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Krefeld Neujahrskonzert der Niederrheinischen Sinfoniker mit Mundharmonika-Star Monja Heuler

Musik in Krefeld : Neujahrskonzert mit Mundharmonika

Die Niederrheinischen Sinfoniker gestalten ihr Konzert am 1. Januar traditionell mit einem Gast, der ein ungewöhnliches Instrument mitbringt. Diesmal kommt die Mundharmonikaspielerin Monja Heuler.

Nischen sind wahre Fundgruben für Programmgestalter. Generalmusikdirektor Mihkel Kütson guckt immer gerne auf die sinfoniefremden Randbereiche der Musik, wenn er sich Gedanken für das Neujahrskonzert macht. So hat er bereits eine Saxofonistin, einen Kunstpfeifer und eine Flamencotänzerin gemeinsam mit den Niederrheinischen Sinfonikern eingesetzt. Diesmal ist Monja Heuler mit ihrer Mundharmonika zu Gast. Am Neujahrstag wird sie das Konzert um 11 Uhr im Krefelder Theater und um 20 Uhr im Rheydter Haus bereichern.

„Wenig Gehörtes hat Tradition in den Neujahrskonzerten“, sagt Kütson. „Es macht Spaß, Spannendes aus Nischen herauszuholen.“ Persönlich kennengelernt hat er die Solistin noch nicht. Aber ihre Biografie und ihre Repertoire haben ihn beeindruckt. Als Sechsjährige hat sie in Trossingen ihre Ausbildung an Keyboard und chromatischer Mundharmonika begonnen. Trossingen ist Sitz des Instrumentenbauers Hohner, eines Musikkonservatoriums, der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung und eines großen Harmonikafestivals. Schnell merkte Heuler, dass ihr das kleine Blasinstrument besonders lag. Inzwischen hat sie sich international eine guten Ruf erspielt.

  • Generalmusikdirektor Mihkel Kütson.
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Mundharmonika und Sinfonieorchester sind eine außergewöhnliche Paarung, doch es gibt entsprechende Konzertliteratur. Zwei Werke aus dem 20. Jahrhundert stehen auf dem Programm: ein Konzert  des russischstämmigen britischen Komponisten Michael Spivakovsky (1919-1983), der das erste große Werk für diese Kombination geschrieben hat, und „Toledo“ von dem Jazzmusiker James Moody (1925-2010).

„An Neujahr muss Musik richtig krachen. Da darf es nichts Schweres geben“, findet der GMD. So erklingt unter der traditionellen Überschrift „Neujahrsgrüße aus der ganzen Welt“ eine bunte Auswahl aus dem Oeuvre der Strauss-Familie: den Indianer-Galopp von Johann Strauss Vater sowie die Russische Marsch-Fantasie und Klänge aus der Walachei seines Sohnes Johann. Der Armenier Aram Chatschaturjan ist mit seinem Säbeltanz berühmt geworden. Die Sinfoniker werden seinen bekanntesten Walzer aus der Suite „Die Maskerade“ spielen.

Die musikalische Reise führt außerdem nach Kastilien und Granada mit Isaac Albéniz’ Suite espanola, auf einen persischen Markt mit Musik von Albert Ketèlbey und nach Großbritannien. „Es gibt eine Reihe englischer Komponisten, die Musik von großer Leichtigkeit schreiben, die sehr unterhaltsam ist. Bei uns sind sie allerdings wenig bekannt“, sagt Kütson. Für Haydn Wood soll sich das ändern. Kütson hat Walzer und Märsche aus den Suiten „Paris“ und „London Landmarks“ ausgewählt. Der englische Musiker (1882-1959) war ein gefeierter Geiger. Bekannt wurde er vor allem mit mehr als 80 der „British Light Music“ zuzurechnenden Orchesterwerken wie Fantasien, Suiten und Märschen. Die London Landmark Suite gehört zu den beliebtesten.