Krefeld: Oberbürgermeister Frank Meyer schreibt Offenen Brief zum Stadtwaldhaus

Nach wachsendem Druck : Oberbürgermeister Frank Meyer schreibt Offenen Brief zum Stadtwaldhaus

Mit einem ungewöhnlichen Schritt hat Oberbürgermeister Frank Meyer auf den wachsenden öffentlichen Druck reagiert. Nun äußert er sich zu der Frage, ob das Ausflugslokal während der Sanierung geschlossen werden muss.

Mit einem ungewöhnlichen Schritt hat Oberbürgermeister Frank Meyer auf den wachsenden öffentlichen Druck zum Thema Stadtwaldhaus reagiert und einen Offenen Brief an „alle Krefelderinnen und Krefelder“ geschrieben. Hintergrund ist die Sorge vieler Freunde des Stadtwaldhauses, dass das beliebte Ausflugsziel während der dringend notwendigen Sanierung für bis zu eineinhalb Jahren geschlossen werden könnte. Eine Online-Petition hat schon mehr als 1500 Unterschriften gegen eine solche Komplettschließung gesammelt. Meyer sagt zu, sich für eine Teilöffnung während der Sanierung einzusetzen. Andererseits geben seine Ausführungen wenig Hoffnung, dass das Haus ohne gravierende Nachteile offenzuhalten ist. Meyer deutet an, dass die Öffnung die Dauer der Sanierung in die Länge ziehen und die Kosten in die Höhe treiben könnte: „Bei der Planung wird es nicht nur um die Kosten und den Zeitplan der Arbeiten gehen, sondern auch um die von vielen gestellte Frage, welche Mehrkosten und welche Verzögerungen es verursacht, wenn im laufenden Betrieb saniert wird“, schreibt er.

Zurzeit werden Untersuchungen über den Zustand des Gebäudes und die notwendigen Sanierungsschritte in Auftrag gegeben, heißt es. „Zur Erinnerung: Die Sanierung umfasst Arbeiten an der Baukonstruktion, die Erneuerung der Grundleitungen, die energetische Sanierung einschließlich Austausch der Fenster, die Überarbeitung der Fassade und des Dachs, Maßnahmen zur Optimierung von Betriebsabläufen, die Herstellung der Barrierefreiheit sowie die Instandsetzung und Teilerneuerung der Außenanlagen“, führt Meyer aus. Ein Generalplaner soll die Sanierung übernehmen, der Auftrag müsse europaweit ausgeschrieben werden – erst wenn alles abgeschlossen sei, habe man „endgültige Gewissheit“, ob eine Öffnung möglich sei. Am Ende, auch dies betont Meyer, entscheide der Rat über das Verfahren bei den Arbeiten, die im November 2020 beginnen sollen.

Meyer betont, das Stadtwaldhaus befinde sich „in einem sehr schlechten baulichen Zustand“; Grund sei „ein Sanierungsstau, der im Lauf von Jahrzehnten entstanden ist“. Ohne bauliche Maßnahmen drohe über eine Betriebsschließung. Indirekt macht Meyer damit die CDU-geführten Ratsmehrheiten vor seiner Amtszeit für das Dilemma verantwortlich – ein Punkt, gegen den die CDU sich ständig wehrt.

Schon im Zusammenhang mit ähnlich lautenden Äußerungen des SPD-Ratsherrn Oliver Leist hatte CDU-Ratsherr Michael Zecha darauf hingewiesen, dass es in der Vergangenheit Investitionen in die Küche, die Säle sowie den Brandschutz gegeben habe. Zum Vorwurf der fehlenden Geldmittel zu Zeiten von CDU-Mehrheiten im Rat sagte Zecha, die Argumentation sei „durchschaubar“. Die Kommunen in NRW seien im Vergleich zu Kommunen aus anderen Bundesländern hoch verschuldet. „Vielleicht hätte die SPD in 46 Jahren, in denen sie in NRW an der Macht war, den Kommunen einfach mehr Geld geben sollen“, so Zecha.

Schreibt an ganz Krefeld: Oberbürgermeister Meyer. Foto: Stadt Krefeld

Meyer bekräftigt, sein Ziel sei, das Stadtwaldhaus im Besitz der Stadt zu belassen. Die Sanierung trage dazu bei, das Krefelder Erbe für die Zukunft zu bewahren.

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