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Krefeld: NRW-Wahlplakate 2017 mehrerer Parteien gezielt zersört

Krefelder Parteien erstatten Anzeige : Türkische Nationalisten sollen Wahlplakate zerstört haben

Die Großplakate der Grünen sind offenbar gezielt zerstört und zum Teil entwendet worden. Landtagskandidat Karsten Ludwig vermutet, dass "türkische Nationalisten" die Täter sein könnten.

Über die Osterfeiertage sind an vielen Stellen im Stadtgebiet Wahlkampfplakate verschiedener Parteien zerstört und beschmiert worden. Besonders stark betroffen sind die Grünen. Die Art der Zerstörung an den verschiedenen Standorten weise auf eine organisierte Gruppe von Tätern hin, erklärte Landtagskandidat Karsten Ludwig auf Anfrage unserer Redaktion.

Er schließt "türkische Nationalisten" als Tätergruppe nicht aus. "Einige Indizien sprechen dafür", sagte er. Insbesondere die Grünen müssten sich intensive Anfeindungen der Befürworter des Türkei-Referendums gefallen lassen. Es könne sich jedoch auch um Personen aus einem anderen politischen Spektrum handeln.

Er habe am Montagabend bei der Polizei Anzeige erstattet. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet, informierte der Kandidat für die Landtagswahl am 14. Mai. Aufgrund der Vielzahl und der Verteilung der Zerstörung über das Stadtgebiet gehen die Grünen nicht von einem zufälligen Vandalismus aus.

CDU-Plakate wurden mit "Eure Arroganz kotzt uns an" überklebt. Foto: samla.de

In der Nacht zu Montag sei die Hälfte aller Großflächenplakate teilweise mit grober Gewalt zerstört worden. Neben den Standorten am Stadthaus, am Hauptbahnhof und in Oppum, die komplett niedergerissen und zum Teil auch gestohlen wurden, seien die Standorte in Fischeln und Uerdingen von gezieltem Vandalismus betroffen.

"Für uns Grüne als kleine Partei ist dies ein erheblicher Schaden, da die Plakatständer nicht wie bei den anderen Parteien gemietet, sondern selbst produziert und in unserem Eigentum sind. Für uns ist dies ein gezielter Angriff auf uns Grüne", betonte Ludwig. Es habe wahrscheinlich mehrere Täter benötigt, um die Holzrahmen, die mit etwa 50 Zentimeter langen, in den Boden reichenden "Heringen" befestigt waren, zu zerstören. Mindestens ein Plakat sei irreparabel zerstört und könne im Wahlkampf nicht mehr aufgestellt werden.

Das sei zusammen mit den Ausfallzeiten der anderen Großflächenplakate an prominenten Standorten in Krefeld ein deutlicher Nachteil für den Wahlkampf der Grünen, da die Plakatierung mit großen Motiven ein wichtiges Standbein der Kampagne sei, urteilte Ludwig.

(sti)