viele Autofahrer fahren trotz des Verbots in die Siedlung hinein. Foto: Jürgen Wettingfeld

Axel Müller, Bezirksvertreter und ebenfalls Anwohner, hat an zwei Tagen beobachtet, wie riesige Sattelschlepper sich auf der Straße „Am Holderspfad“ in der Kurve festgefahren haben und nicht mehr vor und zurück konnten. „In einem Fall musste die Polizei helfen, den Lkw wieder dort herauszuholen“, berichtet er. Er und auch Wettingfeld sorgen sich, dass schlimme Unfälle passieren könnten. Denn gerade in den Ferien spielen in der sonst ruhigen Wohnsiedlung viele Kinder draußen.

Anwohner haben, berichtet Müller, mit dem Gefühl, dass von Verwaltung und Polizei keine Unterstützung zu erwarten ist, inzwischen versucht, sich selber zu helfen, zum Beispiel in dem Autos versetzt geparkt werden, um den Durchgangsverkehr herunterzubremsen. Auch Tempo-20-Hinweisschilder wurden von den Anliegern aufgestellt.

Einen Ortstermin mit Vertretern des Tiefbaumamtes hat es bereits gegeben. Müller und Wettingfeld berichten gleichlautend, die Verwaltungsmitarbeiter seien der Auffassung, für die Kontrollen sei die Polizei zuständig. „Und es hieß, das werde sich schon irgendwie einspielen“, sagen die Lokalpolitiker. Daran glaubt jedoch keiner der beiden. Denn dass die Sperrung sich bei Ortsunkundigen herumspreche, sei unwahrscheinlich. Wettingfeld formuliert an die Verwaltung gerichtet: „Man kann nicht einfach sagen: ,Das klappt schon irgendwie’ und dann in Urlaub fahren.“

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